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Ge­werk­schaf­ter und Ar­beit­ge­ber vor Ta­rif­run­de auf Kon­fron­ta­ti­ons­kurs

In we­ni­gen Ta­gen be­gin­nen die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die An­ge­stell­ten der Län­der: Auf bei­den Sei­ten ste­hen die Zei­chen auf Kon­fron­ta­ti­on

23.01.2013. (dpa) - Kurz vor dem Start der Ta­rif­run­de für die An­ge­stell­ten der Län­der brin­gen sich Ar­beit­ge­ber und Ge­werk­schaf­ter in Stel­lung: Der Ver­hand­lungs­füh­rer der Ar­beit­ge­ber­sei­te, Sach­sen-An­halts Fi­nanz­mi­nis­ter Jens Bul­ler­jahn (SPD), wies die Ge­werk­schafts­for­de­rung nach 6,5 Pro­zent mehr Geld für die Be­schäf­tig­ten als über­zo­gen zu­rück. Obers­te Prio­ri­tät ha­be die Haus­halts­sa­nie­rung. Die Ge­werk­schaft Ver­di sieht da­ge­gen aus­rei­chend Spiel­räu­me und droht be­reits mit Warn­streiks ein­zel­ner Be­rufs­grup­pen.

Die Ta­rif­ver­hand­lun­gen be­gin­nen am 31. Ja­nu­ar in Ber­lin. Die zwei­te Run­de der Ge­sprä­che ist für den 14. und 15. Fe­bru­ar an­ge­setzt, die drit­te Run­de für den 7. und 8. März - bei­de Ma­le in Pots­dam.

Es geht bei den Ver­hand­lun­gen um die Ge­häl­ter von rund 800 000 Ta­rif­be­schäf­tig­ten im öf­fent­li­chen Dienst der Län­der - et­wa Leh­rer, Stra­ßen­wär­ter oder Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter. Nach dem Wil­len der Ge­werk­schaf­ten soll der aus­ste­hen­de Ta­rif­ab­schluss aber auch auf die fast zwei Mil­lio­nen Be­am­ten und Pen­sio­nä­re der Län­der über­tra­gen wer­den. Als ein­zi­ges Bun­des­land ist Hes­sen bei den Ta­rif­ge­sprä­chen au­ßen vor. Die Ver­hand­lun­gen dort lau­fen se­pa­rat.

Der Vor­sit­zen­de der Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Län­der, Bul­ler­jahn, be­rei­te­te sei­ne Ver­hand­lungs­part­ner be­reits auf schwie­ri­ge Ge­sprä­che vor. "6,5 Pro­zent sind völ­lig über­zo­gen", sag­te er der "Süd­deut­schen Zei­tung" (Mitt­woch). Der SPD-Po­li­ti­ker will in der ers­ten Ge­sprächs­run­de kein An­ge­bot vor­le­gen.

Die Ge­werk­schaf­ten ori­en­tie­ren sich mit ih­rer For­de­rung an dem jüngs­ten Ta­rif­ab­schluss für die Be­schäf­tig­ten von Bund und Kom­mu­nen. Die zwei Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten dort er­hal­ten über die nächs­ten zwei Jah­re in meh­re­ren Stu­fen ins­ge­samt 6,3 Pro­zent mehr Geld.

Bul­ler­jahn sag­te, die Lan­des­be­schäf­tig­ten müss­ten mit ge­rin­ge­ren Zu­wäch­sen rech­nen. "Die Län­der sind in ei­ner völ­lig an­de­ren La­ge als der Bund." Die Schul­den­brem­se er­le­ge ih­nen stren­ge­re Vor­schrif­ten auf, au­ßer­dem sei­en die Per­so­nal­aus­ga­ben be­son­ders hoch. "Mehr als die Hälf­te un­se­rer Steu­er­ein­nah­men ge­hen für Per­so­nal­kos­ten drauf, beim Bund sind das nur et­wa elf Pro­zent."

Ne­ben dem all­ge­mei­nen Ge­halts­plus wol­len die Ge­werk­schaf­ten ne­ben ei­ni­gen an­de­ren For­de­run­gen auch ei­ne Ver­än­de­rung für die rund 200.000 an­ge­stell­ten Leh­rer durch­set­zen: Für sie soll per Ta­rif­ver­trag ge­re­gelt wer­den, in wel­che Ge­halts­klas­sen sie ein­grup­piert wer­den. Bis­lang ist die­se Ent­schei­dung den Ar­beit­ge­bern über­las­sen.

Ver­di droh­te mit bal­di­gen Warn­streiks der Leh­rer, falls sich an die­ser Stel­le nichts tut. Soll­te die Ar­beit­ge­ber­sei­te in der ers­ten Ver­hand­lungs­run­de am 31. Ja­nu­ar an die­sem Punkt kei­ner­lei Be­we­gung si­gna­li­sie­ren, könn­ten be­reits am 1. Fe­bru­ar Ak­tio­nen star­ten, sag­te Ver­di-Vor­stands­mit­glied Achim Meer­kamp. Der­zeit ge­be es gro­ße Un­ter­schie­de bei der Leh­rer­be­zah­lung.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. Februar 2014

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