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Ein­kom­men in Deutsch­land un­gleich ver­teilt

Die Un­gleich­heit in Deutsch­land hat auf län­ge­re Sicht zu­ge­nom­men - zu­letzt sta­gnier­te die un­glei­che Ver­mö­gens­ver­tei­lung aber: Ge­werk­schaf­ten und Lin­ke hal­ten das Steu­er­sys­tem für un­ge­recht

26.01.2016. (dpa) - Die Un­gleich­heit bei der Ver­tei­lung des Ver­mö­gens in Deutsch­land hat in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren zu­ge­nom­men.

So ver­füg­ten die obe­ren zehn Pro­zent der Haus­hal­te nach den jüngs­ten Da­ten 2013 über 51,9 Pro­zent des Net­to­ver­mö­gens, zehn Jah­re zu­vor wa­ren es noch 49,4 Pro­zent.

Die un­te­ren 50 Pro­zent der Haus­hal­te ver­füg­ten 2013 nur über 1 Pro­zent des Net­to­ver­mö­gens, 2003 wa­ren es noch 2,6 Pro­zent.

Die­se vom Bun­des­so­zi­al­mi­nis­te­ri­um im In­ter­net ver­öf­fent­lich­ten Da­ten nann­te zu­erst die "Pas­sau­er Neue Pres­se" (Mon­tag).

Ver­gleicht man jüngs­ten Zah­len mit de­nen von 1998, wer­den die Un­ter­schie­de noch deut­li­cher. Da­mals ver­füg­ten die reichs­ten zehn Pro­zent "nur" über 45,1 Pro­zent des Ver­mö­gens, die un­te­ren 50 Pro­zent über 2,9 Pro­zent.

Al­ler­dings dreh­te sich der Trend bei den reichs­ten Haus­hal­ten zu­letzt um. 2008 hat­ten sie noch ei­nen Pro­zent­punkt mehr des Net­to­ver­mö­gens als 2013, näm­lich 52,9 Pro­zent. Die un­te­ren zehn Pro­zent der Haus­hal­te hat­ten 2008 noch 1,2 Pro­zent. Die Da­ten wer­den al­le fünf Jah­re vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt er­ho­ben.

Die Zah­len sol­len in den Fünf­ten Ar­muts- und Reich­tums­be­richt ein­ge­hen, der laut Mi­nis­te­ri­um vor­aus­sicht­lich in die­sem Jahr vor­ge­legt wer­den soll. Öf­fent­lich ver­füg­bar ha­be das Mi­nis­te­ri­um die Zah­len be­reits im ver­gan­ge­nen Mai ge­macht, so ein Spre­cher.

DGB-Vor­stands­chef Rei­ner Hoff­mann mach­te ei­ne un­ge­rech­te Steu­er­po­li­tik für die Sche­re zwi­schen Arm und Reich mit­ver­ant­wort­lich. Ka­pi­tal­ein­künf­te wür­den zu ge­ring be­steu­ert, Ar­beits­lohn zu hoch, sag­te er am Mon­tag in Ber­lin.

Die Lin­ken-Frak­ti­ons­vi­ze Sa­bi­ne Zim­mer­mann sag­te der Zei­tung: "In Deutsch­land fin­det ei­ne enor­me Um­ver­tei­lung von un­ten nach oben statt." Sie for­der­te ei­ne Mil­lio­närs­steu­er, bei der die ers­te Mil­li­on des Ver­mö­gens steu­er­frei bleibt und dann fünf Pro­zent Steu­ern er­ho­ben wer­den. Der Prä­si­dent des So­zi­al­ver­bands Deutsch­land, Adolf Bau­er, for­der­te, das Pro­blem der Un­gleich­heit auf die po­li­ti­sche Ta­ges­ord­nung zu set­zen.

"Es wird bes­ser statt schlim­mer", be­ton­te hin­ge­gen das ar­beit­ge­ber­na­hen In­sti­tut der deut­schen Wirt­schaft mit Blick auf den Ver­gleich 2008-2013 und wei­te­re Da­ten. Die un­glei­che Ver­tei­lung der Ver­mö­gen ha­be eher ab­ge­nom­men.

Im­mer wie­der wer­den auch die reichs­ten Men­schen in Deutsch­land ge­nannt. So bleibt die In­dus­tri­el­len­fa­mi­lie Quandt nach ei­nem Ar­ti­kel des "Ma­na­ger Ma­ga­zins" vom Ok­to­ber die reichs­te. Auf Platz zwei der Lis­te fol­gen Ge­org und Ma­ria-Eli­sa­beth Scha­eff­ler, Ei­gen­tü­mer des gleich­na­mi­gen Ma­schi­nen­bau­ers und Groß­ak­tio­nä­re beim Au­to­zu­lie­fe­rer Con­ti­nen­tal. Die Al­di-Ei­gen­tü­mer sind als einst­mals reichs­te Deut­sche auf der Rang­lis­te der Su­per­rei­chen et­was ab­ge­rutscht.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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