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Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ju­li 2015

Ge­set­ze zur Ar­beits­markt- und So­zi­al­po­li­tik - was än­dert sich im zwei­ten Halb­jahr?

30.06.2015. Im fol­gen­den fin­den Sie ei­nen kur­zen Über­blick über die we­sent­li­chen Ge­set­zes­än­de­run­gen, die im Be­reich der Ar­beits­markt- und So­zi­al­po­li­tik mit Be­ginn der zwei­ten Jah­res­hälf­te in Kraft tre­ten.

Für jun­ge El­tern be­son­ders wich­tig sind Ver­bes­se­run­gen beim El­tern­geld, d.h. das neue El­tern­geld Plus.

Dar­über hin­aus wur­den die Ren­ten an­ge­ho­ben und der Schutz von Ar­beit­neh­mern bei der Zwangs­voll­stre­ckung an die Geld­ent­wer­tung an­ge­passt, näm­lich durch An­he­bung der Pfän­dungs­frei­gren­zen.

Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus

Bis­her muss­ten El­tern, die sich in den ers­ten zwölf bzw. 14 Mo­na­ten nach der Ge­burt für ei­ne Teil­zeit während der El­tern­zeit ent­schie­den, ei­ne Kürzung des El­tern­gel­des hin­neh­men, d.h. sie ver­schenk­ten ei­nen Teil ih­rer Ansprüche.

Bei Kin­dern, die ab dem 01.07.2015 ge­bo­ren wer­den, ist das an­ders, weil ih­ren El­tern das neue El­tern­geld Plus zu­steht. Da­nach kann man an­stel­le ei­nes nor­ma­len El­tern­geld­mo­nats („Ba­sis­el­tern­geld“) zwei Mo­na­te El­tern­geld Plus be­an­tra­gen. Das El­tern­geld Plus beträgt pro Mo­nat höchs­tens die Hälf­te des nor­ma­len El­tern­gel­des, das man er­hal­ten würde, würde man gar nicht ar­bei­ten.

Mit dem El­tern­geld Plus ste­hen sich El­tern bes­ser, wenn sie in Teil­zeit ar­bei­ten, denn sie können ih­ren vol­len El­tern­geld­an­spruch auf die dop­pel­te Be­zugs­zeit stre­cken und da­mit voll ausschöpfen. Das war bis­her nicht möglich.

Über die zwölf bzw. ma­xi­mal 14 Mo­na­te nor­ma­les El­tern­geld hin­aus bzw. über die 24 bzw. ma­xi­mal 28 Mo­na­te El­tern­geld Plus hin­aus ha­ben El­tern nach der neu­en Rechts­la­ge ab Ju­li 2015 An­spruch auf vier wei­te­re Mo­nats­beträge El­tern­geld Plus als „Part­ner­schafts­bo­nus“, wenn

  • bei­de El­tern­tei­le zu­sam­men vier Mo­na­te hin­ter­ein­an­der in Teil­zeit ar­bei­ten,
  • und zwar min­des­tens 25 und höchs­tens 30 St­un­den pro Wo­che.

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Rentenerhöhung

Zum 01.07.2015 stei­gen die ge­setz­li­chen Ren­ten um 2,1 Pro­zent in den al­ten Bun­desländern und um 2,5 Pro­zent in den neu­en Bun­desländern. Grund­la­ge dafür ist die po­si­ti­ve Ent­wick­lung der Löhne und Gehälter im Jahr 2014 ge­genüber dem Vor­jahr.

Der Ren­ten­wert, d.h. die mo­nat­li­che Ren­te, die man für ein Jahr Ar­beit zum Durch­schnitts­ent­gelt be­kommt, steigt da­mit zum 01.07.2015 auf 29,21 EUR im Wes­ten und auf 27,05 EUR im Os­ten.

Auf­grund der höhe­ren An­he­bung der Ren­ten in Ost­deutsch­land ver­rin­gert sich der Ab­stand zum west­deut­schen Ren­ten­ni­veau wei­ter, wenn auch ge­ringfügig. Be­trug der Ren­ten­wert in Ost­deutsch­land bis­her 92,2 Pro­zent des west­deut­schen Ren­ten­wer­tes, sind es nun­mehr 92,6 Pro­zent.

