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Arbeitsrecht aktuell
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Evan­ge­li­sche Kir­che in Deutsch­land (EKD) hält am Streik­ver­bot fest

Die 6. Ta­gung der 11. EKD-Syn­ode in Düs­sel­dorf will auf Ge­werk­schaf­ten zu­ge­hen, aber es bleibt beim Nein zum Streik: Ar­beits­rechts­re­ge­lungs­grund­sät­ze­ge­setz (ARGG-EKD), vom 13.11.2013

28.11.2013. Vor ei­nem Jahr hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­nem Grund­satz­ur­teil deut­lich ge­macht, dass die Kir­chen Streiks in ih­ren Ein­rich­tun­gen ver­bie­ten kön­nen, falls sie den Ge­werk­schaf­ten gleich­zei­tig das Recht ein­räu­men, an der Ge­stal­tung von Ar­beits­ver­trags­richt­li­ni­en (AVR) mit­zu­wir­ken.

Die­se Mög­lich­keit be­stand aber En­de 2012 noch nicht aus­rei­chen­dem Maß, so dass sich die Kir­chen hier be­we­gen muss­ten. Denn oh­ne ei­ne Re­form des kirch­li­chen Ar­beits­rechts hät­ten die Ge­werk­schaf­ten auch kirch­li­che Ein­rich­tun­gen be­strei­ken kön­nen.

Die Evan­ge­li­sche Kir­che in Deutsch­land (EKD) hat da­her auf der sechs­ten Ta­gung ih­rer elf­ten Syn­ode, die vom 07. bis 13.11.2013 in Düs­sel­dorf ab­ge­hal­ten wur­de, die Be­tei­li­gung der Ge­werk­schaf­ten an den kir­chen­ar­beits­recht­li­chen Re­ge­lun­gen durch ein Kir­chen­ge­setz an­er­kannt, gleich­zei­tig aber das Streik­ver­bot be­kräf­tigt: Kir­chen­ge­setz über die Grund­sät­ze zur Re­ge­lung der Ar­beits­ver­hält­nis­se der Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen in der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land und ih­rer Dia­ko­nie (Ar­beits­rechts­re­ge­lungs­grund­sät­ze­ge­setz – ARGG-EKD).

Streikfreiheit contra kirchliche Selbstbestimmung

Streiks sind ein Mit­tel zum Zweck ei­ner ta­rif­ver­trag­li­chen Ei­ni­gung. Da­her sind sie als Teil­as­pekt der in Art. 9 Abs. 3 Grund­ge­setz (GG) ga­ran­tier­ten Ko­ali­ti­ons­frei­heit grund­recht­lich geschützt. Ge­werk­schaf­ten ha­ben da­her ein "Grund­recht auf Streik".

Die Kir­chen hin­ge­gen können auf der Grund­la­ge von Art. 140 GG und Art. 137 Wei­ma­rer Reichs­ver­fas­sung (WRV) selbst darüber ent­schei­den, wie sie die Rechts­be­zie­hun­gen zu ih­ren Ar­beit­neh­mern re­geln. Ein Kern­ele­ment die­ses kirch­li­chen Ar­beits­rechts ist die christ­lich ge­prägte Dienst­ge­mein­schaft, die Streiks ge­ne­rell aus­sch­ließt.

Vor dem Hin­ter­grund die­ses Grund­rechts­kon­flikts hat das BAG mit Ur­teil vom 20.11.2012 (1 AZR 179/11) ent­schie­den,

  • dass das Ver­bot des Streiks ge­gen kirch­li­che Ein­rich­tun­gen trotz der da­ge­gen ge­rich­te­ten Kri­tik der Ge­werk­schaf­ten ver­fas­sungs­gemäß ist,
  • dass die­ses Ver­bot aber nur gilt, wenn die Ge­werk­schaf­ten in die Ver­fah­ren der Fest­set­zung von Ar­beits­be­din­gun­gen "or­ga­ni­sa­to­risch ein­ge­bun­den" sind und wenn die Ver­hand­lungs­er­geb­nis­se für die kirch­li­chen Ar­beit­ge­ber als Min­dest­ar­beits­be­din­gung ver­bind­lich sind.

