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EVG for­dert bis zu 7 Pro­zent mehr Geld für Bahn-Be­schäf­tig­te

Bei der Bahn steht wie­der ei­ne kom­pli­zier­te Ta­rif­run­de an: Es geht nicht nur ums Geld, son­dern auch um die Ar­beits­zeit. Und um ei­ne un­ge­wöhn­li­che Ge­werk­schafts­for­de­rung

29.09.2016. (dpa) - Die Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) for­dert in den an­ste­hen­den Bahn-Ta­rif­ver­hand­lun­gen bis zu 7 Pro­zent mehr Geld für die Be­schäf­tig­ten.

Das er­gibt sich aus ei­nem Be­schluss, den die Ge­werk­schaft am Mitt­woch in Ful­da fass­te.

Er sieht ei­ne Lohn­er­hö­hung von 4,5 Pro­zent vor.

Dar­über hin­aus sol­len die Mit­glie­der je­weils für sich ent­schei­den kön­nen, ob sie sechs Ta­ge mehr Ur­laub, ei­ne St­un­de we­ni­ger Wo­chen­ar­beits­zeit oder wei­te­re 2,5 Pro­zent mehr Geld wol­len.

"Ei­ne sol­che Wahl­mög­lich­keit hat es so noch nie ge­ge­ben. Da­mit schrei­ben wir Ta­rif­ge­schich­te", be­merk­te EVG-Ver­hand­lungs­füh­re­rin Re­gi­na Rusch-Ziem­ba. "Un­se­re Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen wer­den selbst ent­schei­den kön­nen, ob sie mehr Geld, we­ni­ger Ar­beit oder mehr Ur­laub wol­len."

Die Bahn hat­te die Ge­werk­schaf­ten zu­vor zur Mä­ßi­gung auf­ge­ru­fen. Er wün­sche sich wirt­schaft­li­ches Au­gen­maß, sag­te Per­so­nal­vor­stand Ul­rich We­ber der "Rhei­ni­schen Post" (Mitt­woch). "Da For­de­run­gen nie Er­geb­nis­se sind, wä­ren vier Pro­zent al­lei­ne et­was, über das sich al­lei­ne zwar strei­ten, aber ver­han­deln lie­ße. Al­ler­dings wol­len die Ge­werk­schaf­ten weit mehr, und das wer­den wir ge­nau prü­fen."

Der letz­te Ta­rif­kon­flikt bei der Bahn liegt 15 Mo­na­te zu­rück. Es war der här­tes­te in der Ge­schich­te des Staats­kon­zerns, denn die Lok­füh­rer leg­ten neun Mal die Ar­beit nie­der. Doch wäh­rend die EVG am Mitt­woch schon vor der ers­ten Ver­hand­lungs­run­de deut­lich mach­te, dass sie "zu al­lem ent­schlos­sen" sei, hat­te der Vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL), Claus We­sels­ky, die­ses Mal be­tont: "Wir wol­len ver­han­deln, nicht strei­ken." We­ber hob am Mitt­woch her­vor, es sei Zeit für ei­ne nor­ma­le Ta­rif­run­de mit Er­geb­nis­sen am Ver­hand­lungs­tisch.

Die Ver­hand­lun­gen mit der GDL be­gin­nen am 10. Ok­to­ber in Ber­lin, der Auf­takt mit der EVG ist am 17. Ok­to­ber in Frank­furt ge­plant. Ver­han­delt wird ins­ge­samt für rund 150.000 Be­schäf­tig­te in Deutsch­land. Die Bahn will in­halts­glei­che Ab­schlüs­se mit den kon­kur­rie­ren­den Ge­werk­schaf­ten er­rei­chen. "Je­der Über­bie­tungs­wett­be­werb von Ge­werk­schaf­ten in ei­nem Be­trieb scha­det", warn­te We­ber. In der "Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung" (Mitt­woch) zeig­te er sich of­fen für in­di­vi­du­el­le Ar­beits­zeit­mo­del­le.

Die EVG hat­te für ih­re Ta­rif­for­de­rung ih­re Mit­glie­der be­fragt, je­doch kein ein­deu­ti­ges Mei­nungs­bild für ei­ne all­ge­mei­ne For­de­rung ge­ge­ben. The­men der Ta­rif­run­de sol­len auch Wei­ter­bil­dung und Al­ters­vor­sor­ge sein.

Die GDL for­dert vier Pro­zent mehr Geld und dar­über hin­aus Ent­las­tun­gen für ih­re Mit­glie­der. Da­zu strebt sie Än­de­run­gen bei der Ent­gelt­struk­tur, Zu­la­gen und Ar­beits­zeit­re­ge­lun­gen an. Auf wie viel Pro­zent sich die Ge­samt­for­de­rung sum­miert, ließ die Lok­füh­rer-Ge­werk­schaft an­ders als die EVG bis­lang of­fen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 15. Oktober 2016

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