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13/361a Durch­bruch im Ta­rif­kon­flikt bringt Ent­span­nung im Weih­nachts­ge­schäft

Nach mo­na­te­lan­gem Rin­gen gibt es im Ein­zel­han­del ei­nen ers­ten Ta­rif­ab­schluss: Die Ei­ni­gung in Ba­den-Würt­tem­berg könn­te bun­des­weit Si­gnal­cha­rak­ter ha­ben

06.12.2013. (dpa) - Mit­ten im wich­ti­gen Weih­nachts­ge­schäft ha­ben sich die Ta­rif­part­ner in Ba­den-Würt­tem­berg auf den bun­des­weit ers­ten Ab­schluss im Ein­zel­han­del ge­ei­nigt.

Für rund 220 000 Be­schäf­tig­te in dem Land gibt es ei­ne Ge­halts­stei­ge­rung von 3 Pro­zent rück­wir­kend zum 1. Ju­li 2013.

Zum 1. April 2014 sol­len die Ent­gel­te dann um wei­te­re 2,1 Pro­zent stei­gen.

Der Durch­bruch bei den Ver­hand­lun­gen in der Nacht zum Don­ners­tag könn­te bun­des­wei­ten Si­gnal­cha­rak­ter für die Bran­che ha­ben.

In Hes­sen et­wa setz­te die Ge­werk­schaft Ver­di ge­plan­te Warn­streiks aus.

Ul­rich Kös­ter, Vor­sit­zen­der des Ta­rif­po­li­ti­schen Aus­schus­ses des Han­dels­ver­ban­des Deutsch­land (HDE), wer­te­te die Zeich­nung als "ein gu­tes Si­gnal, dass wir auch in den an­de­ren Ta­rif­ge­bie­ten nun zu ei­ner Lö­sung kom­men." Auch wenn dort die Aus­gangs­si­tua­ti­on ei­ne an­de­re sei. Es gibt zwar kei­nen bun­des­wei­ten Ta­rif­ver­trag, die Er­geb­nis­se in Ba­den-Würt­tem­berg und Nord­rhein-West­fa­len gal­ten zu­letzt aber häu­fig als Vor­la­ge für an­de­re Ta­rif­be­zir­ke.

"Die­ser Ta­rif­ver­trag ist aus un­se­rer Sicht ein ech­ter Mei­len­stein", sag­te der Ver­hand­lungs­füh­rer der Ar­beit­ge­ber, Phi­lip Mer­ten, am Don­ners­tag in Korn­tal-Mün­chin­gen. Sein Ge­gen­über von Ver­di, Bern­hard Fran­ke, sprach von ei­nem "Waf­fen­still­stand".

Bei der Ei­ni­gung in der Nacht war der hart um­kämpf­te Man­tel­ta­rif­ver­trag wie­der ein­ge­setzt wor­den. Al­ler­dings wur­de als Über­gangs­lö­sung ei­ne neue Lohn­grup­pe für Re­gal­fül­ler ein­ge­führt. Im kom­men­den Jahr wol­len Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­ge­ber dann über die vom Han­del seit lan­gem ge­for­der­ten Re­for­men bei den Lohn­grup­pen spre­chen. Dies wer­de ein "Kraft­akt", sag­te Fran­ke.

Ne­ben der Ent­gel­ter­hö­hung wer­den die Aus­bil­dungs­ver­gü­tun­gen über­pro­por­tio­nal an­ge­ho­ben. Au­ßer­dem ist ei­ne Klar­stel­lung für fle­xi­ble Ar­beits­zeit­re­ge­lun­gen for­mu­liert wor­den. Am Frei­tag muss die Gro­ße Ta­rif­kom­mis­si­on der Ge­werk­schaft dem Er­geb­nis noch zu­stim­men.

In Nord­rhein-West­fa­len wol­len die Ta­rif­par­tei­en am 10. De­zem­ber über den Ent­wurf aus dem Süd­wes­ten spre­chen. In dem mit rund 650 000 Be­schäf­tig­te bun­des­weit größ­ten Ta­rif­be­zirk wer­de es aus Sicht der Ge­werk­schaft je­doch nicht um ei­ne kom­plet­te Über­nah­me der Ei­ni­gung ge­hen. Ins­be­son­de­re bei den Zu­schlä­gen wol­le man kei­ne Kür­zun­gen hin­neh­men, sag­te Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­re­rin Sil­ke Zim­mer. In den nächs­ten Ta­gen sind in dem Bun­des­land wei­te­re Warn­streiks ge­plant.

In Hes­sen setz­te Ver­di ge­plan­te Streiks aus. Das Er­geb­nis kön­ne bun­des­weit ei­nen Durch­bruch brin­gen und den Ta­rif­kon­flikt so­fort be­en­den, er­klär­te der hes­si­sche Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Bern­hard Schie­de­rig. Man wol­le da­her ein po­si­ti­ves Zei­chen set­zen. Er for­der­te die Ar­beit­ge­ber auf, die­se "ein­ma­li­ge Chan­ce" bei den im Ta­rif­be­zirk an­ste­hen­den Ver­hand­lun­gen am 11. De­zem­ber zu nut­zen. Es ge­be aber auch deut­li­che Un­ter­schie­de zwi­schen den Ta­rif­wer­ken in Hes­sen und Ba­den-Würt­tem­berg, über die noch ge­spro­chen wer­den müs­se.

Die Ta­rif­ver­hand­lun­gen im Süd­wes­ten hät­ten mit sie­ben Ver­hand­lungs­run­den un­ge­wöhn­lich lan­ge ge­dau­ert, es sei in ei­ner bis­lang nicht be­kann­ten In­ten­si­tät ge­streikt wor­den, sag­te Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Fran­ke. Ei­ner der strit­tigs­ten Punk­te sei die Fra­ge ge­we­sen, wie Re­ga­lauf­fül­ler, die oft über Werk­ver­trä­ge aus­ge­glie­dert wür­den, wie­der in den Ta­rif­ver­trag ge­holt wer­den könn­ten.

Der er­ziel­te Kom­pro­miss se­he nun vor, dass von 2014 an ei­ne neue Lohn­grup­pe mit ei­nem St­un­den­lohn von knapp un­ter zehn Eu­ro ge­schaf­fen wird. "Da­mit wol­len wir den Ta­rif­ver­trag wie­der at­trak­tiv ma­chen", sag­te Ar­beit­ge­ber-Ver­hand­lungs­füh­rer Mer­ten. Die Ta­rif­bin­dung im Ein­zel­han­del lie­ge in­zwi­schen nur noch bei et­was mehr als 40 Pro­zent.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 20. März 2014

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