Über die­ses Ur­teil be­rich­te­ten wir in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 12/360 Streiks in kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen auch bei An­wen­dung des drit­ten Wegs.

Da die bei­den großen christ­li­chen Kir­chen in Deutsch­land die­se bei­den Be­din­gun­gen bis­lang nicht erfüllt ha­ben, wa­ren Streiks auf der Grund­la­ge die­ses BAG-Ur­teils bis­her zulässig. Denn die Ge­werk­schaf­ten wa­ren in die Ver­hand­lun­gen der sog. Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­sio­nen bis­her nicht ein­ge­bun­den, da die von den Kom­mis­sio­nen er­stell­ten Ar­beits­ver­trags­richt­li­ni­en (AVR) viel­mehr oh­ne die Ge­werk­schaf­ten er­stellt wur­den. Und bis­lang konn­ten die kirch­li­chen Ar­beit­ge­ber auch darüber ent­schei­den, ob sie AVR-Re­ge­lun­gen über­haupt an­wen­den oder da­von in Ein­zel­punk­ten ab­wei­chen woll­ten.

Die Kir­chen sind da­her seit No­vem­ber 2012 un­ter Zug­zwang, d.h. sie müssen ihr kirch­li­ches Ar­beits­recht re­for­mie­ren, um wei­ter­hin von dem ge­richt­lich an­er­kann­ten Streik­ver­bot pro­fi­tie­ren zu können.

Die EKD hat vor zwei Wo­chen "ge­lie­fert" und auf der sechs­ten Ta­gung ih­rer elf­ten Syn­ode in Düssel­dorf am 13.11.2013 das Kir­chen­ge­setz über die Grundsätze zur Re­ge­lung der Ar­beits­verhält­nis­se der Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land und ih­rer Dia­ko­nie (Ar­beits­rechts­re­ge­lungs-Grundsätze­ge­setz - ARGG-EKD) ver­ab­schie­det.

Eckpunkte des Arbeitsrechtsregelungsgrundsätzegesetzes (ARGG-EKD)

Das ARGG-EKD gilt für die Ar­beit­neh­mer der evan­ge­li­schen Kir­che und ih­rer dia­ko­ni­schen Ein­rich­tun­gen, d.h. der Ein­rich­tun­gen, die Mit­glie­der der dia­ko­ni­schen Lan­des­verbände sind (§ 1 Abs.1 ARGG-EKD).

Da das ARGG-EKD in den Glied­kir­chen der EKD erst dann ver­bind­lich wird, wenn sie die­sem Ge­setz zu­ge­stimmt bzw. wenn sie es um­ge­setzt ha­ben, können die Lan­des­kir­chen und ih­re dia­ko­ni­schen Wer­ke von dem Getz in Ein­zel­punk­ten ab­wei­chen, müssen bei ih­ren glied­kirch­li­chen Son­der­re­ge­lun­gen al­ler­dings die "Grundsätze" des ARGG-EKD be­ach­ten (§ 1 Abs.2 ARGG-EKD). Das ARGG-EKD hat da­mit den Cha­rak­ter ei­nes Rah­men­ge­set­zes, d.h. es gibt ei­nen all­ge­mei­nen Rah­men vor, in­ner­halb des­sen sich die Kir­chen­ge­set­ze der evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen be­we­gen müssen.

Gleich zu An­fang sei­ner Re­ge­lun­gen schreibt das ARGG-EKD in sei­nem § 3 das Kon­sens­prin­zip fest. Da­nach wer­den die Ar­beits­be­din­gun­gen der Ar­beit­neh­mer evan­ge­li­scher bzw. dia­ko­ni­scher Ein­rich­tun­gen "in ei­nem kir­chenmäßigen Ver­fah­ren im Kon­sens ge­re­gelt". Und das heißt kon­kret:

"Kon­flik­te wer­den in ei­nem neu­tra­len und ver­bind­li­chen Sch­lich­tungs­ver­fah­ren und nicht durch Ar­beits­kampf gelöst."