Auf­grund der ge­rin­gen In­fla­ti­ons­ra­te be­deu­tet die Ren­ten­erhöhung ei­nen rea­len Ein­kom­mens­zu­wachs für die et­wa 20 Mil­lio­nen Rent­ner in Deutsch­land.

Auch im nächs­ten Jahr ist ei­ne wei­te­re deut­li­che Erhöhung zu er­war­ten, da die ge­setz­lich fest­ge­leg­te Ren­ten­for­mel im We­sent­li­chen vor­schreibt, dass der Ren­ten­wert ent­spre­chend der Ent­wick­lung der Brut­tolöhne und -gehälter des Vor­jah­res an­zu­pas­sen ist. Und da die Löhne im lau­fen­den Jahr kräftig stei­gen, wird es vor­aus­sicht­lich Mit­te 2016 auch ei­ne deut­li­che Ren­ten­erhöhung ge­ben.

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Pfändungsfreigrenzen

Wer we­gen ei­ner Geld­for­de­rung ei­nen Ti­tel er­wirkt hat, d.h. ein Ge­richts­ur­teil oder ei­nen ge­richt­li­chen Ver­gleich, kann mit Hil­fe der Sachpfändung oder der For­de­rungspfändung auf das Vermögen des Voll­stre­ckungs­schuld­ners zu­grei­fen, um die ti­tu­lier­te For­de­rung durch­zu­set­zen.

Bei der Sachpfändung nimmt der Ge­richts­voll­zie­her Sa­chen in Be­schlag, während bei der For­de­rungspfändung mit Hil­fe ei­nes ge­richt­li­chen Pfändungs- und Über­wei­sungs­be­schlus­ses (PfÜB) auf die Zah­lungs­ansprüche zu­ge­grif­fen wird, die dem Schuld­ner ge­genüber ei­nem Drit­ten zu­ste­hen, z.B. ge­genüber ei­ner Bank oder ge­genüber dem Ar­beit­ge­ber.

Ist der Voll­stre­ckungs­schuld­ner Ar­beit­neh­mer und soll da­her sein Ar­beits­ein­kom­men gepfändet wer­den, gel­ten ge­setz­li­che Be­schränkun­gen der Voll­stre­ckung. Die­se Pfändungs­schutz­vor­schrif­ten sind in §§ 850 bis 850i Zi­vil­pro­zess­ord­nung (ZPO) fest­ge­legt und sol­len si­cher­stel­len, dass Ar­beit­neh­mer im Fal­le ei­ner ge­gen sie ge­rich­te­ten Zwangs­voll­stre­ckung ihr Exis­tenz­mi­ni­mum be­hal­ten und ih­re ge­setz­li­chen Un­ter­halts­pflich­ten wei­ter­hin erfüllen können.

Der unpfänd­ba­re Teil des Ar­beits­ein­kom­mens be­trug gemäß § 850c Abs.1 ZPO vor zehn Jah­ren 930,00 EUR net­to pro Mo­nat (Grund­frei­be­trag) und wur­de seit­dem al­le zwei Jah­re nach oben hin an­ge­passt, und zwar gemäß § 850c Abs.2a ZPO ent­spre­chend der pro­zen­tua­len Ent­wick­lung des Grund­frei­be­tra­ges im Ein­kom­mens­steu­er­recht.

Bis­her beträgt der pfändungs­feie Grund­frei­be­trag 1.045,04 EUR net­to. Zum 01.07.2015 wird er auf 1.073,88 EUR net­to an­ge­ho­ben.

Wer ei­ner an­de­ren Per­son ge­setz­lich zum Un­ter­halt ver­pflich­tet ist, kann zusätz­lich zum Grund­frei­b­ei­trag wei­te­re 404,16 EUR net­to (bis­her: 393,30 EUR net­to) dem Zu­griff sei­ner Voll­stre­ckungsgläubi­ger ent­zie­hen. Für die zwei­te bis fünf­te un­ter­halts­be­rech­tig­te Per­son sind je­weils zusätz­lich 225,17 EUR net­to pfändungs­frei (bis­her: 219,12 EUR net­to).

Die Ein­zel­hei­ten er­ge­ben sich aus der der Pfändungs­frei­gren­zen­be­kannt­ma­chung des Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums 2015 (BGBl I vom 27.04.2015, S.618).

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Letzte Überarbeitung: 15. September 2016

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