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15/052a Ei­ni­gung auf Kar­stadt-Sa­nie­rungs­pro­gramm: We­ni­ger Kün­di­gun­gen

Mo­na­te­lang ha­ben die Kar­stadt-Kon­zern­füh­rung und der Be­triebs­rat über ein Sa­nie­rungs­pro­gramm ver­han­delt: Jetzt sol­len so­zi­al­ver­träg­li­che Maß­nah­men und ei­ne Be­schäf­ti­gungs­ge­sell­schaft den Stel­len­ab­bau er­träg­li­cher ma­chen

23.02.2015. (dpa) - Bei der Sa­nie­rung der an­ge­schla­ge­nen Wa­ren­haus­ket­te Kar­stadt ist der Weg frei für ei­nen Stel­len­ab­bau.

Der Be­triebs­rat konn­te aber nach ei­ge­nen An­ga­ben in Ver­hand­lun­gen die Zahl der ge­plan­ten Kün­di­gun­gen deut­lich ver­rin­gern.

Ver­ein­bart wur­den et­wa Al­ters­teil­zeit- und Vor­ru­he­stands­re­ge­lun­gen.

Des­halb ha­be sich die Zahl der zu er­war­ten­den Ent­las­sun­gen von ur­sprüng­lich 2750 auf 1400 qua­si hal­biert, be­rich­te­te der Ge­samt­be­triebs­rats­vor­sit­zen­de Hell­mut Pat­zelt am Sams­tag.

Das Un­ter­neh­men selbst woll­te sich nicht zu kon­kre­ten Zah­len äu­ßern, be­stä­tig­te aber die Ei­ni­gung und sprach von ei­nem "Durch­bruch" beim Sa­nie­rungs­pro­gramm.

Ar­beit­neh­mer und Kon­zern­füh­rung hat­ten in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten im Zu­ge der Sa­nie­rungs­be­mü­hun­gen über ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich und ei­nen So­zi­al­plan ver­han­delt. Kar­stadt be­ton­te, mit dem nach har­ten Ver­hand­lun­gen er­ziel­ten Kom­pro­miss sei das Un­ter­neh­men ei­nen ent­schei­den­den Schritt wei­ter ge­kom­men und lie­ge bei den Sa­nie­rungs­be­mü­hun­gen hun­dert­pro­zen­tig im Zeit­plan. Pat­zelt be­ton­te, er sei mit dem Er­geb­nis un­ter den ge­ge­be­nen Um­stän­den "sehr zu­frie­den".

Kon­zern­füh­rung und Ar­beit­neh­mer ver­stän­dig­ten sich dar­auf, für die von Kün­di­gun­gen be­trof­fe­nen Mit­ar­bei­ter ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft ein­zu­rich­ten, um sie wei­ter­zu­qua­li­fi­zie­ren. Auch bei den hef­tig kri­ti­sier­ten Plä­nen, spe­zia­li­sier­te Ser­vice­teams für die Wa­ren­ver­sor­gung zu bil­den, sei ei­ne Ei­ni­gung er­zielt wor­den, be­rich­te­te das Un­ter­neh­men. Die Ge­werk­schaft hat­te des­we­gen Lohn­ein­bu­ßen be­fürch­tet. Hier setzt Kar­stadt nun auf Frei­wil­lig­keit und Fluk­tua­ti­on.

Än­de­rungs­kün­di­gun­gen und Ab­grup­pie­run­gen wer­de es nicht ge­ben, ver­si­cher­te der Kon­zern. Den­noch kön­ne Kar­stadt da­mit wirt­schaft­lich ver­tret­bar sei­nen Be­ra­tungs- und Ser­vice­an­spruch mas­siv aus­bau­en. Ge­samt­be­triebs­rats­chef Pat­zelt for­der­te, nun sei es Auf­ga­be des Ma­nage­ments, mit dem ope­ra­ti­ven Ge­schäft da­für zu sor­gen, dass in den Ge­schäf­ten wie­der Geld ver­dient wer­de.

Der neue Kar­stadt-Chef Ste­phan Fan­derl hat­te be­reits kurz nach der Über­nah­me der Wa­ren­haus­ket­te durch den ös­ter­rei­chi­schen Im­mo­bi­li­en­in­ves­tor Re­né Ben­ko an­ge­kün­digt, das an­ge­schla­ge­ne Un­ter­neh­men mit har­ter Hand sa­nie­ren zu wol­len. Be­reits im Ok­to­ber hat­te Fan­derl für die­ses Jahr die Schlie­ßung von sechs Fi­lia­len an­ge­kün­digt. Be­trof­fen sind zwei klas­si­sche Wa­ren­häu­ser in Ham­burg-Billstedt und Stutt­gart, die Fi­lia­len der auf jun­ge Mo­de spe­zia­li­sier­ten Ket­te "K-Town" in Köln und Göt­tin­gen so­wie die Schnäpp­chen­märk­te des Kon­zerns in Pa­der­born und Frank­furt/Oder. Au­ßer­dem sol­len in den Fi­lia­len und in der Es­se­ner Zen­tra­le zahl­rei­che Stel­len ab­ge­baut wer­den.

Denn auch nach dem Ein­stieg Ben­kos kämpft die Wa­ren­haus­ket­te wei­ter­hin mit sin­ken­den Um­sät­zen. Im wich­ti­gen Weih­nachts­ge­schäft blie­ben die Ver­käu­fe deut­lich un­ter dem Vor­jah­res­ni­veau.

Am kom­men­den Diens­tag sol­len nun die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die Kar­stadt-Be­schäf­tig­ten fort­ge­setzt wer­den. Das Un­ter­neh­men dräng­te in der Ver­gan­gen­heit auf ei­nen wei­te­ren Sa­nie­rungs­bei­trag der Ar­beit­neh­mer in Form ei­nes Ver­zichts auf Ur­laubs- und Weih­nachts­geld so­wie län­ge­re Ar­beits­zei­ten.

Ver­di aber lehnt wei­te­re Ein­spa­run­gen auf Kos­ten der Mit­ar­bei­ter ab. Ver­di-Spre­che­rin Eva Völ­pel sag­te, Kar­stadt ha­be bis­her vor al­lem an der Per­so­nal­kos­ten­schrau­be ge­dreht. Jetzt müs­se es end­lich um die Fra­ge ge­hen, mit wel­chen Kon­zep­ten das Un­ter­neh­men die Um­sät­ze wie­der stei­gern kön­ne. Auch ei­ne Re­du­zie­rung der Mie­ten für die Wa­ren­häu­ser sei bis­her vom Un­ter­neh­men ver­nach­läs­sigt wor­den.

Bei den Ta­rif­ver­hand­lun­gen will Ver­di Stand­ort- und Be­schäf­ti­gungs­ga­ran­ti­en, so­wie ei­ne mög­lichst ra­sche Rück­kehr des Un­ter­neh­mens in die Ta­rif­bin­dung er­rei­chen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 5. Dezember 2016

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