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Flug­lot­sen­streiks ab Mon­tag - deut­sche Be­tei­li­gung noch un­klar

Die Re­form des eu­ro­päi­schen Luft­raums kommt nicht vor­an: Die Lot­sen 28 na­tio­na­ler Flug­si­che­run­gen sind mit dem Kurs der EU-Kom­mis­si­on nicht ein­ver­stan­den. Kom­men­de Wo­che wol­len sie eu­ro­pa­weit strei­ken

24.01.2014. (dpa) - Flug­pas­sa­gie­re in Eu­ro­pa müs­sen sich für die kom­men­de Wo­che auf mas­si­ve Be­hin­de­run­gen im Luft­ver­kehr ein­rich­ten.

Grund sind ab­ge­stimm­te Streiks der Flug­lot­sen ver­schie­de­ner na­tio­na­ler Flug­si­che­run­gen ge­gen Re­form­plä­ne der EU zur Neu­ord­nung des eu­ro­päi­schen Luft­raums.

Den An­fang wol­len am Mon­tag die Fran­zo­sen ma­chen, de­ren füh­ren­de Ge­werk­schaft SNC­TA gleich zu ei­nem fünf­tä­gi­gen Aus­stand auf­ge­ru­fen hat.

In Deutsch­land hat die Ge­werk­schaft der Flug­si­che­rung (GdF) für den kom­men­den Mitt­woch (29. Ja­nu­ar) zu ei­nem ein­stün­di­gen So­li­da­ri­täts­streik in al­len Dienst­stel­len der Flug­si­che­rung auf­ge­ru­fen. Auch in wei­te­ren Staa­ten wie Ita­li­en, Spa­ni­en, Por­tu­gal und Ös­ter­reich sind Ar­beits­nie­der­le­gun­gen mit dem Schwer­punkt am Mitt­woch und Don­ners­tag ge­plant.

Rund 2000 Lot­sen sol­len bun­des­weit zwi­schen 8.00 Uhr und 9.00 Uhr die Ar­beit nie­der­le­gen, sag­te ein GdF-Spre­cher nach ei­ner Vor­stands­sit­zung am Don­ners­tag in Frank­furt. Ob es tat­säch­lich zu dem Aus­stand und da­mit zu zahl­rei­chen Flug­aus­fäl­len oder Ver­spä­tun­gen kommt, steht aber noch kei­nes­wegs fest. Die bun­des­ei­ge­ne Deut­sche Flug­si­che­rung GmbH (DFS) hat be­reits beim Ar­beits­ge­richt Frank­furt ei­ne einst­wei­li­ge Ver­fü­gung ge­gen den ih­rer Auf­fas­sung nach po­li­tisch mo­ti­vier­ten und da­mit il­le­ga­len GdF-Streik be­an­tragt. Das Ge­richt ent­schei­det am Mon­tag.

Hin­ter­grund des Kon­flikts sind feh­len­de Fort­schrit­te auf dem Weg zu ei­nem ein­heit­li­chen Luft­ver­kehrs­raum über Eu­ro­pa. Die eu­ro­päi­sche Flug­lots­en­ge­werk­schaft ATCEUC wen­det sich ge­gen pau­scha­le Spar­vor­ga­ben der EU-Kom­mis­si­on und an­geb­lich feh­len­de Si­cher­heits­vor­schrif­ten. Im Ok­to­ber war ein eu­ro­pa­wei­ter Ak­ti­ons­tag der Lot­sen nach ei­nem er­neu­ten Ge­sprächs­an­ge­bot der Kom­mis­si­on ab­ge­bla­sen wor­den. In der Fol­ge sei aber nichts Kon­kre­tes her­aus­ge­kom­men, sagt GdF-Chef Ma­thi­as Maas. "Das passt hin­ten und vor­ne nicht und führt in den Län­dern zu schlim­men Kon­flik­ten."

Die bun­des­ei­ge­ne DFS sieht sich zu dem ju­ris­ti­schen Vor­ge­hen ge­zwun­gen, um wirt­schaft­li­chen Scha­den von dem Un­ter­neh­men ab­zu­wen­den, wie ei­ne Spre­che­rin am Haupt­sitz Lan­gen bei Frank­furt sag­te. In­halt­lich tei­le man ei­ni­ge Kri­tik der Lot­sen an den EU-Plä­nen, hal­te Streiks aber nicht für das ge­eig­ne­te Mit­tel, da­ge­gen vor­zu­ge­hen. Schon im In­ter­es­se der Kun­den müs­se der Scha­den durch Flug­aus­fäl­le ver­mie­den wer­den.

Maas be­grüß­te den Gang vors Ge­richt. Die­ser schaf­fe Rechts­si­cher­heit. Im Fal­le ei­nes Ver­bots wer­de die GdF auf je­den Fall in die Be­ru­fung ge­hen, kün­dig­te der Ge­werk­schafts­vor­sit­zen­de an. Der ge­plan­te Streik sei le­gal und ver­hält­nis­mä­ßig. Die DFS woll­te sich nicht zu ih­rem Vor­ge­hen im Fall ei­ner Nie­der­la­ge in der ers­ten In­stanz äu­ßern.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 28. Juli 2016

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