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Ge­sund­heits­bran­che pro­fi­tiert von An­er­ken­nungs­ge­setz

Seit 2012 soll ein neu­es Ge­setz Aus­län­dern die An­er­ken­nung ih­rer Be­rufs­ab­schlüs­se er­leich­tern: In Bran­den­burg pro­fi­tie­ren vor al­lem Kran­ken­häu­ser da­von. Ob das Ver­fah­ren jetzt al­ler­dings schnel­ler geht, ist un­klar

20.06.2013. (dpa) - In Bran­den­burg pro­fi­tiert vor al­lem die Ge­sund­heits­bran­che vom neu­en An­er­ken­nungs­ge­setz für aus­län­di­sche Be­rufs­ab­schlüs­se.

In den Hand­werks­be­ru­fen bleibt der An­drang hin­ge­gen bis­lang noch aus, wie aus ei­ner Ant­wort von Ar­beits­mi­nis­ter Gün­ter Baas­ke (SPD) auf ei­ne par­la­men­ta­ri­sche An­fra­ge her­vor­geht.

Das neue Ge­setz soll die An­er­ken­nung der Ab­schlüs­se er­leich­tern.

Die Be­hör­den ha­ben jetzt je­weils drei Mo­na­te Zeit für ei­ne Ent­schei­dung.

Wie lan­ge die Be­ar­bei­tung tat­säch­lich dau­ert, konn­te Baas­ke nicht sa­gen. Das kri­ti­sier­te der Fra­ge­stel­ler An­dre­as Bütt­ner (FDP).

Ei­ne zen­tra­le Stel­le für die An­er­ken­nung gibt es in Bran­den­burg nicht. Je nach Be­ruf müs­sen sich die Ein­wan­de­rer an un­ter­schied­li­che Ein­rich­tun­gen wen­den. Seit In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes im April 2012 ha­ben vor al­lem Ärz­te, Apo­the­ker, Pfle­ger, Lo­go­pä­den und an­de­re Ein­wan­de­rer mit Be­ru­fen im Ge­sund­heits­be­reich die neu­en Re­ge­lun­gen ge­nutzt.

Laut Baas­ke gin­gen bis­lang ins­ge­samt 345 An­trä­ge für die­se Bran­che ein. Al­ler­dings sei die An­er­ken­nung der Ab­schlüs­se in die­sem Be­reich ei­ne "er­heb­li­che Her­aus­for­de­rung". "Hier wird die Ein­rich­tung ei­ner bun­des­weit tä­ti­gen zen­tra­len Stel­le an­ge­strebt", er­klär­te der Mi­nis­ter.

"Durch den Zu­zug von Me­di­zi­nern aus dem Aus­land kann der Ärz­te­man­gel ab­ge­fe­dert wer­den", sag­te Bütt­ner. Ins­ge­samt fehl­ten aber in Bran­den­burg 460 000 Fach­kräf­te. "Was wir brau­chen, ist Zu­wan­de­rung und ei­ne Will­kom­mens­kul­tur. Da­zu ge­hört auch, dass An­trä­ge schnel­ler be­ar­bei­tet wer­den", for­der­te Bütt­ner. Er kön­ne nicht nach­voll­zie­hen, dass die Lan­des­re­gie­rung kei­ne Ah­nung ha­be, wie lan­ge die Ver­fah­ren dau­ern.

Bei den Hand­werks­kam­mern sind laut Baas­ke erst 16 An­trä­ge aus Bran­den­burg ein­ge­gan­gen. Hier pro­fi­tie­ren das Bau­ge­wer­be, die Kfz- und Le­bens­mit­tel­bran­che und das Fri­seur­hand­werk. Dar­über hin­aus wol­len un­ter an­de­rem 20 So­zi­al­ar­bei­ter und 27 Er­zie­her ih­re Ab­schlüs­se an­er­ken­nen las­sen. Zu den Be­ru­fen in der Zu­stän­dig­keit der In­dus­trie- und Han­dels­kam­mern konn­te Baas­ke kei­ne An­ga­ben ma­chen, da die An­trä­ge zen­tral in Nürn­berg be­ar­bei­tet wer­den.

Be­reits im Mai hat­te die In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Ma­ria Böh­mer (CDU), ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz zum neu­en Ge­setz ge­zo­gen. "Bis­lang wur­den be­reits rund 30 000 An­trä­ge auf An­er­ken­nung ge­stellt. 96 Pro­zent da­von wur­den voll oder teil­wei­se an­er­kannt", sag­te die CDU-Po­li­ti­ke­rin. An­ge­sichts des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels und des Fach­kräf­te­man­gels sei die qua­li­fi­zier­te Zu­wan­de­rung von gro­ßem Nut­zen.

Schon vor dem An­er­ken­nungs­ge­setz konn­ten aus­län­di­sche Be­rufs­ab­schlüs­se als gleich­wer­tig an­er­kennt wer­den. Da­von ha­ben in Bran­den­burg auch zu­vor be­reits Ärz­te re­gen Ge­brauch ge­macht. Mit dem Ge­setz wur­de je­doch erst­mals ein Rechts­an­spruch auf Über­prü­fen und Ein­lei­ten ei­nes An­er­ken­nungs­ver­fah­rens ge­schaf­fen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. Juni 2015

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