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Flug­be­glei­ter-Streik legt Luft­han­sa-Bil­li­gab­le­ger Eu­ro­wings lahm

Hun­der­te Flü­ge ge­stri­chen, Son­der­flug­plan und Zehn­tau­sen­de be­trof­fe­ne Pas­sa­gie­re: Der Streik der Flug­be­glei­ter des Luft­han­sa-Bil­lig­flie­gers Eu­ro­wings treibt den Dau­er­streit der Spar­ten­ge­werk­schaf­ten mit dem Kon­zern auf ei­nen neu­en Hö­he­punkt

27.10.2016. (dpa) - Der Streik beim Bil­lig­flie­ger Eu­ro­wings hat am Don­ners­tag ei­nen gro­ßen Teil des Flug­be­triebs der Luft­han­sa-Toch­ter lahm­ge­legt.

Nach An­ga­ben der Air­line wer­den na­he­zu al­le in­ner­deut­schen Flü­ge aus­fal­len.

Auch im Eu­ro­pa-Ver­kehr sei mit er­heb­li­chen Be­hin­de­run­gen zu rech­nen.

Von ins­ge­samt rund 550 ge­plan­ten Flü­gen wur­den et­wa 400 ab­ge­sagt.

Grund ist ein ganz­tä­gi­ger Streik der Ka­bi­nen­ge­werk­schaft Ufo bei den Teil­ge­sell­schaf­ten Eu­ro­wings GmbH und der grö­ße­ren Ger­manwings.

Sie be­trei­ben zu­sam­men 81 der ins­ge­samt 92 Flug­zeu­ge, die un­ter dem Mar­ken­na­men Eu­ro­wings be­wor­ben wer­den.

Ufo-Vor­stand Ni­coley Baublies ver­tei­dig­te den Streik im Mor­gen­ma­ga­zin des ZDF am Don­ners­tag. "Am En­de ste­hen bei bei­den die glei­chen Zie­le und das glei­che Ma­nage­ment da­hin­ter", sag­te Baublies. Soll­te die Flug­ge­sell­schaft kein Ent­ge­gen­kom­men zei­gen, kön­ne es zu wei­te­ren Streiks kom­men. "Dass Eu­ro­wings uns mit ei­nem Ge­halts­plus von 7 Pro­zent ent­ge­gen ge­kom­men sei, ist nur me­di­al ver­brei­tet wor­den. Wir ha­ben die­ses An­ge­bot nie er­hal­ten", sag­te Baublies. Nach bis­he­ri­ger Ver­ein­ba­rung sol­le der Streik 24 St­un­den an­dau­ern. Eu­ro­wings be­kräf­tig­te da­ge­gen, man ha­be ein An­ge­bot vor­ge­legt.

Eu­ro­wings bie­tet den be­trof­fe­nen Kun­den kos­ten­lo­se Um­bu­chun­gen und Stor­nie­run­gen an. Ge­plant ist auch, Flug­zeu­ge an­de­rer Ge­sell­schaf­ten an­zu­mie­ten, um Flug­gäs­te aus Ur­laubs­ge­bie­ten zu­rück­ho­len zu las­sen. Nicht be­streikt wer­den die Lang­stre­cken­flü­ge der Mar­ke Eu­ro­wings. Zu­dem sol­len ein­zel­ne Eu­ro­pa-Flü­ge trotz des Streiks statt­fin­den. Nach An­ga­ben des Un­ter­neh­mens sind et­wa 40.000 Pas­sa­gie­re von den Aus­fäl­len be­trof­fen. Et­wa 150 Flü­ge mit rund 15.000 Rei­sen­den soll­ten statt­fin­den. Eu­ro­wings ver­öf­fent­lich­te auf sei­ner Home­page ei­nen Son­der­flug­plan.

Zum Aus­stand auf­ge­ru­fen sind die Crews an sämt­li­chen grö­ße­ren deut­schen Flug­hä­fen mit Aus­nah­me der gro­ßen Luft­han­sa-Dreh­kreu­ze Frank­furt und Mün­chen, wo ein weit­ge­hend nor­ma­ler Be­trieb statt­fin­den soll­te. Aus­gangs­punkt des Streiks wa­ren die ge­schei­ter­ten Ta­rif­ge­sprä­che bei der Düs­sel­dor­fer Eu­ro­wings GmbH. In den Ver­hand­lun­gen bis in den Mitt­woch­mor­gen hat­ten sich Ufo und das Un­ter­neh­men nicht auf ein Sch­lich­tungs­ver­fah­ren ei­ni­gen kön­nen.

Am Mitt­woch­abend hat­te Ufo dann das Streik-Sze­na­rio noch auf die grö­ße­re Kon­zern­schwes­ter Ger­manwings aus­ge­wei­tet, in­dem man dort die of­fe­nen Ta­rif­ge­sprä­che zur Teil­zeit für ge­schei­tert er­klär­te und so­mit auch dort in den Ar­beits­kampf ein­stei­gen kann. In ei­nem Schrei­ben auf der Ufo-Home­page bat die Ge­werk­schaft die be­trof­fe­nen Pas­sa­gie­re um Ver­ständ­nis. Man hät­te ger­ne auf die Ar­beits­kampf­maß­nah­men ver­zich­tet, weil man sich Pas­sa­gie­ren und auch dem Ar­beit­ge­ber ver­bun­den füh­le. "Da­her hat die Ufo als un­se­re Ge­werk­schaft seit Jah­ren mit dem Ar­beit­ge­ber ver­han­delt, bis wir uns nun­mehr zu die­sem Schritt ent­schlie­ßen muss­ten."

Da­bei ge­he es "nicht um das Er­kämp­fen von Lu­xuspri­vi­le­gi­en, son­dern um die Fra­ge, wie die enor­me Be­las­tung durch ta­rif­li­che Ver­ein­ba­run­gen ab­zu­fe­dern ist". Ger­manwings be­treibt für die Eu­ro­wings-Platt­form 58 Ma­schi­nen, die Eu­ro­wings GmbH 23 Jets. Zu­sätz­lich ist noch ein knap­pes Dut­zend Flug­zeu­ge da­zu ge­mie­tet, bei ei­ner ös­ter­rei­chi­schen Ge­sell­schaft re­gis­triert oder auf der Lang­stre­cke ein­ge­setzt. Die­se kön­nen ak­tu­ell nicht be­streikt wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 3. Dezember 2016

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