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Ga­bri­el und IG Me­tall: Flücht­lin­ge nicht zu Lohn-Dum­ping miss­brau­chen

Flücht­lin­ge müs­sen über die Ar­beit in die deut­sche Ge­sell­schaft in­te­griert wer­den: Ge­werk­schaf­ten sei­en da­für die bes­ten Ex­per­ten, hat der Wirt­schafts­mi­nis­ter der IG Me­tall ins Stamm­buch ge­schrie­ben

19.10.2015. (dpa) - Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­bri­el hat die IG Me­tall auf­ge­ru­fen, sich bei der In­te­gra­ti­on tau­sen­der Flücht­lin­ge zu en­ga­gie­ren. Die In­te­gra­ti­on fin­de in den Be­trie­ben und im All­tag statt, sag­te der SPD-Po­li­ti­ker am Sonn­tag bei der Er­öff­nung des ein­wö­chi­gen Ge­werk­schafts­ta­ges der IG Me­tall in Frank­furt. Ga­bri­el sprach sich ent­schie­den ge­gen ei­ne Ab­sen­kung des Min­dest­lohns für Flücht­lin­ge aus. Es sei so­zia­ler Spreng­stoff für die Ge­sell­schaft, «wenn wir Ar­me ge­gen Ar­me aus­spie­len».

Deutsch­land ste­he vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen, bei de­nen aber der Ein­druck ver­mie­den wer­den müs­se, dass ein­zel­ne Be­völ­ke­rungs­grup­pen we­gen der Flücht­lin­ge ver­nach­läs­sigt wür­den. «`Für die habt ihr al­les, für uns nichts' - die­ser Satz darf in Deutsch­land kei­ne Rea­li­tät wer­den», sag­te der SPD-Chef. Drin­gend not­wen­di­ge In­ves­ti­tio­nen ins Bil­dungs­sys­tem oder in den so­zia­len Woh­nungs­bau müss­ten al­len Men­schen zu­gu­te­kom­men.

Zu­vor hat­te der schei­den­de IG-Me­tall-Chef Det­lef Wet­zel da­vor ge­warnt, Flücht­lin­ge als «neu­es Ar­gu­ment» für Dum­ping­löh­ne zu miss­brau­chen. Es ha­be be­reits Vor­stö­ße sei­tens der Ar­beit­ge­ber ge­ge­ben, Flücht­lin­ge mit ge­rin­gen Qua­li­fi­ka­tio­nen un­ter Ta­rif zu be­zah­len, er­klär­te Wet­zel. Die Ta­rif­ver­trä­ge der IG Me­tall hät­ten aus­rei­chend Spiel­raum, auch ein­fachs­te Tä­tig­kei­ten in der In­dus­trie an­stän­dig zu be­zah­len. «Da gibt es nichts nach un­ten zu re­geln. Al­le Men­schen ha­ben das Recht auf Min­dest­lohn oder Ta­rif­lohn», sag­te Wet­zel. Ga­bri­el for­der­te er auf, den Miss­brauch von Werk­ver­trä­gen zur Lohn­drü­cke­rei zu ver­hin­dern.

Ga­bri­el stütz­te die IG-Me­tall-Li­nie, dass der Ab­gas­skan­dal bei VW nicht zu Nach­tei­len für die Be­schäf­tig­ten füh­ren dür­fe. Sie dürf­ten nicht zu den Leid­tra­gen­den kri­mi­nel­ler Ma­chen­schaf­ten ei­ni­ger We­ni­ger wer­den. Der Wirt­schafts­mi­nis­ter warn­te da­vor, bei der Auf­ar­bei­tung die Die­sel­tech­no­lo­gie und die ge­sam­te Au­to­in­dus­trie zu ver­teu­feln.

Auf dem 23. Or­dent­li­chen Ge­werk­schafts­tag wol­len die 485 ge­wähl­ten De­le­gier­ten der IG Me­tall ei­ne Wo­che lang die per­so­nel­len und in­halt­li­chen Wei­chen für die kom­men­den vier Jah­re stel­len. So will die Ge­werk­schaft un­ter an­de­rem neue Ar­beits­zeit­mo­del­le ent­wer­fen und be­schlie­ßen, das künf­tig auch So­lo­selbst­stän­di­ge als Mit­glie­der auf­ge­nom­men wer­den kön­nen.

Die Vor­stands­wah­len ste­hen am Diens­tag an, wenn der bis­he­ri­ge Zwei­te Vor­sit­zen­de Jörg Hof­mann zum Ers­ten ge­wählt wer­den will. Der 59-Jäh­ri­ge folgt vor­aus­sicht­lich Wet­zel, der nach zwei Jah­ren an der Ge­werk­schafts­spit­ze sei­nen Ab­schied nimmt. Für das Amt der zwei­ten Vor­sit­zen­den tritt mit Chris­tia­ne Ben­ner erst­mals ei­ne Frau an

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Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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