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Ab Frei­tag Ki­ta-Streiks - Bsirs­ke: Viel Ver­ständ­nis der El­tern

Die Ge­werk­schaf­ten rie­fen wie er­war­tet ei­nen un­be­fris­te­ten Streik an Ki­tas aus. Är­ger­lich für vie­le, dass er sich mit dem Bahn­streik über­schnei­det

07.05.2015. (dpa) - Hun­dert­tau­sen­de El­tern müs­sen sich von Frei­tag an auf un­be­fris­te­te Streiks in den kom­mu­na­len Ki­tas ein­stel­len und ei­ne al­ter­na­ti­ve Be­treu­ung für ih­re Kin­der su­chen.

Der Vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft Ver­di, Frank Bsirs­ke, kün­dig­te am Mitt­woch in Ber­lin flä­chen­de­cken­de Ar­beits­nie­der­le­gun­gen in den Kin­der­ta­ges­stät­ten an.

Aus­nah­men ge­be es zu­nächst in ei­ni­gen west­deut­schen Städ­ten wie Köln, Dort­mund und Düs­sel­dorf.

Dort wür­den die Ki­tas erst von Mon­tag an be­streikt.

Bsirs­ke sag­te: "Kei­ne Fra­ge, das wird El­tern hart tref­fen." Aber vie­le El­tern hät­ten in den ver­gan­ge­nen Wo­chen durch­aus Ver­ständ­nis da­für ge­zeigt, dass der Be­ruf der Er­zie­he­rin­nen und Er­zie­her auf­ge­wer­tet wer­den müs­se. Da­von hän­ge auch die Zu­kunft ih­rer Kin­der ab. "Und Wert­schät­zung drückt sich nun mal auch im Ge­halt aus", sag­te Bsirs­ke. Gu­tes Geld brin­ge wie­der­um gu­te Kräf­te.

Die Ver­di-Mit­glie­der vo­tier­ten in ei­ner Ur­ab­stim­mung mit rund 93,5 Pro­zent für un­be­fris­te­te Streiks im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst. Beim Be­am­ten­bund dbb wa­ren es 96,5 und bei der Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) knapp 96,4 Pro­zent. Die Ge­werk­schaf­ten hat­ten nach fünf Run­den die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die bun­des­weit 240 000 Er­zie­her und So­zi­al­ar­bei­ter in kom­mu­na­len Ein­rich­tun­gen in der ver­gan­ge­nen Wo­che für ge­schei­tert er­klärt.

Sie for­dern ei­ne fi­nan­zi­el­le Auf­wer­tung die­ser Be­ru­fe un­ter an­de­rem durch ei­ne hö­he­re Ein­grup­pie­rung. Nach An­ga­ben der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (VKA) be­läuft sich die For­de­rung für al­le be­trof­fe­nen Grup­pen auf 1,2 Mil­li­ar­den Eu­ro. Sie kri­ti­sier­ten die Ki­ta-Streiks. Der Ta­rif­kon­flikt dür­fe nicht auf dem Rü­cken von Kin­dern und El­tern aus­ge­tra­gen wer­den. Die VKA for­dert ei­ne Fort­set­zung der Ver­hand­lun­gen. Ei­ne pau­scha­le Zehn-Pro­zent-For­de­rung der Ge­werk­schaf­ten lehn­te sie er­neut ab.

Bsirs­ke sag­te, die Ar­beit­ge­ber­sei­te ha­be es jetzt in der Hand, wie lan­ge der Streik daue­re. So­bald ei­ne ak­zep­ta­ble Auf­wer­tung auf dem Tisch lie­ge, kön­ne der Streik be­en­det wer­den.

Zu­spruch be­ka­men die Er­zie­he­rin­nen von SPD-Chef Sig­mar Ga­bri­el, dem Lin­ken-Vor­sit­zen­den Bernd Ri­ex­in­ger und dem Frak­ti­ons­chef der Grü­nen, An­ton Hof­rei­ter. In ei­nem Schrei­ben Ga­bri­els an SPD-Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, das der dpa vor­liegt, hieß es: "Wie vie­le von Euch, ha­be ich in den letz­ten drei Jah­ren täg­lich er­le­ben dür­fen, wie sehr mei­ne jüngs­te Toch­ter vom päd­ago­gi­schen En­ga­ge­ment in ih­rer "Ki­ta" pro­fi­tiert." Die­se hoch­wer­ti­ge Tä­tig­keit dür­fe nicht als schlecht be­zahl­ter "Frau­en­be­ruf" eti­ket­tiert wer­den. Er sei sich aber auch über die an­ge­spann­te fi­nan­zi­el­le La­ge in vie­len Kom­mu­nen be­wusst.

Hof­rei­ter er­klär­te: "Die Er­zie­he­rin­nen und Er­zie­her ha­ben al­len Grund für ih­ren Streik. Ge­sell­schaft­lich ex­trem sinn­vol­le Ar­beit in den Ki­tas ge­hört end­lich an­stän­dig be­zahlt." Ri­ex­in­ger be­ton­te: "Ki­tas stär­ken heißt, die Zu­kunft un­se­rer Kin­der zu stär­ken."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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