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Ge­werk­schaft der Po­li­zei will mehr Mi­gran­ten an­wer­ben

Po­li­zei als "Spie­gel­bild der Be­völ­ke­rung": GdP will mehr Mi­gran­ten an­wer­ben

19.03.2012 (dpa/lsw) - Die Ge­werk­schaft der Po­li­zei (GdP) macht sich für mehr Mi­gran­ten als Po­li­zis­ten stark. "Wir müs­sen ein at­trak­ti­ver Ar­beit­ge­ber sein und ha­ben die Mög­lich­keit, wie­der ein Spie­gel­bild der Be­völ­ke­rung zu wer­den", sag­te der Lan­des­vor­sit­zen­de Rü­di­ger Sei­den­spin­ner der Nach­rich­ten­agen­tur dpa. Der­zeit hät­ten nur rund sie­ben bis acht Pro­zent der Po­li­zis­ten ei­nen so­ge­nann­ten Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund - bei ei­nem Be­völ­ke­rungs­an­teil von 25 Pro­zent.

"Wir fra­gen uns, wie wir an die Ju­gend­li­chen her­an­kom­men", sag­te der Po­li­zei­ge­werk­schaf­ter vor ei­ner Ta­gung sei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on, bei der er und sei­ne Kol­le­gen an die­sem Mon­tag (19.3.) in Sin­del­fin­gen (Kreis Böb­lin­gen) über das The­ma dis­ku­tier­ten.

"Es geht da­bei nicht un­be­dingt dar­um, dass ein tür­kisch­stäm­mi­ger Po­li­zist ent­spre­chen­de Sprach­kennt­nis­se hat", er­klär­te Sei­den­spin­ner, auch wenn das manch­mal von­nö­ten sei. "Der jun­ge, tür­kisch­stäm­mi­ge Mann will bei uns nicht als "Tür­ken­po­li­zist" an­fan­gen", sag­te der GdP-Lan­des­chef. Die Kol­le­gen müss­ten zwar ih­re Kennt­nis­se ein­brin­gen kön­nen. Aber sie dürf­ten bei­spiels­wei­se nicht dar­auf re­du­ziert wer­den, Mos­lem zu sein.

Die Lan­des­re­gie­rung müs­se nun ih­rer An­kün­di­gung im Ko­ali­ti­ons­ver­trag Ta­ten fol­gen las­sen. Schließ­lich ha­be sie sich dort da­für aus­ge­spro­chen, mehr Mi­gran­ten für die Po­li­zei an­wer­ben zu wol­len. "Das In­nen- und das In­te­gra­ti­ons­mi­nis­te­ri­um soll­ten sich zu­sam­men hin­set­zen und da­bei nicht nur klä­ren, wel­che An­rei­ze ge­schaf­fen wer­den müs­sen." Be­ste­hen­de An­wer­be­pro­gram­me könn­ten er­gänzt wer­den. Es sei nicht mehr Geld für Wer­be­kam­pa­gnen nö­tig.

Grund­sätz­lich sieht Sei­den­spin­ner noch kei­ne Nach­wuchs­pro­ble­me für die Po­li­zei. Ge­ra­de der ge­ho­be­ne Dienst sei durch­aus ein Be­rufs­ziel, auch für vie­le Ab­itu­ri­en­ten. "Wenn aber bis 2020 die Hälf­te der heu­ti­gen Kol­le­gen in Pen­si­on ist, müs­sen wir al­le Be­völ­ke­rungs­schich­ten an­spre­chen", er­klär­te Sei­den­spin­ner.

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Letzte Überarbeitung: 11. November 2014

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