Für das Ver­fah­ren, in dem die Ar­beits­be­din­gun­gen fest­ge­legt wer­den können, sieht das ARGG-EKD zwei ver­schie­de­ne Möglich­kei­ten vor. Sie ent­spre­chen dem bis­her schon von den Lan­des­kir­chen über­wie­gend prak­ti­zier­ten sog. drit­ten Weg (von Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­sio­nen be­schlos­se­ne AVR) und dem sog. zwei­ten Weg (mit Ge­werk­schaf­ten aus­ge­han­del­te Ta­rif­verträge). Zwi­schen die­sen bei­den Vor­ge­hens­wei­sen können die Lan­des­kir­chen bzw. ih­re dia­ko­ni­schen Wer­ke wählen.

In bei­den Fällen müssen die aus­ge­han­del­ten Ar­beits­be­din­gun­gen als Un­ter­gren­ze für die Ar­beit­ge­ber­sei­te ver­bind­lich sein. Hier­zu heißt es in § 4 Sätze 2 bis 4 ARGG-EKD:

"Für die Ar­beits­verträge sind die ent­we­der im Ver­fah­ren der Ar­beits­rechts­re­ge­lun­gen durch Ar­beits­recht­li­che Kom­mis­sio­nen oder im Ver­fah­ren kir­chenmäßiger Ta­rif­verträge ge­trof­fe­nen Re­ge­lun­gen ver­bind­lich. Auf die­ser Grund­la­ge ge­trof­fe­ne Ar­beits­rechts­re­ge­lun­gen sind für den Dienst­ge­ber ver­bind­lich. Von ih­nen darf nicht zu Las­ten der Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen ab­ge­wi­chen wer­den."

Mit die­ser Vor­schrift, die dem sog. Güns­tig­keits­prin­zip des § 4 Abs.3 Ta­rif­ver­trags­ge­setz (TVG) ent­spricht, trägt das ARGG-EKD ei­ner der vom BAG mit Ur­teil vom 20.11.2012 (1 AZR 179/11 - Leit­satz) auf­ge­stell­ten For­de­run­gen Rech­nung, dass nämlich die in den kir­chenmäßigen Ver­fah­ren fest­ge­setz­ten ge­ne­rel­len Ar­beits­be­din­gun­gen "für die Dienst­ge­ber­sei­te als Min­dest­ar­beits­be­din­gung ver­bind­lich" sein müssen.

Arbeitsrechtsregelung durch Arbeitsrechtliche Kommissionen oder "kirchenmäßige Tarifverträge" - wo liegen die Unterschiede?

Für die "kir­chenmäßige Ar­beits­rechts­re­ge­lung durch Ar­beits­recht­li­che Kom­mis­sio­nen" gel­ten die §§ 6 bis 12 ARGG-EKD. Da­nach wer­den Ar­beits­be­din­gun­gen nicht durch Ta­rif­verträge, son­dern wie bis­her im Rah­men des sog. drit­ten We­ges durch sog. Ar­beits­recht­li­che Kom­mis­sio­nen fest­ge­legt, die da­bei tra­di­tio­nell sog. AVR be­sch­ließen.

AVR sind vom Auf­bau und ih­ren In­hal­ten her mit Ta­rif­verträgen ver­gleich­bar, sind aber in­ner­kirch­li­che Re­ge­lun­gen und da­her kei­ne Ta­rif­verträge im Sin­ne des TVG. Das hat zur Fol­ge, dass in AVR ent­hal­te­ne Re­ge­lun­gen nicht zu Las­ten der Ar­beit­neh­mer von ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen ab­wei­chen können, wenn das Ge­setz ei­ne sol­che Ab­wei­chungsmöglich­keit für Ta­rif­verträge vor­sieht.

