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"Drei­sprung" ge­gen Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit in Meck­len­burg-Vor­pom­mern

Die Er­werbs­lo­sen­zah­len sin­ken im Nord­os­ten, doch je­der Drit­te der zu­letzt 85.400 Job­su­chen­den ist län­ger als ein Jahr oh­ne Be­schäf­ti­gung: Die Bun­des­agen­tur will das Pro­blem mit ei­nem "Drei­sprung" an­ge­hen

24.02.2017. (dpa) - Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit will die Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit in Meck­len­burg-Vor­pom­mern en­er­gi­scher be­kämp­fen.

"Wir wer­den in Zu­kunft ver­stärkt auf prä­ven­ti­ve An­sät­ze ab­stel­len", sag­te die Che­fin der Re­gio­nal­di­rek­ti­on Nord, Mar­git Haupt-Ko­op­mann, am Don­ners­tag in Schwe­rin.

Dort fand das 13. Ar­beits­markt­früh­stück der Re­gio­nal­di­rek­ti­on mit rund 160 Teil­neh­mern aus Wirt­schaft, Po­li­tik und Ar­beits­ver­wal­tung statt.

Je­der drit­te Er­werbs­lo­se im Nord­os­ten sei im ver­gan­ge­nen Jahr lang­zeit­ar­beits­los ge­we­sen, sag­te Haupt-Ko­op­mann. "Wir ha­ben Hand­lungs­be­darf."

Sie kün­dig­te ei­nen "Drei­sprung" an. Be­gon­nen wer­de bei den Ju­gend­li­chen: Sie sol­len künf­tig mög­lichst flä­chen­de­ckend von so­ge­nann­ten Ju­gend­be­rufs­agen­tu­ren be­treut wer­den, die ih­nen An­sprech­part­ner für al­le Fra­gen rund um Aus­bil­dung, Job­su­che und be­glei­ten­de so­zia­le Un­ter­stüt­zung sein sol­len. Bis­her gibt es Ju­gend­be­rufs­agen­tu­ren in Ros­tock und dem Land­kreis Meck­len­bur­gi­sche Se­en­plat­te. Die Er­fah­run­gen dort sei­en gut, sag­te Haupt-Ko­op­mann. Ziel sei, al­le zu ei­nem Be­rufs­ab­schluss zu brin­gen. "Wir ha­ben 6.500 ar­beits­lo­se jun­ge Men­schen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern", ver­deut­lich­te sie. "Zwei Drit­tel von ih­nen ha­ben kei­ne ab­ge­schlos­se­ne Be­rufs­aus­bil­dung."

Die zwei­te Säu­le zur Ver­hin­de­rung von Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit sei die Wei­ter­bil­dung äl­te­rer Ar­beit­neh­mer, ei­ne drit­te die Ge­sund­heits­prä­ven­ti­on. Ar­beits­för­de­rung soll künf­tig mit Ge­sund­heits­för­de­rung ein­her­ge­hen, sag­te Haupt-Ko­op­mann. Das Prä­ven­ti­ons­ge­setz des Bun­des er­öff­ne der Ar­beits­ver­wal­tung neue Mög­lich­kei­ten. "Von den Hartz-IV-Be­zie­hern ha­ben mehr als 40 Pro­zent ge­sund­heit­li­che Ein­schrän­kun­gen", sag­te sie. Das er­schwe­re die Auf­nah­me ei­ner Be­schäf­ti­gung.

Mi­nis­ter­prä­si­dent Er­win Sel­le­ring (SPD) ap­pel­lier­te an die Un­ter­neh­men im Nord­os­ten, für gu­te Ar­beit gu­te Löh­ne zu zah­len. Es sei nicht gut für die Au­ßen­dar­stel­lung Meck­len­burg-Vor­pom­merns, wenn es als Land mit dem nied­rigs­ten Lohn­ni­veau be­kannt sei, sag­te er. Wenn Fir­men er­folg­reich blei­ben wol­len, müss­ten sie das Fach­kräf­te­pro­blem lö­sen - den Un­ter­neh­mern müs­se klar sein, dass sich der Ar­beits­markt grund­le­gend ver­än­dert ha­be. Or­dent­li­che Löh­ne sei­en ei­ne Vor­aus­set­zung. "Wir müs­sen da zu Stei­ge­run­gen kom­men", sag­te Sel­le­ring. Da­bei kön­ne mehr Ta­rif­bin­dung hel­fen.

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Letzte Überarbeitung: 15. Mai 2018

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