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Ge­trie­be­ne auf der Su­che nach Lö­sun­gen: Tuif­ly im Ver­bund mit Eti­had

Mit dem Air-Ber­lin-Groß­ak­tio­när Eti­had will der welt­größ­te Tou­ris­tik­kon­zern Tui neue We­ge be­schrei­ten. Sie lö­sen Un­be­ha­gen bei den Ar­beit­neh­mern aus. Vie­le Ur­lau­ber er­leb­ten es be­reits haut­nah: Plötz­li­che Krank­mel­dun­gen der Crews führ­ten zu Flug­aus­fäl­len

06.10.2016. (dpa) - Am um­kämpf­ten deut­schen Luft­fahrt­markt fal­len sich zwei Ge­trie­be­ne in die Ar­me, die bei­de auf der Su­che nach Lö­sun­gen sind.

Denn die deut­sche Flug­ge­sell­schaft Tuif­ly hat ein ähn­li­ches Pro­blem wie die Golf-Air­line Eti­had: Bei­de ha­ben ein En­ga­ge­ment bei der hoch ver­schul­de­ten Air Ber­lin, das es zu si­chern gilt.

Und bei­de wol­len da­her den Schul­ter­schluss in ei­ner neu­en eu­ro­päi­schen Air­line ver­su­chen, um ih­re Ein­sät­ze zu ret­ten.

Tui und Eti­had be­stä­tig­ten am Mitt­woch, dass sie an ei­nem ge­mein­sa­men Fe­ri­en­flie­ger ar­bei­ten.

Die Mit­ar­bei­ter bei der Tuif­ly sind da­durch so ver­un­si­chert, dass sich die Kran­ken­mel­dun­gen sta­peln und Flug­plä­ne durch­ein­an­der ge­wir­belt wer­den. "Wir füh­len uns über­rollt", sagt Tuif­ly-Be­triebs­rats­che­fin Ka­rin Gro­be­cker.

Der welt­größ­te Tou­ris­tik­kon­zern Tui hat bis­her durch­aus lu­kra­tiv ein Drit­tel sei­ner Tuif­ly-Flot­te samt Be­sat­zung an Air Ber­lin ver­mie­tet. Air Ber­lin braucht sie ei­gent­lich nicht, kommt aber aus dem Ver­trag nicht raus. Die Tui sucht für sei­nen Fe­ri­en­flie­ger aus Han­no­ver zu­dem ei­ne Lö­sung - aus Sicht des Ma­nage­ments gilt er als zu teu­er. Auch Eti­had als Groß­ak­tio­när bei der Air Ber­lin will neue We­ge be­schrei­ten und gilt so­mit als kom­ple­men­tär. "Eti­had ist ein Part­ner, der ei­ne Lö­sung für sein Pro­blem braucht und flüs­sig ist", bringt es Luft­fahrt­ex­per­te Cord Schel­len­berg auf den Punkt.

Das sieht auch die Pi­lo­ten-Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) so. VC-Spre­cher Mar­kus Wahl, der die Sor­gen der Mit­ar­bei­ter gut nach­voll­zie­hen kann, mahnt aber mit Blick auf den fi­nanz­star­ken Part­ner vom Golf zur Vor­sicht: "Golf-Air­lines ha­ben sich bis­her nicht be­son­ders da­durch her­vor­ge­tan, dass sie sich an Ta­rif­ver­trä­ge hal­ten - da gibt's kei­ne Ge­werk­schaf­ten." Auch er muss aber zu­ge­ben: "Der Trend auf dem eu­ro­päi­schen Luft­fahrt­markt geht ein­deu­tig zur Kon­so­li­die­rung - klei­ne Ein­hei­ten wer­den im­mer we­ni­ger über­le­bens­fä­hig."

Im­mer­hin: Der Zeit­plan scheint eng ge­tak­tet. Denn schon En­de kom­men­der Wo­che sol­len den Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern kon­kre­te Plä­ne bei ei­ner au­ßer­or­dent­li­chen Tuif­ly-Auf­sichts­rats­sit­zung vor­ge­stellt wer­den. "Wir ha­ben dann knapp zwei Wo­chen Zeit für die Be­wer­tung - das ist ein Af­front", er­klärt Gro­be­cker. Sie kri­ti­siert nicht nur die bis­he­ri­ge In­for­ma­ti­ons­po­li­tik des Kon­zerns, son­dern auch ein "Aus­he­beln der Mit­be­stim­mung durch den Vor­stand" und be­tont: "Wir hän­gen völ­lig in der Luft; das wird ei­ne Zer­schla­gung der Tuif­ly auf Ra­ten." Not­wen­dig sei­en kei­ne Lip­pen­be­kennt­nis­se des Vor­stands, son­dern be­last­ba­re ta­rif­li­che Zu­sa­gen für die Mit­ar­bei­ter.

"Es bleibt den Air­lines letzt­lich aber nichts an­de­res üb­rig als sich zu­sam­men­zu­tun", sagt Schel­len­berg mit Hin­weis auf die Tat­sa­che, dass Bil­lig­flie­ger wie Rya­n­air ge­ra­de hän­de­rin­gend Be­sat­zun­gen für neue Flug­zeu­ge such­ten. Die iri­sche Air­line peilt ei­ne Grö­ßen­ord­nung von 500 Ma­schi­nen für ih­re Flot­te an - die rund 60 des neu­en Ver­bunds wir­ken da­ge­gen ge­ring. Rya­n­air bringt sich bei deut­schen Flug­hä­fen auch schon als Al­ter­na­ti­ve zu Air Ber­lin ins Ge­spräch und meint, das Wachs­tum im eu­ro­päi­schen Flug­ver­kehr wer­de "von Rya­n­air kom­men". Schel­len­berg: "Der Flug­gast scheint das gut zu fin­den."

Der Tui-Kon­zern aus Han­no­ver wer­tet die sich nun ab­zeich­nen­de Lö­sung mit ei­nem neu­en Ver­bund als Chan­ce. Da­ge­gen re­agier­ten die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter mit ei­nem Kri­sen­stab, in dem auch ri­va­li­sie­ren­de Ge­werk­schaf­ten an ei­nem Strang zie­hen. "Letzt­end­lich läuft es auf ei­ne Be­triebs­ver­la­ge­rung hin­aus", sagt Be­triebs­rats­che­fin Gro­be­cker. Sie wirft vor al­lem die Fra­ge auf, wer in der an­ge­dach­ten neu­en Ein­heit ne­ben Eti­had und Tuif­ly die ver­blie­be­nen 50 Pro­zent über­neh­men soll.

Skep­tisch äu­ßert sich auch Schel­len­berg, der die Su­che nach Sy­ner­gi­en durch­aus po­si­tiv be­wer­tet. "Das Wort Ver­bund klingt zu­nächst mal nach ho­hen Kos­ten: Was soll als wett­be­werbs­fä­hi­ge Ein­heit her­aus kom­men?", sagt er und be­tont: "Nur Flug­zeu­ge bün­deln reicht nicht." Er ver­weist zu­dem auf kar­tell­recht­li­che Grün­de, die ei­ne Eti­had-Be­tei­li­gung in grö­ße­rem Um­fang aus­brem­sen könn­ten. Für denk­bar hält er da­ge­gen ei­ne wie auch im­mer ge­ar­te­te Eu­ro­wings-Op­ti­on, die spä­ter an die Platt­form an­do­cken könn­te. "Es ist jetzt Zeit, dass der Vor­stand bei all die­sen Fra­gen Klar­heit schafft", sagt Be­triebs­rats­che­fin Gro­be­cker.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 6. Oktober 2016

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