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Ban­gen um freie Fahrt

Fluss­kreuz­fah­rer we­gen Streiks im Stress. Nor­ma­ler­wei­se bringt die Ka­pi­tä­ne der Fluss­kreuz­fah­rer so schnell nichts aus der Ru­he: Aber we­gen der Streiks an den Schleu­sen dro­hen stän­dig Zwangs­stopps und Pro­gramm­än­de­run­gen. Die Sor­ge der Ver­an­stal­ter: Wel­cher Ur­lau­ber macht das lan­ge mit?

23.08.2013. (dpa) - Lei­se brummt der Schiffs­die­sel­mo­tor un­ter Deck.

Bob Bel dreht das Steu­er­rad lang­sam, und sanft glei­tet die blau-wei­ße "Gre­tha van Hol­land" aus dem Ha­fen von Rö­bel auf die Mü­ritz.

Mit 16 Rad-Ur­lau­bern an Bord steu­ert der Nie­der­län­der das fast 40 Me­ter lan­ge Kreuz­fahrt­schiff über die Meck­len­bur­gi­sche Se­en­plat­te bis zur Ha­vel.

"Das läuft al­les ganz gut, wenn nur die Streiks nicht wä­ren", sagt Bel.

Mehr­fach ha­ben die bei­den Schif­fe des 58-Jäh­ri­gen in die­ser Sai­son schon ih­re Rou­ten än­dern müs­sen, um nicht fest­zu­lie­gen.

"Wenn es wirk­lich zu ei­nem Ge­ne­ral­streik bei der Was­ser- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung des Bun­des kommt, wä­re es für uns ei­ne Ka­ta­stro­phe", sagt der er­fah­re­ne Skip­per.

Der­zeit lau­fen die von der Ge­werk­schaft Ver­di in­iti­ier­ten Streiks in Nie­der­sach­sen, Bre­men, Nord­rhein-West­fa­len, Hes­sen und im Saar­land. Die Dach­ver­bän­de der Kreuz­fah­rer ha­ben mehr­fach ein En­de der Ar­beits­nie­der­le­gun­gen an Schleu­sen ge­for­dert. Mit den Streiks will die Ge­werk­schaft Ver­di ei­nen Ta­rif­ver­trag für die rund 12 000 WSV-Mit­ar­bei­ter im Streit um ge­plan­te Um­struk­tu­rie­run­gen er­rei­chen.

Bel ist nicht der Ein­zi­ge, der Angst vor wei­te­ren Streiks hat: "Wir wür­den pro Tag 3000 Eu­ro ein­bü­ßen, wenn wir ir­gend­wo fest­lie­gen." Die Ge­schäfts­füh­rer der Ree­de­rei Pick­ran aus Mal­chow an der Se­en­plat­te, die auch Fluss­kreuz­fahr­ten von Wa­ren über Ber­lin bis Dres­den an­bie­ten, hof­fen eben­falls auf ein En­de der Streiks. Seit Ju­li wur­den die Was­ser­stra­ßen nörd­lich und süd­lich von Ber­lin mehr­fach blo­ckiert. Die Mal­chow­er wol­len im Sep­tem­ber ih­re Tou­ren wie­der star­ten.

Seit 2001 fah­ren Bels Schif­fe für ei­nen Ver­an­stal­ter aus Nord­rhein-West­fa­len auf der Meck­len­bur­gi­schen Se­en­plat­te, zwi­schen Ber­lin und Schwe­rin. Neu­er­dings auch in Ber­lin - und von dort in den Spree­wald. Die Tou­ren wer­den zu 95 Pro­zent von Deut­schen ge­bucht, "et­wa die Hälf­te aus dem Os­ten und die Hälf­te aus dem Wes­ten", sagt er. Wenn die Schif­fe nicht über die idyl­li­schen Was­ser­stra­ßen schip­pern, sind die Ur­lau­ber per Rad un­ter­wegs.

In die­ser Sai­son sind das Han­dy und In­ter­net für den Nie­der­län­der wich­ti­ger denn je. "Ich ha­be ge­ra­de an­ge­ru­fen, ob die Schleu­sen­wär­ter in Mi­row dem­nächst wie­der strei­ken, dann müss­ten wir ei­nen Tag eher nach Nor­den fah­ren", sagt Bel. Er glau­be nicht, dass der Ge­werk­schaft Ver­di und dem Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um be­wusst ist, wie kom­pli­ziert die La­ge für Fluss­kreuz­fah­rer sei. So müs­se die Bran­che seit 2012 ei­ne Er­hö­hung der Mehr­wert­steu­er von 7 auf 19 Pro­zent ver­kraf­ten; zu­dem ste­he sie mit Wo­chen­prei­sen von rund 800 Eu­ro in ei­nem har­ten Wett­be­werb zu Pau­schal­rei­se­an­bie­tern.

Der er­fah­re­ne See­mann bleibt trotz­dem ru­hig. "Ich war Tech­ni­ker, Mu­si­ker und Coach, be­vor ich Ka­pi­tän wur­de", er­zählt er. Fast 20 Jah­re fuhr er mit ei­nem Platt­bo­den­schiff in sei­ner Hei­mat Gäs­te her­um. Auch dort ka­men die meis­ten Pas­sa­gie­re aus Deutsch­land. "Aber als ich 2001 nach Ber­lin, Bran­den­burg und Meck­len­burg kam, war das land­schaft­lich ei­ne Ent­de­ckung", er­klärt Bel. Ber­lin spie­le mit sei­ner ein­zig­ar­ti­gen Ge­schich­te der Tei­lung nun tou­ris­tisch in ei­ner Li­ga wie Bar­ce­lo­na, Lon­don oder Pa­ris. Und die Na­tur an der Se­en­plat­te be­geis­te­re al­le Gäs­te.

Bels "Gre­tha van Hol­land" ge­hört mit 40 Me­tern zu den größ­ten Fluss­kreuz­fah­rern im Nord­os­ten. Län­ger kön­nen die Schif­fe we­gen der Schleu­sen nicht sein. Das Schiff war 1950 in den Nie­der­lan­den für ei­ne be­kann­te Un­ter­neh­mer­fa­mi­lie ge­baut wor­den, die da­mit auf dem Mit­tel­meer schip­per­te. "Als ich es 2001 über­nahm, muss­te viel re­pa­riert wer­den", er­in­nert sich Bel. In Hohl­räu­men ha­be er noch Co­gnac­fäs­ser ge­fun­den - wohl von frü­he­ren Schmug­gel­fahr­ten.

Soll­ten we­der Ge­werk­schaft noch Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr ein Ein­se­hen ha­ben, müs­se er wohl Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel, die ge­ra­de zu ei­ner Wahl­ver­an­stal­tung an der Se­en­plat­te war, mal ein­la­den. "Dann fah­ren wir über die Mü­ritz bis zur Schleu­se Mi­row, dann weiß die Kanz­le­rin, wie wich­tig die Schleu­sen sind und spricht viel­leicht ein Macht­wort."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

 

Letzte Überarbeitung: 17. Dezember 2013

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