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Kein Er­geb­nis in Post-Ta­rif­kon­flikt - Ver­di macht ei­ge­nes An­ge­bot

Es ist ein un­ge­wöhn­li­cher Schach­zug von Ver­di: Die Ge­werk­schaft legt im Ta­rif­kon­flikt der Post ein­fach selbst ein An­ge­bot vor. Doch es sieht nicht so aus, als kön­ne das den Streit lö­sen

03.06.2015. (dpa) - Im Ta­rif­kon­flikt für rund 140 000 Be­schäf­tig­te der Deut­schen Post hat die Ge­werk­schaft Ver­di den Spieß um­ge­dreht.

Sie leg­te der Post am Diens­tag ein ei­ge­nes An­ge­bot vor und räum­te ihr ei­ne Er­klä­rungs­frist bis Don­ners­tag ein.

Die Ar­beit­ge­ber zeig­ten sich skep­tisch und wer­te­ten den Vor­schlag nach ers­ter Durch­sicht als teil­wei­sen Rück­schritt.

Soll­te die Post nicht zu­stim­men, könn­te es un­be­fris­te­te Streiks ge­ben.

Ver­di will mit dem An­ge­bot er­rei­chen, dass die 49 re­gio­na­len Ge­sell­schaf­ten für die Pa­ket­zu­stel­lung in den Haus­ta­rif­ver­trag zu­rück­keh­ren. In den aus­ge­glie­der­ten Ge­sell­schaf­ten ar­bei­ten heu­te nach An­ga­ben der Post be­reits mehr als 6000 Men­schen. Be­zahlt wer­den sie nach dem in der Re­gel nied­ri­ge­ren Ta­rif des Spe­di­ti­ons- und Lo­gis­tik­ge­wer­bes. Auch die­ser Ta­rif­ver­trag sei aber mit Ver­di aus­ge­han­delt, be­ton­te Post-Per­so­nal­vor­stand Me­la­nie Kreis.

Im Ge­gen­zug zur Rück­kehr in den Haus­ta­rif­ver­trag wür­de die Ge­werk­schaft für 2015 auf ei­ne li­nea­re Ein­kom­mens­er­hö­hung ver­zich­ten. Statt­des­sen will sie ei­ne Ein­mal­zah­lung von 500 Eu­ro er­rei­chen. Zum 1. Au­gust 2016 wür­den die Ent­gel­te nach Ver­di-Vor­schlag dann um 2,7 Pro­zent an­ge­ho­ben. Der Ta­rif­ver­trag mit ei­ner Lauf­zeit von 27 Mo­na­ten be­inhal­tet auch, dass neu ein­ge­stell­te Be­schäf­tig­te län­ger in ei­ner Ge­halts­stu­fe blei­ben, be­vor sie auf­stei­gen. Den Be­schäf­tig­ten sei Si­cher­heit für die Zu­kunft wich­ti­ger als ei­ne Ein­kom­mens­er­hö­hung, sag­te Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­re­rin An­drea Koc­sis.

Die Post be­zeich­ne­te den Ver­di-Vor­schlag als «Mo­gel­pa­ckung». Das Un­ter­neh­men ha­be ein struk­tu­rel­les Pro­blem, weil die Löh­ne dop­pelt so hoch sei­en, wie bei den Wett­be­wer­bern, er­klär­te Kreis. Im Schnitt wür­den St­un­den­löh­ne von 17,70 Eu­ro ge­zahlt. Das ge­fähr­de die Zu­kunft des Un­ter­neh­mens. Das An­ge­bot der Ge­werk­schaft kön­ne zwar kurz­fris­tig wir­ken, lö­se das Pro­blem aber nicht. Und es be­deu­te trotz­dem Mehr­be­las­tun­gen von 250 Mil­lio­nen Eu­ro.

Koc­sis be­ton­te, das vor­ge­schla­ge­ne Pa­ket sei "in der Fra­ge des Ent­gel­tes sehr schmerz­haft". Oh­ne ei­ne Rück­kehr der aus­ge­glie­der­ten Ge­sell­schaf­ten un­ter das Dach der Post wer­de es aber kei­nen Frie­den im Be­trieb ge­ben. Am Mitt­woch will die Ta­rif­kom­mis­si­on dar­über be­ra­ten, was pas­siert, wenn die Post das An­ge­bot nicht an­nimmt. "Wir sind in der La­ge, den Ar­beits­kampf deut­lich aus­zu­wei­ten", droh­te Koc­sis.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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