AVR wer­den von Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­sio­nen be­schlos­sen, die un­ter ei­nem neu­tra­len Vor­sit­zen­den pa­ritätisch von Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern und Ar­beit­ge­ber­ver­tre­tern be­setzt sind. Kommt ei­ne Ei­ni­gung nicht zu­stan­de, ent­schei­det ein eben­falls pa­ritätisch un­ter neu­tra­lem Vor­sitz be­setz­ter Sch­lich­tungs­aus­schuss. Im Sch­lich­tungs­aus­schuss hat der neu­tra­le Vor­sit­zen­de Stimm­recht, d.h. sei­ne Stim­me gibt letzt­lich den Aus­schlag.

Neu an den Vor­schrif­ten des ARGG-EKD ist die aus­drück­li­che Ein­be­zie­hung der Ge­werk­schaf­ten. Hier­zu sieht § 8 Abs.1 Satz 1 ARGG-EKD vor, dass die Ar­beit­neh­mer­sei­te der Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­sio­nen durch Ge­werk­schaf­ten und Mit­ar­bei­ter­verbände be­setzt wird.

Al­ler­dings können die lan­des­kirch­li­chen Re­ge­lun­gen ab­wei­chend da­von vor­se­hen, dass ne­ben Ver­tre­tern von Ge­werk­schaf­ten und Mit­ar­bei­ter­verbänden auch Ver­tre­ter von Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tun­gen (MAVs) auf der Ar­beit­neh­mer­bank sit­zen. Im nicht­kirch­li­chen Be­reich würde das be­deu­ten, dass über Ta­rif­verträge nicht al­lein Ge­werk­schafts­ver­tre­ter, son­dern da­ne­ben auch Be­triebsräte ver­han­deln.

Ist die Ar­beit­neh­mer­bank auch mit MAV-Ver­tre­tern be­setzt, schreibt § 8 Abs.1 Satz 3 ARGG-EKD vor, dass den Ge­werk­schaf­ten und Mit­ar­bei­ter­verbänden "ei­ne an­ge­mes­se­ne An­zahl von Sit­zen zu­steht".

Darüber hin­aus schreibt § 8 Abs.3 ARGG-EKD vor, dass mehr als die Hälf­te der von Ge­werk­schaf­ten und Mit­ar­bei­ter­verbänden in die Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­sio­nen ent­sand­ten Ver­tre­ter "be­ruf­lich im kirch­li­chen oder dia­ko­ni­schen Dienst tätig sein" muss.

Für die "kir­chenmäßige Ar­beits­rechts­re­ge­lung durch Ta­rif­ver­trag" gel­ten die §§ 13 und 14 ARGG-EKD. Hier wird zusätz­lich zu dem be­reits in § 3 Satz ARGG-EKD ent­hal­te­nen Ar­beits­kampf­ver­bot noch­mals klar­ge­stellt, dass "kir­chenmäßige Ta­rif­verträge (...) ei­ne un­ein­ge­schränk­te Frie­dens­pflicht vor­aus(set­zen)".

An­ders als bei der Rechts­set­zung durch die Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­sio­nen ver­han­deln da­bei auf der Ar­beit­neh­mer­sei­te von vorn­her­ein nur die Ge­werk­schaf­ten. Kommt es zu kei­ner Ei­ni­gung, ent­schei­det wie bei der Rechts­set­zung durch Ar­beits­recht­li­che Kom­mis­sio­nen der Sch­lich­tungs­aus­schuss un­ter neu­tra­lem Vor­sitz.

Fazit: Umsetzung des BAG-Urteils vom 20.11.2012 - und nicht mehr

Da das von den Kir­chen im­mer mit Nach­druck ver­tre­te­ne Ver­bot von Streiks ge­gen ih­re Ein­rich­tun­gen vom BAG mit Ur­teil vom 20.11.2012 (1 AZR 179/11) ab­ge­seg­net wor­den war, ist es nicht ver­wun­der­lich, dass das ARGG-EKD das Streik­ver­bot noch­mals be­kräftigt. Ei­ne an­de­re Po­si­ti­on zu die­sem The­ma war auf­grund des BAG-Ur­teils von vorn­her­ein nicht zu er­war­ten.

