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En­de mit Schre­cken: 1.000 P+S-Mit­ar­bei­ter wer­den ar­beits­los

Lan­ge ha­ben die frü­he­ren P+S-Schiff­bau­er ge­hofft - doch nun bleibt ih­nen der Schritt in die Ar­beits­lo­sig­keit nicht er­spart: In zwei Ta­gen läuft die Trans­fer­ge­sell­schaft aus. Fast 1000 Ar­bei­ter ste­hen dann in Wol­gast und Stral­sund oh­ne Job da

29.10.2013. (dpa) - Die Plei­te der vor­pom­mer­schen P+S-Werf­ten in Stral­sund und Wol­gast schlägt jetzt zeit­ver­zö­gert mit vol­ler Wucht auf den Ar­beits­markt durch.

Knapp 1000 Mit­ar­bei­ter der P+S-Trans­fer­ge­sell­schaft ha­ben sich zum 1. No­vem­ber 2013 ar­beits­los ge­mel­det.

Nach An­ga­ben der zu­stän­di­gen Ar­beits­agen­tu­ren vom Diens­tag sind im Be­reich Stral­sund von No­vem­ber an 686 ehe­ma­li­ge P+S-Ar­bei­ter ar­beits­los ge­mel­det, im Be­reich Wol­gast/Greifs­wald wei­te­re 291.

"Es ist sehr scha­de und tra­gisch für die Be­trof­fe­nen, dass es bis zum En­de der Trans­fer­ge­sell­schaft nicht ge­lun­gen ist, für die Werft in Stral­sund ei­nen In­ves­tor zu fin­den", sag­te der IG-Me­tall- Be­voll­mäch­tig­te Gui­do Frösch­ke.

Die P+S-Werf­ten mit einst 1750 Mit­ar­bei­tern hat­ten En­de Au­gust 2012 we­gen Zah­lungs­un­fä­hig­keit In­sol­venz be­an­tragt. Gut zwei Mo­na­te spä­ter star­te­te die auf ein Jahr be­fris­te­te Trans­fer­ge­sell­schaft, mit der die von der Plei­te be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer an den Stand­or­ten ge­hal­ten und für den Ar­beits­markt fit ge­macht wer­den soll­ten. Das Land stell­te für die Auf­fang­ge­sell­schaft, die am 31. Ok­to­ber aus­läuft, rund 25 Mil­lio­nen Eu­ro be­reit.

Die IG Me­tall hofft, dass es bis Jah­res­en­de zum Ver­kauf des Stral­sun­der Schiff­bau­be­trie­bes kommt. Wirt­schafts­mi­nis­ter Har­ry Gla­we (CDU) sag­te zu den Ver­kaufs­ver­hand­lun­gen: "Spe­ku­la­tio­nen hel­fen nicht wei­ter. Ent­schei­dend ist, dass ein Käu­fer ge­fun­den wird." Wich­tig für das Land sei, dass Ar­beits­plät­ze er­hal­ten blie­ben und dass es ei­ne Fort­füh­rungs­per­spek­ti­ve vor Ort ge­be.

Mit­te No­vem­ber kommt der Gläu­bi­ger­aus­schuss zu sei­ner nächs­ten Sit­zung zu­sam­men. Frü­hes­tens dann kann auch über ein Kauf­an­ge­bot ent­schie­den wer­den. In­sol­venz­ver­wal­ter Bert­hold Brink­mann ist nach An­ga­ben ei­nes Spre­chers in stän­di­gen Ver­hand­lun­gen mit meh­re­ren In­ter­es­sen­ten. Aus dem Um­feld des Gläu­bi­ger­aus­schus­ses hieß es, dass es bis­lang aber kein zu­frie­den­stel­len­des An­ge­bot gibt.

Die ar­beits­lo­sen Schiff­bau­er wer­den vom 1. No­vem­ber an zu­nächst Ar­beits­lo­sen­geld 1 be­zie­hen, das sind 60 be­zie­hungs­wei­se 67 Pro­zent des letz­ten auf der Werft be­zo­ge­nen Net­to­ent­gel­tes.

Dass trotz der gu­ten über­re­gio­na­len Fach­kräf­te­nach­fra­ge nun doch fast 1000 Ar­bei­ter in die Ar­beits­lo­sig­keit ge­hen, füh­ren Ex­per­ten der Ar­beits­agen­tu­ren auf meh­re­re Grün­de zu­rück. "Die Be­wer­ber ha­ben sich zu lan­ge sehr zu­rück­hal­tend bei Ar­beits­an­ge­bo­ten ver­hal­ten", hieß es aus der Ar­beits­agen­tur Wol­gast. Dort hof­fen noch vie­le auf ei­ne Über­nah­me durch die Bre­mer Lürs­sen-Grup­pe und in Stral­sund auf ei­nen zeit­na­hen Ver­kauf der Werft.

Zu­dem ist das Ar­beits­lo­sen­geld 1, das in Ein­zel­fäl­len bis zu zwei Jah­re ge­zahlt wer­den kann, für die Werft­ar­bei­ter im Ver­gleich zu Ar­beits­lo­sen aus an­de­ren Bran­chen ver­gleichs­wei­se hoch. Rund 46 Pro­zent der Be­trof­fe­nen sei­en äl­ter als 50 Jah­re, sag­te der Chef der Ar­beits­agen­tur Greifs­wald, Hei­ko Mi­raß. Ih­nen fal­le es schwer, die Re­gi­on zu ver­las­sen.

Bis­lang hat Lürs­sen, der im Mai 2013 die auf den Mi­li­tär­schiff­bau spe­zia­li­sier­te Wol­gas­ter Werft kauf­te, 216 Ar­beit­neh­mer aus dem P+S-Pool über­nom­men. Die IG Me­tall geht mit­tel­fris­tig von 360 Mit­ar­bei­tern in Wol­gast aus.

Das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um be­wer­te­te die Ent­schei­dung der Lan­des­re­gie­rung, ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft zu eta­blie­ren, als rich­tig. Den Be­schäf­tig­ten sei da­mit Mög­lich­keit ei­ner be­ruf­li­chen Neu­ori­en­tie­rung ge­ge­ben wor­den. "Auch wur­de da­durch Know-how am Stand­ort Stral­sund er­hal­ten, um die Vor­aus­set­zun­gen bei der Su­che nach ei­nem In­ves­tor zu ver­bes­sern", sag­te ein Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 28. Februar 2014

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