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Ein­zel­han­del: Ver­di kün­digt hei­ßen Herbst an

Seit Ju­ni kommt es im Ein­zel­han­del in Sach­sen, Sach­sen-An­halt und Thü­rin­gen im­mer wie­der zu Warn­streiks: Doch die Fron­ten zwi­schen Ar­beit­ge­bern und Ge­werk­schaft blei­ben ver­här­tet. Ver­di droht mit ei­nem hei­ßen Herbst - die Ar­beit­ge­ber re­agie­ren ge­las­sen

05.09.2013. (dpa) - Im Ta­rif­kon­flikt des Ein­zel­han­dels in Sach­sen, Sach­sen-An­halt und Thü­rin­gen sind die Fron­ten wei­ter ver­här­tet.

Mit­ar­bei­ter ei­ner Dres­de­ner Markt­kauf-Fi­lia­le leg­ten am Mitt­woch zum vor­läu­fig letz­ten Mal die Ar­beit nie­der.

In die­ser Wo­che sei­en ins­ge­samt kei­ne wei­te­ren Warn­streiks ge­plant, sag­te der Ver­hand­lungs­füh­rer der Ge­werk­schaft Ver­di, Jörg Lau­en­roth-Ma­go.

Von ei­ner Aus­set­zung des Ar­beits­kamp­fes kön­ne je­doch kei­ne Re­de sein.

Er warf den Ar­beit­ge­bern Blo­cka­de­hal­tung vor und kün­dig­te ei­nen "hei­ßen Herbst" an. Die Ar­beit­ge­ber­sei­te wies die Vor­wür­fe als "Un­sinn" zu­rück.

"Hier wird ein Hor­ror­sze­na­rio ver­brei­tet", sag­te Eber­hard Lu­cas, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Han­dels­ver­ban­des Sach­sen und des Han­dels­ver­ban­des Mit­tel­deutsch­land. Die Ge­werk­schaft selbst ha­be die "Axt an die Ta­rif­po­li­tik ge­legt", weil sie sich ei­ner Struk­tur­re­form des Ta­rif­ver­tra­ges wi­der­set­ze und zu­nächst nur über ei­ne Er­hö­hung der Be­zü­ge ver­han­deln wol­le.

Ver­di for­dert für die 265 000 Be­schäf­tig­ten rück­wir­kend zum 1. Ju­ni ei­nen Eu­ro mehr pro St­un­de und ei­ne hö­he­re Aus­bil­dungs­ver­gü­tung. Der Han­dels­ver­band hat­te ei­ne An­he­bung der Löh­ne und Ge­häl­ter zum 1. Sep­tem­ber um 2,5 Pro­zent und in ei­nem zwei­ten Schritt zum 1. Ju­ni 2014 um 1,5 Pro­zent an­ge­bo­ten, was Ver­di ab­lehnt.

"Ei­ne Er­hö­hung soll es nach dem Wil­len der Ar­beit­ge­ber nur ge­ben, wenn gleich­zei­tig Ver­schlech­te­run­gen ver­ein­bart wer­den", sag­te Lau­en­roth-Ma­go und ver­wies et­wa auf den Weg­fall von Zu­schlä­gen für Nacht­ar­beit. Es kön­ne aber nicht sein, dass die Ar­beit­neh­mer ih­re Lohn­er­hö­hun­gen selbst fi­nan­zie­ren.

Lu­cas ar­gu­men­tier­te, dass es den Ar­beit­ge­bern um die Ein­füh­rung ei­ner neu­en Ta­rif­grup­pe für die so­ge­nann­ten "Re­ga­lauf­fül­ler", die in den frü­hen Mor­gen­stun­den tä­tig sei­en, ge­he. Die­se soll­ten in der Tat kei­ne Zu­schlä­ge für die nächt­li­che Tä­tig­keit er­hal­ten, aber mit über 8,50 pro St­un­de im­mer noch mehr als den ge­for­der­ten staat­li­chen Min­dest­lohn er­hal­ten. Au­ßer­dem sol­le die Re­ge­lung nur bei Neu­ein­stel­lun­gen gel­ten. "Nie­man­dem wird et­was weg­ge­nom­men", sag­te Lu­cas. Von ei­ner "Bil­lig­l­ohn­grup­pe" kön­ne nicht die Re­de sein.

Den Ver­lauf des schon seit Ju­ni an­dau­ern­den Ar­beits­kamp­fes be­ur­teil­te Lu­cas ge­las­sen. "Bis­her sind die Un­ter­neh­men kaum da­von be­las­tet." Die nächs­te Ver­hand­lungs­ru­ne er­war­tet er Mit­te Ok­to­ber. "Vor der Bun­des­tags­wahl hat das oh­ne­hin kei­nen Zweck", sag­te er.

Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Lau­en­roth-Ma­go will den Druck da­ge­gen wei­ter er­hö­hen. "Soll­ten die Ar­beit­ge­ber ih­re Blo­cka­de­hal­tung bei­be­hal­ten, kann man im Ein­zel­han­del von ei­nem hei­ßen Herbst aus­ge­hen, auch bun­des­weit", kün­dig­te er an. Man be­rei­te be­reits die nächs­ten Warn­streiks vor. Wann und wo sie statt­fin­den sol­len, ließ er of­fen. Den bis­he­ri­gen Ver­lauf des Ar­beits­kamp­fes bi­lan­zier­te Lau­en­roth-Ma­go po­si­tiv, da im­mer mehr Be­trie­be hin­zu­ge­kom­men sei­en. "Ich ge­he da­von aus, dass wir mit län­ge­rer Dau­er stär­ker wer­den."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

 

Letzte Überarbeitung: 17. Dezember 2013

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