Al­ler­dings muss­te die EKD in den o.g. an­de­ren Hin­sich­ten "lie­fern", d.h. die Ge­werk­schaf­ten in das Ver­fah­ren vor den Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­sio­nen ein­be­zie­hen und außer­dem si­cher­stel­len, dass die auf dem drit­ten Weg zu­stan­de ge­kom­me­nen Re­ge­lun­gen für die Ar­beit­ge­ber­sei­te als Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen ver­bind­lich sind. Bei­de For­de­run­gen des BAG fin­den sich in den Re­ge­lun­gen des ARGG-EKD zwar wie­der, doch ist die Be­tei­li­gung der Ge­werk­schaf­ten an der Tätig­keit der Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­sio­nen auf ein Mi­ni­mum be­schränkt.

Zu­min­dest hätte man nämlich er­war­ten können, dass den Ge­werk­schaf­ten ein be­stimm­ter An­teil von z.B. 30 oder 50 Pro­zent der Sit­ze auf der Ar­beit­neh­mer­bank zu­ge­stan­den wird. Statt des­sen heißt es § 8 Abs.1 Satz 3 ARGG-EKD ne­bulös, den Ge­werk­schaf­ten sei bei Ein­be­zie­hung von MAV-Ver­tre­tern "ei­ne an­ge­mes­se­ne An­zahl von Sit­zen" zu­zu­wei­sen. Was das heißt, bleibt of­fen.

Außer­dem hätte ei­ne fai­re Ein­be­zie­hung der Ge­werk­schaf­ten in die Ver­hand­lun­gen der Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­sio­nen auch be­deu­tet, dass es den Ge­werk­schaf­ten frei steht, wen sie ent­sen­den wol­len. Auch an die­ser Stel­le gängelt das ARGG-EKD die Ge­werk­schaf­ten, in­dem § 8 Abs.3 ARGG-EKD vor­schreibt, dass mehr als die Hälf­te (!) der Ge­werk­schafts­ver­tre­ter im kirch­li­chen oder dia­ko­ni­schen Dienst ar­bei­ten muss.

Zu­sam­men mit dem ARGG-EKD hat die Syn­ode am 13.11.2013 ei­nen "Be­schluss zum kirch­li­chen Ar­beits­recht" veröffent­licht, der deut­lich macht, was sich die EKD von dem Ge­setz ver­spricht. In die­sem Be­schluss heißt es, das o.g. BAG-Ur­teil ha­be

"das kirch­li­che Ar­beits­recht in sei­nen Grundsätzen bestätigt. Gleich­zei­tig hat das Ge­richt Dia­ko­nie und Kir­che den Auf­trag ge­ge­ben si­cher­zu­stel­len, dass Ab­schlüsse ar­beits­recht­li­cher Kom­mis­sio­nen ver­bind­lich sind, dass ei­ne un­abhängi­ge Sch­lich­tung exis­tiert und dass die Ge­werk­schaf­ten struk­tu­rell be­tei­ligt wer­den."

Die­sem "Auf­trag" kommt das ARGG-EKD mit deut­li­chem Wi­der­wil­len nach. Die vom BAG vor­ge­ge­be­ne Ein­be­zie­hung der Ge­werk­schaf­ten kommt nicht von Her­zen, son­dern bleibt ein Lip­pen­be­kennt­nis. § 8 ARGG-EKD ist so ge­strickt, dass Ver­hand­lun­gen auf fach­lich glei­cher Au­genhöhe in den Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­sio­nen möglichst nicht statt­fin­den sol­len.

Aber dar­in be­steht auch nicht das Ziel des Ge­set­zes, das of­fen­bar nur das Streik­ver­bot in kirch­li­chen und dia­ko­ni­schen Ein­rich­tun­gen "ju­ris­tisch was­ser­dicht" ab­si­chern soll. An­ge­sichts der Re­ge­lun­gen des ARGG-EKD ist nicht recht nach­voll­zieh­bar, wie die EKD zu der selbst­gefälli­gen Be­wer­tung kommt, man ge­he mit die­sem Ge­setz auf die Ge­werk­schaf­ten zu.

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Letzte Überarbeitung: 23. September 2016

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