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End­spurt bei Platz­eck-Sch­lich­tung für Luft­han­sa-Flug­be­glei­ter

Sechs Mo­na­te lang war es ru­hig bei der streik­ge­plag­ten Luft­han­sa: Ob ei­ner der da­hin­ter­ste­hen­den Ta­rif­kon­flik­te nun ge­löst wer­den kann, hängt auch vom Ge­schick des Sch­lich­ters Mat­thi­as Platz­eck ab

23.06.2016. (dpa) - Schafft es Mat­thi­as Platz­eck, nach der Deut­schen Bahn auch die Luft­han­sa zu be­frie­den?

Ei­ne Wo­che vor En­de der im Ja­nu­ar be­gon­ne­nen Sch­lich­tungs­ge­sprä­che für die Flug­be­glei­ter hat der frü­he­re SPD-Chef und Ex-Mi­nis­ter­prä­si­dent von Bran­den­burg noch al­le Hän­de voll zu tun.

Nach sei­nem früh­zei­tig aus­ge­ge­be­nen Mot­to "Sch­lich­ten und Schwei­gen" hal­ten so­wohl das Un­ter­neh­men als auch die be­tei­lig­te Ge­werk­schaft Ufo dicht, was kon­kre­te In­hal­te an­be­langt.

Den­noch deu­tet ei­ni­ges auf ein ein­ver­nehm­li­ches En­de des Ta­rif­kon­flikts hin, der zum här­tes­ten Streik in der Luft­han­sa-Ge­schich­te ge­führt hat.

"Wir ge­hen auf kei­nen Fall in die Ver­län­ge­rung", sagt Ufo- Ver­hand­lungs­füh­rer Ni­coley Baublies. Die Par­tei­en ha­ben ver­ab­re­det, bis zum 30. Ju­ni die noch of­fe­nen The­men in ei­ner Sch­lich­tung zu be­han­deln. Von neu­en Streiks der Flug­be­glei­ter ist vor­erst nichts zu hö­ren. Nach In­for­ma­tio­nen aus Un­ter­neh­mens­krei­sen geht es wohl eher dar­um, die kom­ple­xen Ver­ein­ba­run­gen un­ter­schrifts­reif zu Pa­pier zu brin­gen. "Wir sind im End­spurt und spre­chen in­ten­siv mit­ein­an­der", sagt da­zu ein Luft­han­sa-Spre­cher.

Un­ter an­de­rem geht es um ei­nen neu­en, ab Ok­to­ber gül­ti­gen Ge­halts­ta­rif­ver­trag für die rund 19.000 Flug­be­glei­ter der Kern­ge­sell­schaft Luft­han­sa. Zu Be­ginn der Sch­lich­tung im Ja­nu­ar hat­ten sich die Kon­tra­hen­ten be­reits auf ei­ne kurz­fris­ti­ge Ge­halts­stei­ge­rung und Grund­zü­ge zur künf­ti­gen Al­ters­si­che­rung der Flug­be­glei­ter ge­ei­nigt. Ufo hat da­bei die von Luft­han­sa ge­wünsch­te Än­de­rung ak­zep­tiert, dass künf­tig nur noch fest de­fi­nier­te Ren­ten­zu­schüs­se be­zahlt, nicht aber die ab­so­lu­te Hö­he der Zah­lun­gen ga­ran­tiert wird. Das Ri­si­ko nied­ri­ger Zin­sen geht da­mit auf die Be­schäf­tig­ten über.

Of­fen blieb ei­ne gan­ze Rei­he von Re­ge­lun­gen et­wa zu Auf­stiegs­mög­lich­kei­ten, Ein­satz­zei­ten und Ver­set­zun­gen in­ner­halb des Luft­han­sa-Kon­zerns zu an­de­ren Flug­ge­sell­schaf­ten. Ins­be­son­de­re das Ver­hält­nis zur auf­stre­ben­den Bil­lig­toch­ter Eu­ro­wings muss nach An­sicht der Ge­werk­schaft Ufo ex­akt de­fi­niert wer­den. Sie fürch­tet um die mit­tel­fris­ti­gen Be­schäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten bei der ten­den­zi­ell schrump­fen­den Mut­ter­ge­sell­schaft Luft­han­sa. Auch die vor­läu­fi­gen Ver­ein­ba­run­gen zu den Be­triebs- und Über­gangs­ren­ten ste­hen un­ter dem Vor­be­halt, dass sie nur als Teil ei­ner Ge­samt­lö­sung um­ge­setzt wer­den. Dem Er­geb­nis müss­ten dann auch noch die Ufo-Mit­glie­der per Ur­ab­stim­mung zu­stim­men.

Die Platz­eck-Sch­lich­tung ist be­reits die zwei­te in dem seit Ja­nu­ar 2015 im­mer wei­ter es­ka­lier­ten Ta­rif­kon­flikt der Flug­be­glei­ter. Ein ers­ter Sch­lich­ter­spruch der Ex-Po­li­ti­ker Fried­rich Merz (CDU) und Her­ta Däu­bler-Gme­lin (SPD) war im Som­mer 2015 von der Luft­han­sa nicht an­ge­nom­men wor­den. Im No­vem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res hat­te die Ufo dann ei­nen sie­ben Ta­gen lan­gen Streik or­ga­ni­siert, bei dem rund 4700 Flü­ge aus­ge­fal­len sind. Be­trof­fen vom här­tes­ten Streik in der Un­ter­neh­mens­ge­schich­te wa­ren et­wa 550.000 Pas­sa­gie­re.

Zu­vor hat­ten seit April 2014 die Pi­lo­ten der Luft­han­sa in bis­lang 13 Run­den die Ar­beit nie­der­ge­legt. Ih­re Ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) spricht ak­tu­ell wie­der mit dem Un­ter­neh­men in ver­trau­li­chen Ge­sprä­chen. Eben­falls geht es dort um Ren­ten­fra­gen, Ge­häl­ter und die Si­cher­heit der Ar­beits­plät­ze in Zei­ten der Bil­lig­flie­ge­rei. "Wenn Sie nichts von uns hö­ren, ist dies ein gu­tes Zei­chen", hat­te die VC-Ta­rif­kom­mis­si­on die Mit­glie­der vor we­ni­gen Wo­chen ver­trös­tet. Ei­ne Ei­ni­gung soll bis zum 31. Ju­li ste­hen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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