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Durch­bruch im öf­fent­li­chen Dienst - Neue Streiks ab­ge­wen­det

Ei­ne zwei­tä­gi­ge Schluss­run­de bringt den Er­folg: Den Men­schen in Deutsch­land blei­ben wei­te­re Aus­stän­de im öf­fent­li­chen Dienst er­spart. Den Be­schäf­tig­ten steht ein Schluck aus der Lohn­pul­le be­vor

30.04.2016. (dpa) - Mit ei­ner Ei­ni­gung auf deut­lich mehr Ge­halt für den öf­fent­li­chen Dienst sind neue Streiks ab­ge­wen­det.

Die mehr als zwei Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten von Bund und Kom­mu­nen sol­len in zwei Stu­fen ein Lohn­plus von 4,75 Pro­zent bis 2017 be­kom­men, wie Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) am Frei­tag in Pots­dam mit­teil­te.

Es sei "ein schwie­ri­ges, aber gu­tes Er­geb­nis".

Die ge­plan­te Lohn­er­hö­hung liegt deut­lich über dem ur­sprüng­li­chen An­ge­bot der Ar­beit­ge­ber von drei Pro­zent bis 2017. Die Ge­werk­schaf­ten hat­ten sechs Pro­zent für zwölf Mo­na­te ver­langt. Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke sprach von "deut­li­chen Re­al­lohn­ver­bes­se­run­gen". Die Ver­di-Ta­rif­kom­mis­si­on ha­be den Mit­glie­dern der Ge­werk­schaft die An­nah­me des Ab­schlus­ses emp­foh­len.

Bsirs­ke zeig­te sich er­leich­tert, dass von den Kom­mu­nen ge­for­der­te ge­ne­rel­le Ein­schnit­te bei der be­trieb­li­chen Zu­satz­ver­sor­gung fürs Al­ter ab­ge­wen­det wor­den sei­en. Statt­des­sen ist vor­ge­se­hen, dass die Pen­si­ons­kas­sen, die in Not sind, Zu­satz­bei­trä­ge be­kom­men - und zwar zur Hälf­te von Ar­beit­neh­mern und -ge­bern mit je­weils 0,4 Pro­zent be­zahlt. Er­ho­ben wird der Zu­satz­bei­trag in Wies­ba­den, Ba­den-Würt­tem­berg, Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg. Hier sind die Zu­satz­ver­sor­gungs­kas­sen in Fi­nanz­not.

De Mai­ziè­re be­zif­fer­te die Kos­ten des Ab­schlus­ses für den Bund auf 700 Mil­lio­nen Eu­ro. Da­zu kä­men die Kos­ten für die per Ge­setz ge­plan­te Über­nah­me auf die Be­am­ten und Sol­da­ten. Die Kos­ten für die Kom­mu­nen wur­den vom Prä­si­den­ten des kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­bands VKA, Tho­mas Böh­le, auf rund sechs Mil­li­ar­den Eu­ro für 24 Mo­na­te be­zif­fert.

Die kom­mu­na­len Be­schäf­tig­ten sol­len ei­ne kom­plet­te neue Ent­gel­t­ord­nung be­kom­men für die Ein­grup­pie­rung der Be­schäf­tig­ten in die Lohn­grup­pen. Dies kos­te die Kom­mu­nen 680 Mil­lio­nen Eu­ro. Ei­nen gleich­gro­ßen Teil sol­len die Be­schäf­tig­ten schul­tern, die von ei­ner Hö­her­grup­pie­rung pro­fi­tie­ren - hier soll es Ein­schnit­te beim Weih­nachts­geld ge­ben.

Die li­nea­re Lohn­er­hö­hung soll ab 1. März 2016 mit 2,4 Pro­zent und ab 1. Fe­bru­ar 2017 mit 2,35 Pro­zent grei­fen. Aus­zu­bil­den­de sol­len in zwei Stu­fen ins­ge­samt 65 Eu­ro mehr be­kom­men.

Ge­schnürt wor­den sei ein Ge­samt­pa­ket, sag­te Bsirkse. Böh­le sprach von ei­nem gu­ten, für vie­le Kom­mu­nen aber schmerz­haf­ten Kom­pro­miss. Nicht er­folg­reich sei man ge­we­sen bei der Ein­gren­zung sach­grund­lo­ser Be­fris­tun­gen. Der Ver­hand­lungs­füh­rer des Be­am­ten­bunds dbb, Wil­li Russ, sag­te: "Wir ha­ben er­reicht, dass die Ar­beit­ge­ber ei­nen deut­li­chen Schritt auf die Ge­werk­schaf­ten zu­ge­gan­gen sind."

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Letzte Überarbeitung: 15. Juli 2016

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