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Fle­xi­ble­res Ar­bei­ten: Nah­les stößt auf Lob und Kri­tik

Frü­hes Ar­beits­en­de - dann Ho­me­of­fice - und schließ­lich mor­gens wie­der ins Bü­ro: Wie fle­xi­bel darf das Ar­bei­ten sein? Mi­nis­te­rin Nah­les will die Re­geln lo­ckern - nicht al­len in der Uni­on geht das schnell ge­nug

29.11.2016. (dpa) - Die Ko­ali­ti­on will den Weg für fle­xi­ble­res Ar­bei­ten frei­ma­chen.

An die­sem Diens­tag stellt Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) ih­re Plä­ne da­zu in Ber­lin vor.

Die CDU im Bun­des­tag si­gna­li­sier­te grund­sätz­lich Un­ter­stüt­zung für mehr Fle­xi­bi­li­tät.

Doch aus ih­ren Rei­hen gab es auch deut­li­che Kri­tik an Nah­les.

"Es ist gut, wenn die Ta­rif­part­ner die Fle­xi­bi­li­tät be­kom­men, die Ar­beits­zeit an­zu­pas­sen", sag­te der ar­beits­markt­po­li­ti­sche Spre­cher der Uni­ons­frak­ti­on, Karl Schie­wer­ling (CDU), der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Wenn es da­bei Ab­stim­mun­gen zwi­schen den Ta­rif­part­nern ge­be, sei dies zu be­grü­ßen. Grund­sätz­lich bräuch­ten die Men­schen auch Si­cher­heit.

Nah­les will in ei­ner zwei­jäh­ri­gen Pro­be­pha­se Ar­beit­ge­bern und Ge­werk­schaf­ten er­lau­ben, über die ge­setz­li­chen Re­geln zur Ar­beits­zeit hin­aus­zu­ge­hen. Et­wa das Ar­bei­ten zu Hau­se im Ho­me­of­fice soll so er­leich­tert wer­den. Auch spä­te­rer Ar­beits­be­ginn et­wa zur Kin­der­be­treu­ung am Mor­gen soll leich­ter mög­lich sein - au­ßer die Ar­beit­ge­ber be­grün­den aus­drück­lich, war­um dies nicht geht.

Ih­re Vor­stel­lun­gen will Nah­les ge­mein­sam mit ei­nem Weiß­buch zur Ar­beit 4.0 prä­sen­tie­ren. Den Plä­nen für das Ar­bei­ten in der di­gi­ta­len Ära wa­ren mo­na­te­lan­gen Dis­kus­sio­nen mit Ver­bän­den, Ex­per­ten, Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­bern vor­an­ge­gan­gen.

Der CDU-Ar­beits­markt­po­li­ti­ker Kai Whit­ta­ker warf Nah­les zu ge­rin­ge An­stren­gun­gen vor. Die Mi­nis­te­rin las­se Mil­lio­nen Ar­beit­neh­mer im­mer noch in der Il­le­ga­li­tät ar­bei­ten. "Wer in Deutsch­land abends noch Ho­me­of­fice be­treibt, ver­stößt am nächs­ten Mor­gen ge­gen das Ar­beits­zeit­ge­setz", sag­te Whit­ta­ker der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Die ge­plan­ten be­trieb­li­chen Ex­pe­ri­men­tier­räu­me be­zeich­ne­te Whit­ta­ker als Witz. "Frau Nah­les tut so, als ob die Di­gi­ta­li­sie­rung erst in zwei Jah­ren be­ginnt und ver­schwen­det wei­ter Zeit", sag­te er.

Whit­ta­ker kri­ti­sier­te auch Plä­ne von Nah­les, der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) mehr Auf­ga­ben bei der Qua­li­fi­zie­rung zu ge­ben. "Die BA küm­mert sich heu­te schon um drei Mil­lio­nen Ar­beits­lo­se. Wie sie in Zu­kunft zu­sätz­lich noch drei­ßig Mil­lio­nen so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Be­schäf­tig­te be­treu­en soll, ist mir schlei­er­haft."

Die SPD-Ar­beits­markt­po­li­ti­ke­rin Kat­ja Mast hob die Plä­ne von Nah­les her­vor, Ar­beit­neh­mern ein Rück­kehr­recht von Teil- in Voll­zeit zu er­leich­tern. "Vie­le Frau­en ar­bei­ten län­ger in Teil­zeit in der Fa­mi­li­en­pha­se und schaf­fen den Sprung in Voll­zeit dann nicht mehr", sag­te sie der dpa. "Es ist des­we­gen ganz wich­tig, dass wir das Recht auf be­fris­te­te Teil­zeit ein­füh­ren."

Mast be­ton­te: "Wir ha­ben ja das Recht auf Teil­zeit, aber eben nicht die Rück­keh­r­op­ti­on auf Voll­zeit. Mit ei­ner Be­fris­tung kön­nen sich auch die Ar­beit­ge­ber recht­zei­tig dar­auf vor­be­rei­ten."

Schie­wer­ling si­gna­li­sier­te Un­ter­stüt­zung: Wenn je­mand be­reits Voll­zeit ge­ar­bei­tet ha­be, sol­le er auch die Mög­lich­keit er­hal­ten, aus Teil­zeit in den vol­len Job zu­rück­zu­keh­ren.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 29. November 2016

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