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Ar­beit­ge­ber: Mehr Zu­wan­de­rung - Stu­die: Fach­kräf­te­man­gel haus­ge­macht

Zu we­nig Lehr­stel­len-Be­wer­ber, zu vie­le Stu­di­en­an­fän­ger? Die Wirt­schaft klagt über ei­nen grö­ßer wer­den­den Fach­kräf­te­man­gel: Doch in wich­ti­gen Be­ru­fen bie­ten die Un­ter­neh­men laut dem neu­en Na­tio­na­len Bil­dungs­be­richt seit Jah­ren viel zu we­nig Aus­bil­dungs­plät­ze an

10.06.2014. (dpa) - Die Ar­beit­ge­ber for­dern ei­ne Zu­wan­de­rungs-Of­fen­si­ve zur Be­he­bung des Fach­kräf­te­man­gels.

Der aber ist laut dem neu­en Na­tio­na­len Bil­dungs­be­richt weit­ge­hend haus­ge­macht - weil vie­le Be­trie­be in wich­ti­gen Kern­be­ru­fen seit Jah­ren zu we­nig aus­bil­den.

Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) for­der­te die Un­ter­neh­men auf, mehr Aus­bil­dungs­plät­ze an­zu­bie­ten - und da­bei auch Schwä­che­ren ei­ne Chan­ce zu ge­ben.

In ei­nem Vi­deo­in­ter­view der "Welt" sag­te Nah­les: "Ich ap­pel­lie­re an al­le Un­ter­neh­men: Bil­den Sie aus! Und tun Sie mir ei­nen Ge­fal­len: Ma­chen Sie nicht nur Bes­ten­aus­le­se." Im ei­ge­nen Un­ter­neh­men aus­zu­bil­den, sei der bes­te Weg, Fach­kräf­te zu si­chern.

Ar­beit­ge­ber-Prä­si­dent In­go Kra­mer sag­te da­ge­gen der Nach­rich­ten­agen­tur dpa: "Die Po­li­tik muss of­fen und ehr­lich sa­gen, dass wir auf ei­ne ge­steu­er­te und ge­ziel­te Zu­wan­de­rung an­ge­wie­sen sind, wenn wir un­ser Wohl­stands­ni­veau hal­ten wol­len." Deutsch­land sei längst ein Zu­wan­de­rungs­land. "In wei­ten Tei­len der Be­völ­ke­rung ist das aber noch nicht ak­zep­tiert."

Die Au­to­ren des neu­en - noch un­ver­öf­fent­lich­ten - Na­tio­na­len Bil­dungs­be­richts hal­ten der Wirt­schaft an­ge­sichts der de­mo­gra­fi­schen Ent­wick­lung ei­ne "we­nig zu­kunfts­ori­en­tier­te Aus­bil­dungs­po­li­tik" vor. In vie­len Be­rufs­fel­dern, in de­nen über das Feh­len qua­li­fi­zier­ter Mit­ar­bei­ter ge­klagt wird, gibt es seit Jah­ren zu we­nig Lehr­stel­len, lis­ten die Wis­sen­schaft­ler an­hand von amt­li­chen Da­ten auf.

Der Be­richt "Bil­dung in Deutsch­land 2014" soll am kom­men­den Frei­tag vom Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­um und der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz (KMK) ge­mein­sam ver­öf­fent­licht wer­den. Der Be­richt liegt der Nach­rich­ten­agen­tur dpa vor.

In den in­dus­tri­el­len Kern­be­ru­fen (Me­tall, Tech­nik und Elek­tro) wie auch in den Ge­sund­heits- und Pfle­ge­be­ru­fen be­ste­he seit Jah­ren beim Lehr­stel­len­an­ge­bot der Un­ter­neh­men ei­ne "be­trächt­li­che Un­ter­de­ckung", heißt es in dem Be­richt. Im Schnitt ge­be es hier zwi­schen 10 und 14 Pro­zent mehr ju­gend­li­che Be­wer­ber als an­ge­bo­te­ne Plät­ze. Das von der Wirt­schaft in der öf­fent­li­chen De­bat­te im­mer wie­der her­aus­ge­stell­te gro­ße Über­an­ge­bot an Lehr­stel­len be­schrän­ke sich da­ge­gen im We­sent­li­chen auf drei Be­rei­che: Er­näh­rungs­hand­werk, Kö­che und Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be.

Die Pro­ble­me des Fach­kräf­te­nach­wuch­ses lie­gen dem­nach eher auf der An­ge­bots- als auf der Nach­fra­ge­sei­te - auch wenn bei der Be­trach­tung re­gio­na­le Pro­ble­me zu be­rück­sich­ti­gen sei­en. "Die La­ge auf dem Aus­bil­dungs­stel­len­markt (hat sich) 2013 ge­gen­über den bei­den Vor­jah­ren ver­schärft", heißt es wei­ter. Mit rund ei­ner hal­ben Mil­li­on Neu­zu­gän­gen sei das Sys­tem der be­trieb­li­chen Be­rufs­aus­bil­dung "auf den tiefs­ten Stand seit 20 Jah­ren ge­fal­len".

Zu­gleich fan­den im ver­gan­ge­nen Jahr 84 000 Lehr­stel­len-In­ter­es­sen­ten, die zu­vor von den Ar­beits­agen­tu­ren als "aus­bil­dungs­fä­hig" ein­ge­stuft wor­den wa­ren, kei­nen Aus­bil­dungs­platz. Wei­te­re 250 000 Schul­ab­gän­ger muss­ten zu­nächst in Maß­nah­men des so­ge­nann­ten Über­gangs­sys­tems ver­mit­telt wer­den, meist in Kur­se, Prak­ti­ka oder Nach­schu­lun­gen. 33 500 Lehr­stel­len blie­ben in den Be­trie­ben un­be­setzt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 4. Juli 2015

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