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Ge­samt­be­triebs­rat: Mit­ar­bei­ter be­grü­ßen Vat­ten­fall-Deal mit EPH

Nach der Zit­ter­par­tie jetzt Er­leich­te­rung: In der Braun­koh­le-Spar­te von Vat­ten­fall stößt der ge­plan­te Ver­kauf durch­weg auf Zu­stim­mung

20.04.2016. (dpa) - Die Mit­ar­bei­ter der Braun­koh­le-Spar­te von Vat­ten­fall ha­ben laut dem Be­triebs­rat "durch­weg po­si­tiv" auf die Über­nah­me durch die tsche­chi­sche EPH-Grup­pe und ih­ren Fi­nanz­part­ner PPF re­agiert.

"Dass es kei­ne leich­ten Zei­ten wer­den, das ist uns voll­kom­men klar. Aber auch un­ter Vat­ten­fall wä­re es schwie­ri­ges Fahr­was­ser ge­we­sen", sag­te der Vor­sit­zen­de des Ge­samt­be­triebs­rats der Vat­ten­fall Eu­ro­pe Mi­ning AG, Rü­di­ger Sie­bers, am Diens­tag in Cott­bus der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Sie­bers spiel­te da­mit auf die Um­welt­schutz­de­bat­te um die Ver­stro­mung von fos­si­len En­er­gie­trä­gern an. "Ei­nen Pfer­de­fuß hat die­ser Deal nun wirk­lich nicht."

"Nach der Hän­ge­par­tie ist bei den Vat­ten­fall-Mit­ar­bei­tern ein gu­tes Maß an Er­leich­te­rung zu spü­ren", sag­te der Chef des Deut­schen Ge­werk­schafts­bunds (DGB), Rei­ner Hoff­mann, am Diens­tag nach ei­nem Be­such der Braun­koh­le-Spar­te in der Lau­sitz. Der neue Ei­gen­tü­mer sei be­reit, die Braun­koh­le mög­lichst lang­fris­tig zu nut­zen, be­kräf­tig­te der Sprem­ber­ger SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ul­rich Free­se am Diens­tag. Au­ßer­dem sei schon vor­her klar ge­we­sen, dass zwei Blö­cke des Kraft­werks Jänsch­wal­de bis 2018 vom Netz ge­nom­men wer­den. Das sei nun wirk­lich "kei­ne Krö­te", er­klär­te Free­se. Auch RWE und die Mi­brag, die EPH be­reits ge­hört, plan­ten Kraft­werks­blö­cke ab­zu­schal­ten.

Mit der Still­le­gung sol­len die Kli­ma­schutz­zie­le bis zum Jahr 2020 er­reicht und der Aus­stoß von Koh­len­di­oxid wei­ter re­du­ziert wer­den. Als Ge­gen­leis­tung er­hal­ten die Kon­zer­ne über sie­ben Jah­re 230 Mil­lio­nen Eu­ro. Fi­nan­ziert wird dies laut Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um über er­höh­te Netz­ent­gel­te.

Un­ter­des­sen for­der­te der Cott­bu­ser Ober­bür­ger­meis­ter Hol­ger Kelch (CDU) den neu­en Ei­gen­tü­mer auf, zü­gig mit den Lau­sit­zer Kom­mu­nen Kon­takt auf­zu­neh­men. Da­bei sol­len Per­spek­ti­ven in und für die Re­gi­on er­ör­tert und die ge­gen­sei­ti­gen Vor­stel­lun­gen be­kannt ge­macht wer­den. Cott­bus ge­he da­von aus, dass mit der Über­nah­me al­ler Ver­ein­ba­run­gen und Ver­pflich­tun­gen durch EPH auch die Um­ge­stal­tung des ehe­ma­li­gen Ta­ge­baus Cott­bus-Nord zum Cott­bu­ser Ost­see plan­mä­ßig wei­ter­ge­hen kann. EPH wer­de zu­dem als Part­ner des Struk­tur­wan­dels in der Re­gi­on be­nö­tigt.

DGB-Chef Hoff­mann sag­te, die Re­gi­on brau­che ne­ben der Braun­koh­le Ent­wick­lungs­per­spek­ti­ven, die im in­dus­tri­el­len Be­reich lie­gen. «Da­für brau­chen wir ei­ne en­ge­re Ver­zah­nung der re­gio­na­len Part­ner mit den Wis­sen­schafts­po­ten­zia­len so­wie aus­rei­chen­de För­de­rung durch den Bund», be­ton­te Hoff­mann. Al­lein könn­ten dies die Län­der Bran­den­burg und Sach­sen nicht stem­men.

Der Ver­kauf der Braun­koh­le­spar­te war am Mon­tag be­kannt­ge­wor­den. In dem Be­reich sind laut Vat­ten­fall rund 8000 Men­schen be­schäf­tigt. Et­wa 16.000 wei­te­re Ar­beits­plät­ze hän­gen bei Zu­lie­fe­rern da­von ab.

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Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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