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Frist­lo­se Kün­di­gung we­gen ver­wei­ger­ter Her­aus­ga­be von Dienst­han­dy und Dienst-Lap­top

Auch oh­ne vor­he­ri­ge Ab­mah­nung kann die be­harr­li­che Ver­wei­ge­rung der Her­aus­ga­be von Fir­men­ei­gen­tum ei­ne frist­lo­se Kün­di­gung nach sich zie­hen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 21.07.2011, 7 Sa 312/11

16.01.2012. Ar­beit­neh­mer müs­sen die ih­nen über­las­se­nen Sa­chen ih­res Ar­beit­ge­bers auf des­sen Ver­lan­gen her­aus­ge­ben, und zwar so­fort, denn an­dern­falls set­zen sie sich ins Un­recht und ris­kie­ren ei­ne Ab­mah­nung, schlimms­ten­falls so­gar ei­ne frist­lo­se Kün­di­gung. Das be­stä­tigt ei­ne ak­tu­el­le Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln (Ur­teil vom 21.07.2011, 7 Sa 312/11).

Im Streit­fall war ein be­fris­tet für ein Jahr be­schäf­tig­ter Ar­beit­neh­mer gut zwei Mo­na­te vor Ab­lauf der Ver­trags­lauf­zeit von der Ar­beit frei­ge­stellt wor­den. Bei die­ser Ge­le­gen­heit for­der­te der Ar­beit­ge­ber ihn auf, die ihm zum dienst­li­chen Ge­brauch über­las­se­nen Sa­chen - ein Lap­top und ein I-Pho­ne - her­aus­zu­ge­ben. Das tat der Ar­beit­neh­mer nicht, ob­wohl ihn der Ar­beit­ge­ber mehr­fach drin­gend da­zu auf­ge­for­dert hat­te, zu­letzt so­gar un­ter An­dro­hung ei­ner Straf­an­zei­ge.

Als al­les nichts half, er­klär­te der Ar­beit­ge­ber die au­ßer­or­dent­li­che frist­lo­se Kün­di­gung. Der ge­kün­dig­te Ar­beit­neh­mer er­hob Kün­di­gungs­schutz­kla­ge, die er vor dem Ar­beits­ge­richt Köln (Ur­teil vom 14.01.2011, 19 Ca 3924/10) und vor dem LAG Köln (Ur­teil vom 21.07.2011, 7 Sa 312/11) ver­lor. Be­grün­dung des LAG Köln: Der Ar­beit­neh­mer durf­te den ihm über­las­se­nen Lap­top und das I-Pho­ne aus­schließ­lich zu dienst­li­chen Zwe­cken ver­wen­den, d.h. ein Recht zum Pri­vat­ge­brauch be­stand nicht. Da­her war der Ar­beit­neh­mer nur "Be­sitz­die­ner" des Ar­beit­ge­bers im Sin­ne von § 855 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB). Das wie­der­um heißt, dass er die tat­säch­li­che Ge­walt über die Sa­che sei­nes Ar­beit­ge­bers al­lein "für" den Ar­beit­ge­ber aus­übt und da­bei den auf die Sa­che be­zo­ge­nen Wei­sun­gen des Ar­beit­ge­bers Fol­ge leis­ten muss, so dass der Ar­beit­ge­ber al­lei­ni­ger Be­sit­zer.

Ei­ne Ab­mah­nung war hier nach An­sicht der Ge­rich­te nicht nö­tig, da der Ar­beit­neh­mer durch die ihm an­ge­droh­te Straf­an­zei­ge hin­rei­chend ge­warnt war.

Fa­zit: Auf ei­nen Streit über das vom Ar­beit­ge­ber her­aus­ver­lang­te Fir­men­ei­gen­tum soll­ten sich Ar­beit­neh­mer nicht ein­las­sen. Das gilt auch dann, wenn sie zum pri­va­ten Ge­brauch der ih­nen über­las­se­nen Sa­chen be­rech­tigt sind wie das meis­tens bei Dienst­wa­gen der Fall ist. Dann ist der Ar­beit­neh­mer zwar selbst Be­sit­zer der ihm über­las­se­nen Sa­chen des Ar­beit­ge­bers, doch ist hier meist das sog. Recht zum Be­sitz strei­tig. Ob man nun zum Pri­vat­ge­brauch von Fir­men­ei­gen­tum be­rech­tigt ist oder nicht: Der prak­ti­sche Nut­zen die­ser Din­ge mag noch so groß sein - den Nach­teil in­fol­ge ei­ner we­gen der ver­wei­ger­ten Her­aus­ga­be aus­ge­spro­che­nen Kün­di­gung kann er nicht auf­wie­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 24. August 2016

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