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Ge­werk­schaf­ten for­dern 5,5 Pro­zent mehr Ge­halt in Län­der-Ta­rif­run­de

Ein deut­li­ches Lohn­plus for­dern die Ge­werk­schaf­ten für den öf­fent­li­chen Dienst der Län­der - die­se leh­nen die For­de­rung rund­weg ab. Laut po­chen die Ar­beit­neh­mer auch auf ei­ne Über­tra­gung auf die Be­am­ten

19.12.2014. (dpa) - Die Ge­werk­schaf­ten zie­hen mit der For­de­rung nach 5,5 Pro­zent mehr Ge­halt in die be­vor­ste­hen­de Ta­rif­run­de für die rund 800 000 An­ge­stell­ten der Län­der.

Das Ta­rif­er­geb­nis sol­le zu­dem de­ckungs­gleich auf die 1,9 Mil­lio­nen Be­am­ten und Pen­sio­nä­re über­tra­gen wer­den, ver­lang­ten die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di und der Be­am­ten­bund (dbb) am Don­ners­tag in Ber­lin.

Min­des­tens müs­se es 175 Eu­ro mehr ge­ben. Die Lauf­zeit sol­le zwölf Mo­na­te be­tra­gen. Al­le Aus­zu­bil­den­de soll­ten 100 Eu­ro mehr be­kom­men und nach er­folg­rei­cher Aus­bil­dung über­nom­men wer­den. Be­trof­fen sind et­wa Kran­ken­pfle­ger, Po­li­zis­ten und Be­schäf­tig­te in Stra­ßen­meis­te­rei­en, beim Zoll, in der Jus­tiz, in Hoch­schu­len, Thea­tern und im Küs­ten­schutz. Nur Hes­sen ist au­ßen vor, weil das Land nicht in der Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Län­der (TdL) ist. Ver­hand­lungs­start ist am 16. Fe­bru­ar in Ber­lin.

"Die Ein­kom­men der Be­schäf­tig­ten im öf­fent­li­chem Dienst müs­sen Schritt hal­ten mit den Ge­halts­stei­ge­run­gen in der Pri­vat­wirt­schaft", for­der­te Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke. "Wir er­war­ten je­de Men­ge Ge­gen­wehr, sind aber to­tal op­ti­mis­tisch." Vor­bild sei der im Früh­jahr er­ziel­te Ab­schluss für Bund und Kom­mu­nen, nach dem die Ge­häl­ter zu­nächst um drei Pro­zent klet­ter­ten und im kom­men­den Jahr noch­mals um 2,4 Pro­zent stei­gen.

Zen­tra­les An­lie­gen ist ein Zu­rück­drän­gen be­fris­te­ter Ver­trä­ge. Sach­grund­lo­se Be­fris­tun­gen sol­len aus­ge­schlos­sen wer­den. Al­lei­ne an den Hoch­schu­len sei­en bis zu 80 Pro­zent be­trof­fen.

dbb-Chef Klaus Dau­der­städt be­ton­te, dass es bis auf Bay­ern und Ham­burg ei­ne "ent­wür­di­gen­de De­cke­lungs-, Stre­ckungs- und Kür­zungs­pra­xis" bei der Über­tra­gung auf die Lan­des­be­am­te ge­ge­ben ha­be. "Be­am­te und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger müs­sen das Glei­che be­kom­men wie am Ta­rif­tisch."

Die Che­fin der Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft, Mar­lis Te­pe, for­der­te ve­he­ment die Ta­rif-Ein­grup­pie­rung der 200 000 an­ge­stell­ten Lehr­kräf­te. Für sie ge­be es kei­ne ta­rif­li­che Ent­gel­t­ord­nung. "Die­ser un­halt­ba­re Zu­stand soll be­en­det wer­den."

Der TdL-Vor­sit­zen­de, Sach­sen-An­halts Fi­nanz­mi­nis­ter Jens Bul­ler­jahn, lehn­te die For­de­run­gen rund­weg ab. "Bei ei­ner In­fla­ti­ons­ra­te von zu­letzt 0,6 Pro­zent las­sen die Ge­werk­schaf­ten hier je­den Rea­li­täts­sinn ver­mis­sen." Die Län­der müss­ten die Schul­den­brem­se ein­hal­ten und in­ves­tie­ren. Bsirs­ke be­zif­fer­te die Kos­ten für die Län­der­haus­hal­te bei ei­nem Er­geb­nis ge­mäß den For­de­run­gen auf knapp 6 Mil­li­ar­den Eu­ro, da­von rund 1,5 Mil­li­ar­den für die An­ge­stell­ten. Auch für die Kon­junk­tur sei­en hö­he­re Ge­häl­ter ge­bo­ten: "Um so wich­ti­ge Im­pul­se für Wachs­tum und Bin­nen­nach­fra­ge zu set­zen."

Man sei nicht auf Kon­fron­ta­ti­on aus, sei aber da­zu fä­hig, sag­te Bsirs­ke. "Wir ha­ben ja 2006 16 Wo­chen ge­streikt und hat­ten Streiks an den Uni­kli­ni­ken, bei den Stra­ßen­meis­te­rei­en, im Küs­ten­schutz und in vie­len an­de­ren Be­rei­chen."

Bei der letz­ten Län­der-Ta­rif­run­de hat­ten sich Ar­beit­ge­ber und -neh­mer im März 2013 auf 5,6 Pro­zent mehr Geld bis 2014 ver­stän­digt. Im Ja­nu­ar be­gin­nen auch die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die Schlüs­sel­in­dus­tri­en Che­mie so­wie Me­tall und Elek­tro. Die Ge­werk­schaf­ten for­dern hier zwi­schen 4 und 5,5 Pro­zent mehr.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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