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Arbeitsrecht aktuell
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Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ja­nu­ar 2015

Ge­set­ze zur Ar­beits­markt- und So­zi­al­po­li­tik - was än­dert sich im neu­en Jahr?

30.12.2014. Im fol­gen­den fin­den Sie ei­nen kur­zen Über­blick über die we­sent­li­chen Ge­set­zes­än­de­run­gen zum 01. Ja­nu­ar 2015 im Be­reich der Ar­beits­markt- und So­zi­al­po­li­tik.

Die wich­tigs­te Neue­rung ist si­cher­lich das In­kraft­tre­ten des deutsch­land­weit ver­bind­li­chen Min­dest­lohns von 8,50 EUR brut­to pro St­un­de ge­mäß dem Min­dest­l­ohn­ge­setz (Mi­LoG).

Wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren so wer­den auch zu Be­ginn des Jah­res 2015 die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen in der Ren­ten­ver­si­che­rung und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung an­ge­ho­ben. Nach oben an­ge­passt wer­den auch die Pflicht­ver­si­che­rungs­gren­zen und Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen in der Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung.

Wei­ter­hin er­hö­hen sich die Re­gel­be­darfs­sät­ze bei der Grund­si­che­rung für Ar­beit­su­chen­de ("Hartz IV").

Wich­tig für den deut­schen Ar­beits­markt ist auch die Ver­län­ge­rung ei­ni­ger ge­setz­li­cher Son­der­re­ge­lun­gen zum Kurz­ar­bei­ter­geld und zur Ar­beits­för­de­rung über den 31.12.2014 hin­aus.

Mindestlohn von 8,50 EUR pro Stunde

Ab Ja­nu­ar 2015 ha­ben im Prin­zip al­le Ar­beit­neh­mer in Deutsch­land ei­nen An­spruch auf den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 EUR brut­to pro St­un­de.

Der Min­dest­lohn gilt al­ler­dings nicht für Lang­zeit­ar­beits­lo­se, für Zei­tungs­zu­stel­ler und für Ar­beit­neh­mer, die un­ter bran­chen­be­zo­ge­ne Min­dest­lohn­ta­ri­fe fal­len. Auch Ju­gend­li­che oh­ne ab­ge­schlos­se­ne Be­rufs­aus­bil­dung ha­ben kei­nen An­spruch auf den Min­dest­lohn.

Dafür fal­len Prak­ti­kan­ten im Prin­zip un­ter das Ge­setz, ob­wohl sie ei­gent­lich kei­ne Ar­beit­neh­mer sind, so dass das § 22 Abs.1 Mi­LoG die­je­ni­gen Prak­ti­ka im Ein­zel­nen fest­le­gen muss, die kei­nen Min­dest­lohn­an­spruch auslösen.

Beitragssatz zur Rentenversicherung sinkt auf 18,7 Prozent

Ei­gent­lich hätte der Bei­trags­satz zur ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung be­reits zu An­fang 2014 von 18,9 auf 18,3 Pro­zent sin­ken müssen, denn auf­grund der gu­ten fi­nan­zi­el­len La­ge der Ren­ten­kas­se ist ei­ne sol­che Ab­sen­kung ge­setz­lich vor­ge­se­hen.

Auf­grund des ge­stie­ge­nen Fi­nanz­be­darfs in­fol­ge der Ren­ten­re­for­men 2014 (Mütter­ren­te, Ren­te mit 63) ver­hin­der­te die große Ko­ali­ti­on die Sen­kung des Bei­trags­sat­zes durch ein spe­zi­ell da­ge­gen ge­rich­te­tes Son­der­ge­setz En­de 2013.

Jetzt, d.h. ein Jahr später, wird der Bei­trags­satz tatsächlich sin­ken, je­doch "nur" um be­schei­de­ne 0,2 Pro­zent­punk­te. Auch das wird Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer aber vor­aus­sicht­lich um zwei Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr ent­las­ten.

Beitragsbemessungsgrenzen in der Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung

Auch zum Ja­nu­ar 2015 steigt die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der Ren­ten­ver­si­che­rung und der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung wie­der an, und zwar von der­zeit 5.850 EUR auf 6.050 EUR (Mo­nats­ge­halt - West). Die mo­nat­li­che Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze (Ost) steigt von 5.000 EUR auf 5.200 EUR.

Dem­ent­spre­chend erhöhen sich die Jah­res­wer­te von bis­her 71.400 EUR (West) auf 72.600 EUR (West) bzw. von bis­her 60.000 EUR (Ost) auf 62.400 EUR (Ost).

Wer mehr ver­dient, muss zwar im­mer noch Beiträge zur ge­setz­li­chen Ren­ten- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung zah­len, doch sind Ge­halts­be­stand­tei­le, die die­se Grenz­wer­te über­stei­gen, bei­trags­frei in der Ren­ten- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung. Be­zo­gen auf die­se Ge­halts­be­stand­tei­le wer­den kei­ne Beiträge ab­geführt.

