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Spä­te­re Früh­schich­ten zur WM: Ge­werk­schaf­ten hof­fen auf Ar­beit­ge­ber

Die Vor­freu­de auf die WM ist groß, doch vie­le Ar­beit­neh­mer ha­dern mit den An­stoß­zei­ten: Die Spie­le sind oft erst am spä­ten Abend zu se­hen. Zu spät, um zur Früh­schicht aus­ge­ruht zu sein? Die Ge­werk­schaf­ten hof­fen auf Fuß­ball­freun­de un­ter den Ar­beit­ge­bern

23.04.2014. (dpa) - Da­mit Ar­beit­neh­mer wäh­rend der Fuß­ball-WM in Bra­si­li­en auch die Abend- und Nacht­spie­le schau­en kön­nen, for­dern Ge­werk­schafts­ver­tre­ter spä­te­re Früh­schich­ten.

"Lie­be Ar­beit­ge­ber, drückt mal ein Au­ge zu. Wenn die Spie­le spät nachts statt­fin­den, dann guckt doch, dass ihr eu­re Ar­beit­neh­mer am nächs­ten Tag ein­fach mal ei­ne St­un­de oder zwei St­un­den spä­ter an­fan­gen lasst", sag­te Cars­ten Burck­hardt, Vor­stands­mit­glied der IG Bau, am Diens­tag.

Zu­vor hat­te die "Bild"-Zei­tung über die Ap­pel­le von Ge­werk­schafts­ver­tre­tern be­rich­tet. So sag­te der Chef der IG Berg­bau Che­mie En­er­gie, Mi­cha­el Vas­si­lia­dis, der Zei­tung: "Ich fin­de, dass Ar­beit­ge­ber und Be­triebs­rä­te be­spre­chen soll­ten, die Ar­beits­zei­ten wenn mög­lich so zu ge­stal­ten, dass die Be­schäf­tig­ten die WM-Spie­le schau­en kön­nen. Hier geht mehr als ein schnö­des "Geht nicht"."

Auch die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di un­ter­stütz­te den Vor­stoß. "Über­all da, wo es mög­lich ist, ist es im In­ter­es­se von Ar­beit­ge­bern und Ar­beit­neh­mern, fle­xi­bel zu sein", sag­te Ver­di-Spre­cher Chris­toph Schmitz.

We­gen der Zeit­ver­schie­bung sind vie­le WM-Spie­le in Deutsch­land erst am spä­ten Abend zu se­hen - ei­ni­ge wer­den so­gar erst um Mit­ter­nacht an­ge­pfif­fen. Soll­te es die deut­sche Mann­schaft bei­spiels­wei­se ins Halb­fi­na­le schaf­fen, wür­de das Spiel hier­zu­lan­de erst ab 22 Uhr über die Bild­schir­me flim­mern.

Die Ar­beit­ge­ber zeig­ten sich teil­wei­se auf­ge­schlos­sen für den Vor­schlag. "Vie­le mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­mer sind gro­ße Fuß­ball-Fans", sag­te Ma­rio Oho­ven, Prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des mit­tel­stän­di­scher Wirt­schaft (BVMW), der dpa. "Des­halb soll­te es ge­ra­de bei Klein- und Mit­tel­be­trie­ben mög­lich sein, dass Un­ter­neh­mer und Mit­ar­bei­ter mit­ein­an­der fle­xi­ble Ar­beits­zei­ten ver­ein­ba­ren", sag­te Oho­ven.

An­de­re stell­ten zu­nächst klar, dass die WM kein Frei­brief für Frei­stun­den sein kön­ne. "Ar­beit­neh­mer ha­ben kei­nen An­spruch dar­auf, wäh­rend der Ar­beits­zeit Fuß­ball­spie­le zu schau­en oder we­gen ei­nes Nacht­spiels mor­gens nicht zur Ar­beit zu kom­men", teil­te die Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA) mit. "Vie­le Ar­beit­ge­ber wer­den aber ver­su­chen, ent­spre­chend den be­trieb­li­chen Mög­lich­kei­ten Frei­stel­lun­gen zu or­ga­ni­sie­ren."

Auch der Deut­sche In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag (DIHK) ver­sprach Fle­xi­bi­li­tät. "Von Gleit­zeit, Über­stun­den­ab­bau oder Schicht­tausch mit we­ni­ger Fuß­ball in­ter­es­sier­ten Kol­le­gen bis hin zu der Mög­lich­keit nach­zu­ar­bei­ten, ist vie­les denk­bar", er­klär­te der stell­ver­tre­ten­de DIHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Achim Dercks.

Die Fuß­ball-WM in Bra­si­li­en be­ginnt am 12. Ju­ni. Der neue Welt­meis­ter wird am 13. Ju­li im End­spiel in Rio de Ja­nei­ro ge­kürt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 20. August 2014

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