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Ge­richts­prä­si­den­tin: Leih­ar­beit muss bes­ser ge­re­gelt wer­den

Leih­ar­bei­ter ha­ben An­spruch auf glei­chen Lohn wie das Stamm­per­so­nal: Doch der Teu­fel steckt im De­tail. Mit ei­ner wah­ren Kla­ge­flut ver­su­chen Leih­ar­beit­neh­mer seit Jah­ren, ih­re An­sprü­che vor Ge­richt durch­zu­set­zen

25.12.2013. (dpa) - An­ge­sichts der Kla­ge­wel­le von Leih­ar­bei­tern hält die Prä­si­den­tin des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG), In­grid Schmidt, ei­ne stär­ke­re Re­gu­lie­rung der Bran­che für über­fäl­lig.

Not­wen­dig sei­en ne­ben Sank­tio­nen ge­gen Miss­brauch beim Dau­er­ein­satz von Leih­ar­bei­tern auch prä­zi­se­re Be­stim­mun­gen bei den Lohn­an­sprü­chen, sag­te Schmidt der Nach­rich­ten­agen­tur dpa in Er­furt.

"Es gibt nach wie vor ei­ne Rei­he un­ge­klär­ter Fra­gen."

Die­se be­tref­fen un­ter an­de­rem An­sprü­che auf Ur­laub oder Weih­nachts­geld so­wie auf Zu­schlä­ge al­ler Art.

Leih­ar­beit­neh­mern steht seit Ja­nu­ar 2004 ge­setz­lich der gleich Lohn wie der Stamm­be­leg­schaft (Equal Pay) zu. Al­ler­dings kann durch Ta­rif­ver­trä­ge von die­sem Prin­zip ab­ge­wi­chen wer­den. Nach An­sicht von Schmidt sind der­art weit­ge­hen­de Ta­rif­öff­nun­gen oh­ne je­de Kon­kre­ti­sie­rung we­nig sinn­voll. "Sie sind bis­her nicht im­mer zu­guns­ten der Leih­ar­beit­neh­mer ge­nutzt wor­den."

Für die Pra­xis wä­re es zu­dem ein­fa­cher, wenn der Ge­setz­ge­ber fest­le­ge, wel­che Ent­gelt­be­stand­tei­le zum Equal Pay ge­hör­ten. "Das wür­de auch den be­trof­fe­nen Leih­ar­beit­neh­mern ih­re Lohn­kla­gen er­heb­lich er­leich­tern, die der­zeit im­mer noch in gro­ßer Zahl die Ge­rich­te be­schäf­ti­gen", sag­te Schmidt. Al­lein beim Bun­des­ar­beits­ge­richt sei zur Zeit ein gan­zer Se­nat aus­schließ­lich mit Kla­gen zum Equal Pay be­fasst.

Das höchs­te deut­sche Ar­beits­ge­richt hat 2013 mit ei­ner gan­zen Rei­he von Ur­tei­len zur Leih­ar­beit Lohn­dum­ping und Miss­brauch Gren­zen ge­setzt. Zu­letzt hat­te der neun­te BAG-Se­nat im De­zem­ber beim mas­sen­haf­ten Dau­er­ein­satz von Leih­ar­bei­tern den Ball der Po­li­tik zu­ge­spielt und ent­schie­den, dass Leih­ar­bei­ter nach län­ge­rer Be­schäf­ti­gung in ei­nem Un­ter­neh­men nicht auf ei­ne Fest­an­stel­lung po­chen kön­nen. Die Rich­ter hat­ten da­für kei­ne ge­setz­li­che Hand­ha­be ge­se­hen (BAG, Ur­teil vom 10.12.2013, 9 AZR 51/13 - wir be­rich­te­ten in: Ar­beits­recht ak­tu­ell: 13/364 Dau­er­haf­te Leih­ar­beit lässt die Er­laub­nis zur Ar­beit­neh­mer­über­las­sung nicht ent­fal­len).

Die schwarz-ro­te Bun­des­re­gie­rung will den Ein­satz von Leih­ar­bei­tern bei ei­nem Un­ter­neh­men auf 18 Mo­na­te be­gren­zen. Nach neun Mo­na­ten soll es zu­dem ei­ne glei­che Be­zah­lung für Leih­ar­bei­ter und Stamm­be­leg­schaft ge­ben. Nach Mei­nung von Ge­richts­prä­si­den­tin Schmidt kommt die gro­ße Ko­ali­ti­on nicht um­hin, auch Sank­tio­nen ge­setz­lich fest­zu­schrei­ben. "Ein Ver­bot, das kei­ne Sank­tio­nen hat, wird nicht be­folgt."

Die­se könn­ten von Geld­bu­ßen, dem Ent­zug der Er­laub­nis für den Ver­lei­her, Scha­dens­an­sprü­chen der Leih­ar­bei­ter bis zu ei­ner Fest­an­stel­lung beim Ent­lei­her rei­chen. "Da kom­men viel­fäl­ti­ge Sank­tio­nen in Be­tracht, der Ge­setz­ge­ber muss sich nur für die pas­sen­den ent­schei­den."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 27. August 2014

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