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Für mehr Frau­en auf dem Chef­ses­sel - Der Teil­zeit-Ma­na­ger als Vor­bild

Frau­en ha­ben im deut­schen Top-Ma­nage­ment noch im­mer Sel­ten­heits­wert, trotz al­ler Ap­pel­le hat sich bis­her we­nig ge­tan. Fach­leu­te sa­gen: es braucht ei­nen Kul­tur­wan­del in den Fir­men

19.12.2015. (dpa) - Um end­lich mehr Frau­en den Weg in die Füh­rungs­eta­gen zu eb­nen, braucht es nach An­sicht der Be­ra­tungs­fir­ma Bos­ton Con­sul­ting Group (BCG) ei­nen Kul­tur­wan­del in den Un­ter­neh­men.

Männ­li­che Füh­rungs­kräf­te soll­ten mit gu­tem Bei­spiel vor­an­ge­hen, in­dem sie selbst et­wa in Teil­zeit ar­bei­ten, heißt es in ei­ner am Frei­tag in Mün­chen ver­öf­fent­li­chen BCG-Stu­die.

Fle­xi­ble­re Ar­beits­zei­ten soll­ten Frau­en dau­er­haft an das Un­ter­neh­men bin­den.

Frau­en an der Spit­ze deut­scher Un­ter­neh­men sind noch im­mer ei­ne Sel­ten­heit. Ob­wohl in­zwi­schen mehr als die Hälf­te al­ler Uni-Ab­sol­ven­ten weib­lich sei, war 2014 laut Stu­die nicht ein­mal je­de drit­te Füh­rungs­kraft ei­ne Frau. Die­se Quo­te ha­be sich in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren kaum ge­än­dert. Die Be­ra­tungs­fir­ma Ernst & Young hat­te im Som­mer be­klagt, nur 36 der ins­ge­samt 667 Vor­stands­pos­ten bör­sen­no­tier­ter Un­ter­neh­men sei­en mit Frau­en be­setzt.

Größ­ter Kar­rie­re-Hemm­schuh für Frau­en sind laut BCG die ei­ge­nen Kin­der. "Frau­en oh­ne Kin­der schaf­fen es drei­mal häu­fi­ger in die Top­ma­nage­ment­po­si­tio­nen." Vor al­lem im kar­rie­re­re­le­van­ten Al­ter zwi­schen 30 und 40 Jah­ren stei­ge der An­teil von Ar­beit­neh­me­rin­nen, die auf Teil­zeit-Mo­del­le um­stei­gen - nur die Hälf­te von ih­nen neh­me die vol­le Stel­le spä­ter wie­der auf.

Um die deut­schen Chef­eta­gen weib­li­cher zu ma­chen, hat die Bun­des­re­gie­rung in die­sem Jahr die Frau­en­quo­te von min­des­tens 30 Pro­zent für Auf­sichts­rä­te be­schlos­sen. Die­se Quo­te müs­sen bör­sen­no­tier­te und mit­be­stim­mungs­be­rech­tig­te Un­ter­neh­men ab 2016 bei der Neu­be­set­zung von Auf­sichts­rats­pos­ten um­set­zen.

Auch et­was klei­ne­re Un­ter­neh­men und der öf­fent­li­che Dienst wer­den da­zu ver­pflich­tet, den Frau­en­an­teil in den Chef­eta­gen zu er­hö­hen und über ih­re Fort­schrit­te zu be­rich­ten. Sie ha­ben aber - an­ders als die Groß­kon­zer­ne - kei­ne Stra­fen zu be­fürch­ten, wenn sie ihr Ziel ver­feh­len.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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