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FDP will an Mi­ni­jobs fest­hal­ten

Aus­hilfs­kräf­te sind ge­ra­de wäh­rend der Som­mer­mo­na­te nicht aus der Gas­tro­no­mie weg­zu­den­ken: Die meis­ten von ih­nen sind Schü­ler, Stu­den­ten oder Haus­frau­en, die sich als Mi­ni­job­ber et­was da­zu­ver­die­nen. Doch das könn­te bald an­ders wer­den

08.08.2013. (dpa) - Mi­ni­jobs dür­fen nach An­sicht der FDP-Land­tags­frak­ti­on in Ba­den-Würt­tem­berg nicht ab­ge­schafft wer­den.

Die grün-ro­te Lan­des­re­gie­rung de­mons­trie­re mit ent­spre­chen­den Plä­nen ein wei­te­res Mal ihr feh­len­des Ge­spür für die Gas­tro­no­mie.

"Mi­ni­jobs sind für die Tou­ris­mus- und Gas­tro­no­mie­be­trie­be über­le­bens­not­wen­dig, weil sie Voll­zeit­stel­len er­gän­zen und da­mit wei­te­re so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Ar­beits­plät­ze schaf­fen", sag­te der FDP-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Hans-Ul­rich Rül­ke am Mitt­woch in Stutt­gart.

Der Tou­ris­mus sei ein wich­ti­ger und zen­tra­ler Wirt­schafts­fak­tor im Land. "Wenn die Mi­ni­jobs ab­ge­schafft wer­den, se­hen wir er­heb­li­che Schwie­rig­kei­ten auf die Tou­ris­mus­bran­che zu­kom­men", sag­te Rül­ke. Die Lan­des­re­gie­rung ha­be ih­re ideo­lo­gi­schen Fol­ter­in­stru­men­te aus­ge­packt und agie­re in vie­len Be­rei­chen ge­gen die Bran­che. "Grün-Rot darf das Tou­ris­mus­land Ba­den-Würt­tem­berg nicht be­schä­di­gen."

Aus Sicht der SPD igno­riert die FDP die Spal­tung am Ar­beits­markt. "Die SPD will bei Mi­ni­jobs die so­zia­le Ab­si­che­rung ver­bes­sern, da­zu ge­hört auch, dass Ar­beit­neh­mer ei­ge­ne An­sprü­che in der Ren­ten- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung er­wer­ben", sag­te SPD-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Kat­ja Mast. Wich­tig sei für Mi­ni­job­ber zu­dem ein ver­bind­li­cher Ar­beits­ver­trag, der grund­le­gen­de An­sprü­che wie Ur­laub, Lohn­fort­zah­lung im Krank­heits­fall oder Kün­di­gungs­schutz reg­le.

Die Grü­nen wer­fen den Li­be­ra­len vor, "mit Ängs­ten und Halb­wahr­hei­ten" zu ar­bei­ten. "Um den Tou­ris­mus zu stär­ken, klam­mert sich FDP-Frak­ti­ons­chef Rül­ke an mög­lichst vie­le un­ter­be­zahl­te Mi­ni-Jobs, die nicht so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig sind und vor al­lem Frau­en in die Al­ters­ar­mut trei­ben", sag­te Lan­des­chef Chris Kühn.

Kri­ti­siert wur­de die Lan­des­re­gie­rung von der FDP auch hin­sicht­lich ih­rer Wer­be­maß­nah­men für Ba­den-Würt­tem­berg. Der Mes­se-Auf­tritt des Lan­des bei der Grü­nen Wo­che in Ber­lin sei "er­bärm­lich" ge­we­sen, sag­te der tou­ris­mus­po­li­ti­sche Spre­cher der FDP, Fried­rich Bul­lin­ger. Die ein­zel­nen Re­gio­nen müss­ten noch bes­ser als Gan­zes ver­mark­tet wer­den. "Klein­staa­te­rei und Kirch­turm­den­ken müs­sen hier end­lich zu­rück­tre­ten", be­ton­te Bul­lin­ger.

Lan­des­weit sind 280 000 Men­schen in der Gas­tro­no­mie- und Tou­ris­mus­bran­che be­schäf­tigt, dar­un­ter 90 000 Mi­ni­job­ber. Die 32 000 Be­trie­be er­wirt­schaf­ten ei­nen Jah­res­um­satz von neun Mil­li­ar­den Eu­ro.

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Letzte Überarbeitung: 21. Juni 2017

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