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Ex-Kanz­ler Schrö­der soll im Streit um Kai­ser's Ten­gel­mann schlich­ten

Über­ra­schen­de Wen­de im Rin­gen um die Zu­kunft von Kai­ser's Ten­gel­mann: Ein Sch­lich­tungs­ver­fah­ren un­ter Füh­rung von Alt­bun­des­kanz­ler Ger­hard Schrö­der sol­le ei­ne Lö­sung brin­gen

25.10.2016. (dpa) - Für Tau­sen­de Be­schäf­tig­te Kai­ser's Ten­gel­mann keimt wie­der Hoff­nung: In letz­ter Mi­nu­te soll nun ein Sch­lich­tungs­ver­fah­ren ei­ne Lö­sung im fest­ge­fah­re­nen Kon­flikt um die Su­per­markt­ket­te brin­gen.

Als Sch­lich­ter ha­ben sich die Be­tei­lig­ten auf den frü­he­ren Bun­des­kanz­ler Ger­hard Schrö­der ge­ei­nigt.

Ede­ka, Ten­gel­mann und Rewe hät­ten sich auf Vor­schlag von Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­bri­el und dem Ver­di-Vor­sit­zen­den Frank Bsirs­ke auf die­ses Ver­fah­ren ver­stän­digt, teil­ten das Mi­nis­te­ri­um und die Ge­werk­schaft in ei­ner ge­mein­sa­men Er­klä­rung am Mon­tag in Ber­lin mit.

Eben­falls an Bord ge­holt wer­de der lang­jäh­ri­ge Vor­sit­zen­den des Sach­ver­stän­di­gen­ra­tes, Bert Rü­rup. "Für die Un­ter­neh­men wer­den die Vor­stands­vor­sit­zen­den an der Me­dia­ti­on teil­neh­men", hieß es wei­ter.

Ziel sei es, auf der Grund­la­ge der von Ga­bri­el er­teil­ten Mi­nis­ter­er­laub­nis für die Über­nah­me von Kai­ser's Ten­gel­mann durch Ede­ka zeit­nah ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich zwi­schen den Be­tei­lig­ten zu er­mög­li­chen. "Für die Dau­er des Ver­fah­rens wird kei­ne Über­ga­be von Ten­gel­mann-Fi­lia­len an Drit­te er­fol­gen und ist zwi­schen den Par­tei­en Still­schwei­gen ver­ein­bart", heißt es in der Mit­tei­lung. Da­mit ist die Zer­schla­gung der kri­seln­den Ket­te zu­nächst ge­stoppt. Wie der Fahr­plan für die Sch­lich­tung aus­sieht, wur­de zu­nächst nicht be­kannt.

Bsirs­ke sprach von ei­nem wich­ti­gen Si­gnal. Er wer­te die ak­tu­el­le Ver­stän­di­gung als In­diz da­für, dass al­le be­reit sei­en, auf­ein­an­der zu­zu­ge­hen und ei­nen fai­ren In­ter­es­sen­aus­gleich an­zu­stre­ben, hieß es in ei­ner se­pa­ra­ten Mit­tei­lung der Ge­werk­schaft. "Da­für spricht auch, dass die Vor­stands­vor­sit­zen­den al­ler be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men Ger­hard Schrö­der als Me­dia­tor so­fort ak­zep­tiert ha­ben." Von den be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men war zu­nächst kein Kom­men­tar zu er­hal­ten.

Am Wo­chen­en­de war er­neut ein we­nig Be­we­gung in die zu­letzt ver­här­te­ten Fron­ten ge­kom­men. Nach der Dis­count-Ket­te Nor­ma hat­te sich auch der Kon­kur­rent Mar­kant zur Rück­nah­me der Kla­ge ge­gen die um­strit­te­ne Mi­nis­ter­er­laub­nis für ei­nen Ver­kauf der Su­per­markt­ket­te an Ede­ka be­reit­er­klärt, wie Ten­gel­mann-Ei­gen­tü­mer Karl-Eri­van Haub am Sonn­tag­abend mit­teil­te. "Da­mit ha­ben zwei der drei Be­schwer­de­füh­rer in­ner­halb der letz­ten vier Ta­ge den Weg frei ge­macht zur Ret­tung der 16.000 Ar­beits­plät­ze bei Kai­ser's Ten­gel­mann", sag­te der Un­ter­neh­mer.

Voll­zo­gen wer­den kann die Über­nah­me aber auch wei­ter­hin nicht, so­lan­ge der Ede­ka-Ri­va­le Rewe als drit­ter Klä­ger an sei­ner Be­schwer­de ge­gen die Mi­nis­ter­er­laub­nis fest­hält. Ein Voll­zug der Mi­nis­ter­er­laub­nis wür­de al­len Be­schäf­tig­ten von Kai­ser's Ten­gel­mann ei­ne fünf­jäh­ri­ge Ar­beits­platz­ga­ran­tie si­chern. Kai­ser's Ten­gel­mann be­treibt im Groß­raum Ber­lin, in Mün­chen und Ober­bay­ern so­wie in Nord­rhein-West­fa­len noch gut 400 Fi­lia­len. Die Ket­te schreibt seit Jah­ren ro­te Zah­len.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 25. Oktober 2016

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