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Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin droht mit Frau­en­quo­te für Vor­stän­de

Aus ei­nem Be­richt der Bun­des­re­gie­rung geht her­vor, dass der An­teil an weib­li­chen Vor­stands­mit­glie­dern sehr ge­ring ist. Mi­nis­te­rin Bar­ley will ein­schrei­ten.
Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, Frauenquote, Gender Pay Gap

18.08.2017. (dpa/wie) - Im Mai 2015 trat das Ge­setz für die gleich­be­rech­tig­te Teil­ha­be von Frau­en und Män­nern an Füh­rungs­po­si­tio­nen in der Pri­vat­wirt­schaft und im öf­fent­li­chen Dienst in Kraft (mehr da­zu in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 15/085 Ge­setz zur Frau­en­quo­te in Auf­sichts­rä­ten ver­ab­schie­det). Rund 100 bör­sen­no­tier­te und mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge Groß­un­ter­neh­men sind seit­dem da­zu ver­pflich­tet, ei­ne Min­dest­quo­te von 30 Pro­zent für je­des Ge­schlecht in ih­ren Auf­sichts­rä­ten zu er­rei­chen.

Au­ßer­dem müs­sen sich et­wa 3.500 Un­ter­neh­men, die von dem Ge­setz be­trof­fen sind, ver­bind­li­che Zie­le bzgl. der Quo­te zu fest­zu­le­gen.

Am ver­gan­ge­nen Mitt­woch hat ein ge­mein­sa­mer Be­richt vom Fa­mi­li­en- und Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um hin­sicht­lich der Ent­wick­lung des Frau­en­an­teils in Füh­rungs­po­si­tio­nen das Bun­des­ka­bi­nett pas­siert. Aus dem Be­richt er­gibt sich, dass der An­teil der weib­li­chen Auf­sichts­rats­mit­glie­der in den be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men von 25,0 Pro­zent im Jahr 2015 auf 27,3 Pro­zent im Fol­ge­jahr ge­stie­gen ist.

Ma­nue­la Schwe­sig, stell­ver­tre­ten­de SPD-Vor­sit­zen­de, äu­ßer­te sich po­si­tiv über die Zah­len. Dies sei ein "ech­ter Durch­bruch", so Schwe­sig. "In der kom­men­den Le­gis­la­tur­pe­ri­ode müs­sen wir die Frau­en­quo­te aus­bau­en und an­schär­fen. Un­ser Ziel ist, dass Füh­rungs­gre­mi­en zur Hälf­te von Män­nern und zur Hälf­te von Frau­en be­setzt sind."

Die Bun­des­mi­nis­te­rin für Fa­mi­lie, Se­nio­ren, Frau­en und Ju­gend, Ka­ta­ri­na Bar­ley (SPD) kri­ti­sier­te hin­ge­gen den ma­ge­ren An­teil an Frau­en in Vor­stän­den. Die­ser liegt laut dem Be­richt bei 6,1 Pro­zent. Für Vor­stän­de gibt es kei­ne ge­setz­lich ge­re­gel­te Min­dest­quo­te, was Bar­ley zu ei­ner Dro­hung ver­an­lass­te: "Ich ge­be der Wirt­schaft noch ein Jahr Zeit, die Sa­che selbst zu re­geln. Wenn sich bis da­hin nichts tut, wer­den wir ge­setz­lich ein­grei­fen."

Frag­lich ist noch, ob sie die­se Dro­hung im Zwei­fel um­set­zen kann, da nicht fest­steht, ob die SPD nach der nächs­ten Bun­des­tags­wahl er­neut an ei­ner Re­gie­rung be­tei­ligt sein wird.

Ge­gen­wind gab es un­ter an­de­rem vom Bun­des­ver­band der Deut­schen In­dus­trie (BDI). "Ei­ne Quo­te für Vor­stän­de wä­re ver­fas­sungs­wid­rig und wür­de ei­nen mas­si­ven Ein­griff in die un­ter­neh­me­ri­sche Frei­heit dar­stel­len", kon­ter­te BDI-Haupt­ge­schäfts­füh­rungs­mit­glied Iris Plö­ger die Aus­sa­gen der Mi­nis­te­rin.

Ber­tram Bros­sardt, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. (vbw) hält ei­ne staat­li­che Re­gu­lie­rung für ei­ne Ein­schrän­kung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Un­ter­neh­men, "vor al­lem im Ren­nen um die bes­ten Köp­fe". Er for­dert für ei­nen An­stieg des Frau­en­an­teils in Füh­rungs­po­si­tio­nen die Schaf­fung not­wen­di­ger In­fra­struk­tu­ren, um den Frau­en ei­ne bes­se­re Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf zu er­mög­li­chen.

Auch im öf­fent­li­chen Dienst soll sich et­was tun. Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze Na­di­ne Schön (CDU) plant ei­ne gleich­be­rech­tig­te Teil­ha­be von Frau­en in Lei­tungs­funk­ti­on auf al­len Ebe­nen bis 2025.


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Letzte Überarbeitung: 15. Dezember 2017

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