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Ge­setz­li­che Frau­en­quo­te für Top-Po­si­tio­nen - 30 Pro­zent ab 2016

Die Zeit der Ap­pel­le und frei­wil­li­gen Selbst­ver­pflich­tun­gen soll end­lich der Ver­gan­gen­heit an­ge­hö­ren: Per Ge­setz will die Re­gie­rung die Top-Eta­gen der Wirt­schaft weib­li­cher ma­chen - und so die Gleich­stel­lung von Frau­en in bis­he­ri­gen Män­ner­do­mä­nen vor­an­brin­gen

23.06.2014. (dpa) - An der Spit­ze deut­scher Un­ter­neh­men sol­len Frau­en künf­tig mehr zu sa­gen ha­ben.

Von 2016 an soll für Auf­sichts­rä­te bör­sen­no­tier­ter Un­ter­neh­men ei­ne fes­te Ge­schlech­ter­quo­te von 30 Pro­zent gel­ten.

Dies sieht der Re­fe­ren­ten­ent­wurf der SPD-ge­führ­ten Res­sorts Jus­tiz und Fa­mi­lie vor, der am Frei­tag zur Ab­stim­mung an die an­de­ren Mi­nis­te­ri­en ver­schickt wur­de.

Das 119 Sei­ten star­ke Kon­zept liegt auch der Nach­rich­ten­agen­tur dpa vor. Zu­erst hat­te die "Rhei­ni­sche Post" (Sams­tag) dar­über be­rich­tet. Mit dem ge­mein­sam von Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig und Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (bei­de SPD) er­ar­bei­te­ten Ent­wurf soll das The­ma Frau­en­quo­te end­lich aus der Un­ver­bind­lich­keit ge­holt wer­den.

Dar­in wer­den kon­kre­te - und ver­bind­li­che - Zie­le für ei­ne bes­se­re För­de­rung von Frau­en in den Füh­rungs­eta­gen von Wirt­schaft und öf­fent­li­cher Ver­wal­tung for­mu­liert. So soll es nicht nur ei­ne Ge­schlech­ter­quo­te für Auf­sichts­rä­te bör­sen­no­tier­ter Un­ter­neh­men ge­ben, son­dern auch ei­ne Re­form der je­wei­li­gen Ge­set­ze, die die Ge­schlech­ter­quo­te im öf­fent­li­chen Dienst be­tref­fen.

Wenn das Ge­setz wie ge­plant 2016 gilt, ist die Quo­te bei dann an­ste­hen­den Gre­mi­en-Neu­wah­len an­zu­wen­den. Lau­fen­de Man­da­te sol­len nicht an­ge­tas­tet wer­den. Wird die Quo­te nicht er­füllt, blei­ben die Plät­ze laut Ent­wurf un­be­setzt. Zu­dem ist ei­ne Be­richts­pflicht der Un­ter­neh­men vor­ge­se­hen, ob sie die Quo­te er­rei­chen konn­ten oder, falls nicht, wel­che Grün­de das ver­hin­dert ha­ben.

Der Ent­wurf hat auch die Gleich­stel­lung von Frau­en und Män­nern in der Bun­des­ver­wal­tung, in Bun­des­un­ter­neh­men und Ge­rich­ten zum Ziel. Da­mit soll in An­leh­nung an die Pri­vat­wirt­schaft "ein weit­ge­hend syn­chro­nes Vor­ge­hen bei der Er­hö­hung des Frau­en­an­teils an Füh­rungs­po­si­tio­nen" er­reicht wer­den. Gel­ten soll dies für je­ne Un­ter­neh­men des Bun­des, an de­nen die­ser An­tei­le von mehr als 50 Pro­zent hält.

Ne­ben den bör­sen­no­tier­ten oder mit­be­stimm­ten Un­ter­neh­men wol­len Schwe­sig und Maas auch Ge­sell­schaf­ten mit be­schränk­ter Haf­tung (GmbH's) oder ein­ge­tra­ge­ne Ge­nos­sen­schaf­ten (eG) zur Frau­en­för­de­rung ver­pflich­ten. Der Ent­wurf geht von ins­ge­samt et­wa 3500 be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men aus. Ei­ne Min­dest­quo­te soll es für die­se aber nicht ge­ben.

Die Wirt­schaft sprach sich ge­gen die Plä­ne aus. "Ge­setz­li­che Quo­ten be­sei­ti­gen nicht die ei­gent­li­chen Ur­sa­chen für den un­ter­schied­li­chen An­teil von Frau­en und Män­nern in Füh­rungs­po­si­tio­nen", sag­te ein Spre­cher der Ar­beit­ge­ber­ver­ei­ni­gung BDA der "Pas­sau­er Neu­en Pres­se" (Sams­tag).

"Die tat­säch­li­chen Ur­sa­chen sind vor al­lem häu­fi­ge Er­werbs­un­ter­bre­chun­gen, ein ge­rin­ge­res Ar­beits­zeit­vo­lu­men so­wie das un­ter­schied­li­che Be­rufs­wahl­ver­hal­ten", be­grün­de­te der BDA-Spre­cher die Ab­leh­nung des Re­gie­rungs­ent­wurfs. Un­ter­neh­men müs­se es wei­ter­hin mög­lich sein, die Be­set­zung von Auf­sichts­rats­pos­ten nach Qua­li­fi­ka­ti­on und Er­fah­rung vor­zu­neh­men.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 7. Januar 2015

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