Pflichtversicherungsgrenzen und Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung

Die Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) ist ein­heit­lich fest­ge­legt, d.h. hier gel­ten kei­ne ver­schie­de­nen Wer­te in West- und Ost­deutsch­land. Sie erhöht sich zu An­fang 2015 von bis­her 53.550 EUR auf 54.900 EUR.

Ar­beit­neh­mer, die mehr als 54.900 EUR ver­die­nen, müssen sich nicht in der GKV ver­si­chern, son­dern können zu ei­ner pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung wech­seln. 

Auch in der GKV gilt ei­ne Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze, die un­ter­halb der Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze liegt. Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der GKV steigt zum neu­en Jahr 2015 von bis­her 48.600 EUR jähr­lich auf 49.500 EUR jähr­lich bzw. von bis­her 4.050 EUR mo­nat­lich auf 4.125 EUR pro Mo­nat.

Wer die Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze in der GKV von 54.900 EUR nicht über­schrei­tet und da­her ver­si­che­rungs­pflich­tig in der GKV ist, un­ter­liegt auf­grund der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze nur mit dem Ein­kom­mens­teil von 49.500 EUR der Bei­trags­pflicht zur GKV. Die darüber lie­gen­den Ge­halts­be­stand­tei­le sind bei­trags­frei in der GKV.

Kurzarbeitergeld auch in Zukunft bis zu zwölf Monate

Ei­gent­lich ist die ma­xi­ma­le Be­zugs­dau­er für das Kurz­ar­bei­ter­geld ge­setz­lich auf sechs Mo­na­te be­grenzt. Die­se Be­gren­zung der Be­zugs­dau­er wur­de seit der 2008 Re­zes­si­on des Jah­res 2008 im­mer wie­der ge­lo­ckert, d.h. die Höchst­dau­er des Kurz­ar­bei­ter­gel­des wur­de auf zwölf Mo­na­te verlängert, al­ler­dings im­mer nur als zeit­lich be­grenz­te Kri­sen­maßnah­me.

Nach­dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les (BMAS) be­reits En­de 2012 die Erhöhung auf ma­xi­mal zwölf Mo­nats­zah­lun­gen bis En­de 2013 verlänger­te und dann En­de 2013 noch­mals bis En­de 2014, hat sie die­se Ent­schei­dung er­neut ge­trof­fen.

Kon­kret hat das BMAS ei­ne Ver­ord­nung er­las­sen, nach der die Be­zugs­dau­er für das Kurz­ar­bei­ter­geld bei Ansprüchen, die bis zum 31. De­zem­ber 2015 ent­ste­hen, bis zu zwölf Mo­na­te be­tra­gen kann. Kurz­ar­bei­ter­geld kann da­her auch in 2015 wie in den Jah­ren da­vor nicht nur für sechs Mo­na­te, son­dern bis zu zwölf Mo­na­ten gewährt wer­den.

Hartz IV

Wie schon zu Be­ginn des Jah­res 2014 erhöhen sich auch zum Ja­nu­ar 2015 die Re­gel­be­dar­fe in der Grund­si­che­rung für Ar­beit­su­chen­de („Hartz IV“).

Für al­lein­ste­hen­de und al­lein­er­zie­hen­de Leis­tungs­be­rech­tig­te erhöht sich der Re­gel­be­darf von der­zeit mo­nat­lich 391 EUR auf 399 EUR (Re­gel­be­darfs­stu­fe 1). Wer mit ei­nem Part­ner in ei­nem ge­mein­sa­men Haus­halt zu­sam­men­lebt, erhält statt bis­her 353 EUR ab Ja­nu­ar 360 EUR (Re­gel­be­darfs­stu­fe 2).

Er­wach­se­ne Leis­tungs­be­rech­tig­te, die kei­nen ei­ge­nen und kei­nen ge­mein­sa­men Haus­halt mit ei­nem Part­ner führen, be­kom­men bis­her 313 EUR mo­nat­lich und ab Ja­nu­ar 320 EUR (Re­gel­be­darfs­stu­fe 3).

Sch­ließlich gibt es für Ju­gend­li­che von 14 bis un­ter 18 Jah­re mo­nat­lich 302 EUR (bis­her: 296 EUR - Re­gel­be­darfs­stu­fe 4), für Kin­der von sechs bis 13 Jah­ren mo­nat­lich 267 EUR (bis­her: 261 EUR - Re­gel­be­darfs­stu­fe 5) und für Kin­der bis fünf Jah­ren mo­nat­lich 234 EUR (bis­her: 229 EUR - Re­gel­be­darfs­stu­fe 6).

 

Letzte Überarbeitung: 15. September 2016

Bewertung: Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ja­nu­ar 2015 4.5 von 5 Sternen (4 Bewertungen)

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