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Mehr Geld für Fri­seu­re - Um­satz der Be­trie­be sta­gniert

Mit Dum­ping­löh­nen im Fri­seur­hand­werk ist es vor­bei: Die Hand­werks­meis­ter müs­sen ih­ren An­ge­stell­ten nun Min­dest­löh­ne zah­len. Vie­le Sa­lons ha­ben be­reits die Prei­se er­höht - doch ihr Um­satz sta­gniert

05.12.2013. (dpa) - Tau­sen­de Fri­seu­re in Thü­rin­gen er­hal­ten im De­zem­ber mehr Geld.

Grund ist der Min­dest­lohn­ta­rif­ver­trag, der rück­wir­kend zum 1. No­vem­ber für al­le Be­trie­be im Fri­seur­hand­werk als ver­bind­lich er­klärt wur­de.

"Die Mit­ar­bei­ter ha­ben da­mit ein Recht auf die Zah­lung. Der Min­dest­lohn ist jetzt für das Fri­seur­hand­werk Ge­setz", sag­te Thü­rin­gens Lan­des­in­nungs­meis­te­rin Sy­bil­le Hain der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

Das Ge­schäfts­mo­dell man­cher Bil­lig­an­bie­ter, die auf Nied­rig­löh­ne für ih­re Be­schäf­tig­ten und Prei­se von un­ter 20 Eu­ro für Wa­schen, Schnei­den, Fö­nen ge­setzt hat­ten, sei da­mit in­fra­ge ge­stellt.

Als Re­ak­ti­on auf hö­he­re Per­so­nal­kos­ten hat­ten vie­le der knapp 2000 Fri­seur­be­trie­be in Thü­rin­gen im Spät­som­mer ih­re Prei­se er­höht.

Das Fri­seur­hand­werk und die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di hat­ten sich auf den ein­heit­li­chen Min­dest­lohn für die Bran­che ge­ei­nigt. Er be­trägt in Ost­deutsch­land nun 6,50 Eu­ro pro St­un­de, im Wes­ten sind es 7,50 Eu­ro pro St­un­de. Ab Au­gust 2014 steigt der Min­dest­lohn in Ost­deutsch­land auf 7,50 Eu­ro und ein Jahr spä­ter auf 8,50 Eu­ro.

Nach Ver­di-An­ga­ben er­hal­ten vie­le Be­schäf­tig­te in Thü­rin­gen da­mit ab No­vem­ber zu ih­ren Mi­ni­mal­löh­nen von bis­her et­wa 4,00 Eu­ro pro St­un­de et­wa 2,50 Eu­ro mehr. "End­lich ist Schluss mit Lohn­dum­ping und un­fai­ren Wett­be­werbs­be­din­gun­gen", er­klär­te Ver­di-Fach­be­reichs­lei­te­rin Chris­tel Tem­pel.

Auch Lan­des­in­nungs­meis­te­rin Hain sieht in der nun ver­bind­li­chen Lohn­un­ter­gren­ze ei­nen Bei­trag, um Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen in der Bran­che zu be­geg­nen. "Die Kun­den soll­ten die Fri­seu­re ru­hig fra­gen, ob sie jetzt tat­säch­lich mehr Lohn er­hal­ten."

Auf die Preis­er­hö­hun­gen, die nach An­ga­ben von Hain im Schnitt bei et­wa 20 bis 25 Pro­zent la­gen, hät­ten vie­le Kun­den mit sel­te­ne­ren Fri­seur­be­su­chen re­agiert. "Man­che ha­ben den Ab­stand zwi­schen zwei Ter­mi­nen ver­län­gert." Das sei ein Grund da­für, dass ei­ne Rei­he von Be­trie­ben trotz hö­he­rer Prei­se ih­ren Um­satz nicht stei­gern konn­te. "Ich den­ke aber, dass vie­le Kun­den die Zahl ih­rer Fri­seur­be­su­che wie­der auf das bis­her üb­li­che Maß brin­gen. Schließ­lich geht es ums Wohl­be­fin­den mit ei­ner gu­ten Fri­sur."

Wie der Min­dest­lohn auf die Bran­che wirkt, sei der­zeit noch nicht ab­zu­schät­zen, sag­te Hain. Ein ers­tes In­diz für die Um­satz­ent­wick­lung kön­ne der Ja­nu­ar sein, der in der Bran­che als eher "flau­er Mo­nat" gel­te. An­ge­sichts ge­stie­ge­ner Per­so­nal­kos­ten könn­te es für man­che Be­trie­be wirt­schaft­lich eng wer­den.

Die baye­ri­sche Fri­seu­r­in­nung hat­te kürz­lich er­klärt, sie hof­fe durch den bun­des­wei­ten Bran­chen­min­dest­lohn auf ein En­de der Dum­ping­preis-Kon­kur­renz im Grenz­ge­biet zu Thü­rin­gen und Sach­sen. Die nied­ri­gen Fri­seur­prei­se in den bei­den ost­deut­schen Län­dern hät­ten seit Jah­ren auch baye­ri­sche Kun­den an­ge­zo­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 25. Juli 2014

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