Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

"Sag mir, was Du mit­bringst" - Tau­sen­de Flücht­lin­ge auf Job­bör­se

Hoff­nungs­vol­le Ge­sich­ter - aber auch skep­ti­sche, fra­gen­de: Auf ei­ner gro­ßen Job­bör­se in Ber­lin tref­fen ar­beits­su­chen­de Flücht­lin­ge auf po­ten­zi­el­le Ar­beit­ge­ber. In vie­len Fäl­len ge­lingt die An­nä­he­rung

01.03.2016. (dpa) - Der An­drang ist schon vor Öff­nung der Hal­le so groß, dass Po­li­zis­ten den Fuß­gän­ger­ver­kehr auf der klei­nen Stra­ße da­vor re­geln müs­sen.

Dann geht es für die ers­ten paar Hun­dert Leu­te hin­ein ins War­me.

Dort war­tet kein Pop­star, son­dern - viel­leicht - ei­ne be­zahl­te Ar­beit.

Die Job­bör­se in Ber­lin-Neu­kölln sei "die bis­lang größ­te Ver­an­stal­tung ih­rer Art" in Deutsch­land, sagt An­dré Hansch­ke von der Ber­li­ner Ar­beits­agen­tur.

Es ist im wört­li­chen Sin­ne ein Ar­beits­markt, spe­zi­ell für Flücht­lin­ge. Rund 4000 In­ter­es­sen­ten hat­ten sich an­ge­mel­det, die Ar­beits­agen­tur rech­net "dank Mund­pro­pa­gan­da" durch­aus mit ei­ni­gen mehr. Sie kom­men meist aus dem Bür­ger­kriegs­land Sy­ri­en, aus dem Irak, dem Iran, Eri­trea, Af­gha­nis­tan oder Ägyp­ten. An 211 Stän­den von Un­ter­neh­men und Bil­dungs­trä­gern kön­nen sie sich in­for­mie­ren und ers­te Kon­tak­te knüp­fen.

Zu den teil­neh­men­den Fir­men ge­hö­ren gro­ße Kon­zer­ne wie Bay­er und Vat­ten­fall, aber auch klei­ne wie die ört­li­che Ree­de­rei Rie­del, die Schiffs­füh­rer und Ma­tro­sen sucht. Die Aus­stel­ler hät­ten 1000 Stel­len - dar­un­ter auch Prak­ti­ka - zu be­set­zen, hat­te das Ho­tel Est­rel als Ver­an­stal­ter an­ge­kün­digt.

Doch gleich mit ei­nem Ar­beits­ver­trag ver­lässt kaum je­mand die­sen Ort. Es ge­he dar­um, sich ge­gen­sei­tig ken­nen­zu­ler­nen, die Qua­li­fi­ka­ti­on der Be­wer­ber ab­zu­fra­gen, heißt es uni­so­no bei den Un­ter­neh­men und der Ar­beits­agen­tur. "Die In­ter­es­sen­ten kom­men su­per po­si­tiv auf uns zu", er­zählt Vo­da­fo­ne-Per­so­nal­be­ra­te­rin Li­san­ne Lau­er von ih­ren Be­geg­nun­gen. Oft sei de­ren Er­war­tungs­hal­tung aber auch groß, und sie müs­se erst ein­mal zu­rück­fra­gen: "Sag mir, was Du mit­bringst."

Denn der Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zern su­che Ar­beits­kräf­te in vie­len Be­rei­chen - Tech­nik, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Mar­ke­ting, Ein­zel­han­del. Lau­er hat schon ei­nen klei­nen Sta­pel von Le­bens­läu­fen ge­sam­melt, die sie im Bü­ro ge­mein­sam mit ih­ren Kol­le­gen ge­nau­er durch­se­hen will. In­ner­halb von zwei Wo­chen wer­de je­der Be­wer­ber Be­scheid be­kom­men, ob und wie es wei­ter­geht.

Da­zu könn­te auch Adel Id­ris ge­hö­ren, der sich selbst als Vi­deo-Künst­ler be­zeich­net. Der 39-Jäh­ri­ge kam aus Mol­da­wi­en nach Deutsch­land und hat den recht­li­chen Sta­tus ei­nes Ge­dul­de­ten. Da­mit ist es kaum mög­lich, ei­ne fes­te Stel­le zu fin­den - doch er hofft auf ein Prak­ti­kum in der Soft­ware-Ent­wick­lung von Vo­da­fo­ne.

Den Sy­rer Bilal Nas­ser (30) hat die ärzt­li­che Be­hand­lung nach ei­nem Mo­tor­rad­un­fall nach Deutsch­land ge­führt. Er kann ei­nen Ba­che­lor-Ab­schluss in Elek­tro­tech­nik vor­wei­sen. Sei­ne On­line-Be­wer­bun­gen hät­ten bis­lang "null Er­geb­nis­se" ge­bracht. Des­halb ver­su­che er nun auf der Job­bör­se sein Glück. Er er­kun­digt sich beim Ver­sand­händ­ler Za­lan­do nach Ar­beits­mög­lich­kei­ten.

Viel Be­trieb herrscht auch am In­fo­stand des Dienst­leis­ters 3B Pre­mi­um Ho­tel­ser­vice. Die 26 Jah­re al­te Sy­re­rin Na­van Has­san, als Se­kre­tä­rin aus­ge­bil­det, möch­te gern als Rei­ni­gungs­kraft ar­bei­ten. Wie an al­len Stän­den auf der Mes­se üb­lich, füllt sie ei­nen Be­wer­ber­bo­gen aus, mit den wich­tigs­ten per­sön­li­chen Da­ten, dem Auf­ent­halts­sta­tus, Schul­ab­schluss, Be­rufs­aus­bil­dung, Ar­beits­er­fah­run­gen und sons­ti­gen Qua­li­fi­ka­tio­nen. 3B-Ge­schäfts­füh­re­rin Pe­tra Tol­ler sagt, Quer­ein­stei­ger sei­en in ih­rem Un­ter­neh­men nicht un­üb­lich. Die Fir­ma bie­te auch ei­ge­ne Deutsch­kur­se an.

Klar ist: Oh­ne Deutsch geht es in der Re­gel nicht. Das be­stä­ti­gen auf der Job­bör­se al­le Per­so­nal­be­ra­ter, mit de­nen man spricht. Al­len­falls bei Tech­ni­kern kön­ne Eng­lisch als Ar­beits­spra­che aus­rei­chend sein. Die Be­zirks­bür­ger­meis­te­rin von Neu­kölln, Fran­zis­ka Gif­fey (SPD), sagt, es müss­ten mehr Deutsch­kur­se als bis­her ein­ge­rich­tet wer­den. "Man kann nicht mehr dis­ku­tie­ren, ob wir es schaf­fen oder nicht. Die Men­schen sind da."

Jetzt be­gin­ne, nach der Not­ver­sor­gung, "Pha­se zwei": die In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge. Die Ber­li­ner Ar­beits­se­na­to­rin Di­lek Ko­lat fügt hin­zu: "Sie sind mo­ti­viert, sie wol­len nicht vom Staat ali­men­tiert wer­den."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 21. Juli 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Autorenprofil

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880