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Ge­werk­schaft: Vie­le Kli­nik­ärz­te den­ken an Job­wech­sel

Kli­nik­be­trieb: Das ist oft ein Kno­chen­job für die Ärz­te. Im­mer mehr von ih­nen kla­gen über die Ar­beits­be­las­tung - und den­ken an ei­nen Aus­stieg

17.12.2015. (dpa) - Vie­le Kran­ken­haus­ärz­te in Bay­ern den­ken übers Auf­hö­ren nach.

Das ist das Er­geb­nis ei­ner Um­fra­ge der Ärz­te­ge­werk­schaft Mar­bur­ger Bund un­ter ih­ren Mit­glie­dern.

Da­bei ga­ben 44 Pro­zent der Teil­neh­mer an, dass sie über­leg­ten, ih­re jet­zi­ge Ar­beit zu be­en­den.

Der Lan­des­vor­sit­zen­de des Mar­bur­ger Bun­des, Chris­toph Em­min­ger, warn­te vor mög­li­chen Fol­gen für die Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung.

Vie­le Me­di­zi­ner, die mit Aus­stiegs­ge­dan­ken spie­len, wür­den näm­lich nicht in ei­ne Arzt­pra­xis oder in ein an­de­res Kran­ken­haus wech­seln, sag­te Em­min­ger am Mitt­woch bei der Vor­stel­lung der Zah­len in Mün­chen. Viel­mehr stei­ge ein be­trächt­li­cher Teil der un­zu­frie­de­nen Ärz­tin­nen und Ärz­te in an­de­re Be­rei­che wie Phar­ma­in­dus­trie oder Un­ter­neh­mens­be­ra­tun­gen um. Da­mit fehl­ten sie in der Ver­sor­gung der Kran­ken.

Die Um­fra­ge ha­be auch bei den The­men Ar­beits­zeit und ge­sund­heit­li­che Be­las­tun­gen be­sorg­nis­er­re­gen­de Er­geb­nis­se ge­lie­fert, er­klär­te der Ge­schäfts­füh­rer des Mar­bur­ger Bun­des Bay­ern, Klaus-Mar­tin Bau­er. Rund 70 Pro­zent der Teil­neh­mer der Be­fra­gung er­klär­ten, dass sie mehr als 48 St­un­den in der Wo­che ar­bei­te­ten. Da­bei ga­ben 21 Pro­zent an, dass ih­re Ar­beits­zeit über­haupt nicht er­fasst wer­de, bei 25 Pro­zent wer­den hand­schrift­li­che Be­le­ge aus­ge­füllt. Nur 54 Pro­zent spra­chen von ei­ner elek­tro­ni­schen Ar­beits­zeit­er­fas­sung.

"Das ist ein Skan­dal", sag­te Bau­er. Da­mit hät­ten vie­le Kli­nik­ärz­te nur ge­rin­ge Chan­cen, al­le Über­stun­den tat­säch­lich an­ge­rech­net zu be­kom­men. Gleich­zei­tig be­klag­ten 59 Pro­zent der Um­fra­ge-Teil­neh­mer, dass sie sich durch ih­re Ar­beit im Kran­ken­haus häu­fig psy­chisch be­las­tet füh­len.

Als Kon­se­quenz aus den Um­fra­ge­er­geb­nis­sen müs­se die Po­li­tik den Kli­ni­ken ge­nug Mit­tel für aus­rei­chend Per­so­nal be­reit­stel­len, for­der­te der Ge­werk­schafts-Lan­des­vor­sit­zen­de Em­min­ger. Er räum­te ein, dass die Zahl der Kli­nik­ärz­te in Bay­ern in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren nach Da­ten der Lan­des­ärz­te­kam­mer be­reits um rund ein Drit­tel ge­stie­gen ist. Die Zahl der Pa­ti­en­ten sei aber im glei­chen Tem­po ge­wach­sen. Vor al­lem wer­de die Be­hand­lung im­mer kom­ple­xer. Des­halb wer­de in den Kli­ni­ken noch mehr Per­so­nal ge­braucht.

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Letzte Überarbeitung: 23. Mai 2016

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