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Ent­las­sun­gen bei Ham­bur­ger Spie­le­schmie­de Good­game Stu­di­os

Für die Mit­ar­bei­ter von Good­game Stu­di­os war die Sit­zung ein Schock: Der gro­ße Spie­le­her­stel­ler ver­kün­de­te für vie­le über­ra­schend grö­ße­re Ent­las­sun­gen. Die Ge­werk­schaft Ver­di nennt das Vor­ge­hen "ganz übel".

20.08.2016. (dpa) - Die einst er­folgs­ver­wöhn­te Ham­bur­ger Spie­le­schmie­de Good­game Stu­di­os hat Ent­las­sun­gen in grö­ße­rem Um­fang an­ge­kün­digt.

In ei­ner Pres­se­er­klä­rung heißt es, es wer­de Kün­di­gun­gen vor­aus­sicht­lich in "ei­nem un­te­ren drei­stel­li­gen Be­reich" ge­ben.

Der Stel­len­ab­bau soll be­reits bis En­de Sep­tem­ber er­fol­gen.

In ei­nem Be­richt der "Ham­bur­ger Mor­gen­post" (Frei­tags­aus­ga­be) ist von meh­re­ren hun­dert be­trof­fe­nen Mit­ar­bei­tern die Re­de.

Good­game hat bis­her 1100 Mit­ar­bei­ter und be­zeich­net sich selbst als Deutsch­lands größ­tes Spie­leun­ter­neh­men. Es ist auf die Ent­wick­lung von Spie­len spe­zia­li­siert, die auf mo­bi­len Ge­rä­ten oder über den Brow­ser am Rech­ner ge­spielt wer­den. Die Spie­le selbst sind kos­ten­los (Free-to-play), Geld ver­dient das Un­ter­neh­men mit ein­ge­blen­de­ter Wer­bung oder di­gi­ta­len Zu­satz­an­ge­bo­ten. Zu den größ­ten Spie­leer­fol­gen des Un­ter­neh­mens ge­hört "Em­pi­re". Vor rund an­dert­halb Jah­ren woll­te das Un­ter­neh­men noch mas­siv ex­pan­die­ren.

Die Ent­las­sun­gen be­grün­de­te Good­game mit Um­struk­tu­rie­run­gen. Das Un­ter­neh­men wol­le sich in Zu­kunft ver­stärkt auf sein "sehr pro­fi­ta­bles Kern­ge­schäft", Stra­te­gie­spie­le für die Platt­for­men Mo­bi­le und Brow­ser, kon­zen­trie­ren.

Good­game-Spre­cher Dirk Hen­sen sag­te der Deut­schen Pres­se-Agen­tur am Frei­tag, das Un­ter­neh­men kön­ne noch nichts zur ge­nau­en Zahl der Ent­las­sun­gen sa­gen. Dies kön­ne erst "nach Be­en­di­gung des vor­ge­schal­te­ten hö­her do­tier­ten frei­wil­li­gen Ab­fin­dungs­pro­gramms" er­fol­gen. "Erst da­nach ist er­sicht­lich, wie vie­le Mit­ar­bei­ter ent­las­sen wer­den." Er be­ton­te, der Stel­len­ab­bau se­he ne­ben ei­nem frei­wil­li­gen Ab­fin­dungs­pro­gramm auch Nicht­ver­län­ge­rung aus­lau­fen­der Ver­trä­ge vor. Aus­län­di­schen Mit­ar­bei­tern wür­den et­wai­ge Um­zugs­kos­ten er­stat­tet.

Laut "Mo­po" wur­den die Mit­ar­bei­ter von der An­kün­di­gung bei ei­nem "Com­pa­ny-Mee­ting" völ­lig über­rascht. Die Kün­di­gun­gen sol­len wohl schon im Sep­tem­ber wirk­sam wer­den. Un­ge­wöhn­lich sei auch, dass die­je­ni­gen, die blei­ben dür­fen, of­fen­bar ei­ne ent­spre­chen­de E-Mail er­hal­ten hät­ten. Good­game-Spre­cher Hen­sen sag­te da­zu: "We­ni­ge hun­dert Mit­ar­bei­ter, die wich­tig für die er­folg­rei­che Fort­füh­rung von Good­game Stu­di­os sind, ha­ben wir dar­über hin­aus schrift­lich in­for­miert, dass sie für das frei­wil­li­ge Ab­fin­dungs­pro­gramm nicht in Fra­ge kom­men."

Der SPD-Bür­ger­schafts­ab­ge­ord­ne­te Hans­jörg Schmidt äu­ßer­te sich über Twit­ter em­pört zu den Ent­las­sun­gen. Er be­zeich­ne­te den Um­gang bei Good­game mit den Mit­ar­bei­tern als "ein­fach un­wür­dig". Good­game wür­de "Mit­ar­bei­ter durch die kal­te Kü­che ab­ser­vie­ren". Auch die Ge­werk­schaft Ver­di kri­ti­sier­te die Ent­las­sun­gen. Das sei "ganz übel", was das pas­sie­re, sag­te Pres­se­spre­cher Björn Krings. Das er­klä­re viel­leicht auch, war­um das Un­ter­neh­men in der Ver­gan­gen­heit so all­er­gisch auf die an­ge­streb­te Grün­dung ei­nes Be­triebs­ra­tes re­agiert ha­be.

Die Ge­werk­schaft Ver­di hat­te schon im ver­gan­ge­nen Jahr die Be­din­gun­gen bei Good­game kri­ti­siert. So sei 14 Be­schäf­tig­ten, die ei­ne Be­triebs­rats­wahl vor­be­rei­tet hät­ten, ge­kün­digt wor­den - "mit fa­den­schei­nigs­ten Grün­den", er­klär­te da­mals Ver­di-Lan­des­be­zirks­lei­ter Bert­hold Bo­se.

Laut Me­di­en war Good­game in den gu­ten Jah­ren durch lu­xu­riö­se Ar­beits­be­din­gun­gen auf­ge­fal­len. Da­zu ge­hör­ten ein Swim­ming­pool im Gar­ten, ein Fit­ness­stu­dio und Frei­bier am Abend.

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Letzte Überarbeitung: 20. August 2016

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