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KfW: Frau­en­an­teil an Fir­men­grün­dern steigt auf Re­kord­hoch

Der weib­li­che An­teil un­ter deut­schen Fir­men­grün­dern ist 2013 auf ein Re­kord­hoch ge­klet­tert: Häu­fi­ger als Män­ner ma­chen sich Frau­en aus der Er­werbs­lo­sig­keit her­aus selbst zum Chef. Das gilt vor al­lem für Müt­ter

16.09.2014. (dpa) - Der Frau­en­an­teil un­ter Fir­men­grün­dern in Deutsch­land ist nach ei­ner KfW-Ana­ly­se noch nie so hoch ge­we­sen wie 2013.

Rund 43 Pro­zent der Be­triebs­grün­dun­gen (376 000 von 868 000) sei­en im ver­gan­ge­nen Jahr durch Frau­en­hand voll­zo­gen wor­den, teil­te die staats­ei­ge­ne För­der­bank am Mon­tag in Frank­furt mit.

Je­der zwei­te Ne­ben­er­werbs­grün­der und je­der drit­te Voll­er­werbs­grün­der war dem­nach weib­lich.

"Die Selbst­stän­dig­keit, ge­ra­de im Ne­ben­er­werb, bie­tet für vie­le Frau­en of­fen­bar ei­ne Mög­lich­keit, Fa­mi­lie und Be­ruf zu ver­ein­ba­ren", sag­te KfW-Chef­volks­wirt Jörg Zeu­ner.

Von den Müt­tern un­ter den Grün­de­rin­nen wa­ren 43 Pro­zent zu­vor nicht er­werbs­tä­tig.

Ins­ge­samt wag­ten Frau­en den Schritt in die Selbst­stän­dig­keit häu­fi­ger als Män­ner aus der Not her­aus: 35 Pro­zent der Frau­en ga­ben an, sich auf­grund feh­len­der al­ter­na­ti­ver Be­schäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten für die Selbst­stän­dig­keit ent­schie­den zu ha­ben. Bei den Män­nern trifft das nur auf je­den Vier­ten (26 Pro­zent) zu. Hin­ge­gen ma­chen sich 58 Pro­zent der Män­ner, aber nur 46 der Frau­en selbst­stän­dig, weil sie ei­ne in­no­va­ti­ve Ge­schäfts­idee um­set­zen wol­len.

Tat­säch­lich ru­fen Frau­en über­durch­schnitt­lich häu­fig ei­ne Fir­ma im Be­reich der per­sön­li­chen Dienst­leis­tun­gen ins Le­ben: sie rich­ten ei­ne Pra­xis für Phy­sio­the­ra­pie ein, er­öff­nen ei­nen Fri­seur­sa­lon oder star­ten ei­ne frei­be­ruf­li­che Lehr­tä­tig­keit. Die Grün­dungs­vor­ha­ben ih­rer männ­li­chen Kol­le­gen fo­kus­sier­ten sich da­ge­gen stär­ker auf wirt­schaft­li­che Dienst­leis­tun­gen wie Soft­ware­ent­wick­lung, Steu­er- und Rechts­be­ra­tung oder die Ver­mark­tung von Im­mo­bi­li­en.

Über den Ge­schäfts­er­folg sa­ge dies aber nichts aus, sag­te Zeu­ner: "Grün­de­rin­nen bre­chen ihr Pro­jekt nicht häu­fi­ger ab als Grün­der und sind im Hin­blick auf das lang­fris­ti­ge Über­le­ben ih­res Vor­ha­bens min­des­tens ge­nau­so er­folg­reich." Aus Sicht der KfW ist die jüngs­te Ent­wick­lung an­ge­sichts der schrump­fen­den Er­werbs­be­völ­ke­rung und des dro­hen­den Fach­kräf­te­man­gels ei­ne gu­te Nach­richt.

Ins­ge­samt ist Deutsch­land nicht ge­ra­de ein Land der Fir­men­grün­der. Im ver­gan­ge­nen Jahr mach­ten sich 868 000 Men­schen selbst­stän­dig - 42 Pro­zent we­ni­ger als zehn Jah­re zu­vor. Die­ser Trend hat sich auch im ers­ten Halb­jahr 2014 fort­ge­setzt. Nach vor­läu­fi­gen Zah­len wur­den knapp 65 000 Be­trie­be an­ge­mel­det, de­ren Rechts­form und Be­schäf­tig­ten­zahl auf ei­ne grö­ße­re wirt­schaft­li­che Be­deu­tung schlie­ßen las­se, teil­te das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt am Mon­tag in Wies­ba­den mit. Das sei­en 2,8 Pro­zent we­ni­ger als im ers­ten Halb­jahr 2013. Gleich­zei­tig wur­den von Ja­nu­ar bis En­de Ju­ni 2014 fast 58 000 grö­ße­re Be­trie­be ge­schlos­sen - 3,6 Pro­zent we­ni­ger als im Vor­jahr.

Die Ge­samt­zahl der Ge­wer­be­an­mel­dun­gen in­klu­si­ve Klein­un­ter­neh­men und Ne­ben­er­werbs­be­trie­ben sank im ers­ten Halb­jahr 2014 ge­gen­über dem Vor­jahr um 2,5 Pro­zent auf rund 378 000. Dar­in sind auch Be­triebs­über­ga­ben, Um­wand­lun­gen und Fort­zü­ge ent­hal­ten. Dem stan­den 352 000 Ab­mel­dun­gen (plus 0,1 Pro­zent) bei den Ge­wer­be­äm­tern ge­gen­über.

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Letzte Überarbeitung: 1. Februar 2016

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