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Ge­werk­schafts­kon­fe­renz der IG Me­tall zum The­ma Ar­beits­zeit

Auf ei­ner Ver­samm­lung will die IG Me­tall ih­re For­de­run­gen bzgl. neu­er Ar­beits­zeit­re­ge­lun­gen im Hin­blick auf die nächs­te Ver­hand­lungs­run­de fest­le­gen
Uhr und Kalender, Arbeitszeit und Arbeitszeitrecht

27.06.2017. (dpa/wie) - Auf der heu­ti­gen Ge­werk­schafts­kon­fe­renz der IG Me­tall mit über 800 Teil­neh­mern sol­len die For­de­run­gen zur Ar­beits­zeit für die nächs­te Ta­rif­run­de in der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie kon­kre­ti­siert wer­den.

Grund­la­ge ist ei­ne Be­fra­gung un­ter 700.000 Ar­beit­neh­mern der be­trof­fe­nen Bran­chen (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/133 Um­fra­ge: Ar­beit­neh­mer wol­len 35-St­un­den-Wo­che). In der Um­fra­ge hat­te sich die Mehr­heit für ei­ne 35-St­un­den-Wo­che und tem­po­rä­re Ab­sen­kun­gen der Ar­beits­zeit aus­ge­spro­chen.

Die im Wes­ten ta­rif­lich ver­ein­bar­te 35-St­un­den-Wo­che wird auf­grund der sehr gu­ten Auf­trags­la­ge in vie­len Fäl­len un­ter Bil­li­gung der IG Me­tall über­schrit­ten. In den öst­li­chen Bun­des­län­dern muss der­zeit noch drei St­un­den wö­chent­lich mehr ge­ar­bei­tet wer­den, da man sich in ei­nem ab­ge­bro­che­nen Streik im Jah­re 2003 nicht auf ei­ne Re­ge­lung ent­spre­chend der west­li­chen Bun­des­län­der ei­ni­gen konn­te.

Ob­wohl die Ar­beit­ge­ber eben­so wie die Ge­werk­schaf­ten an ei­ner Neu­re­ge­lung der Ar­beits­zei­ten in­ter­es­siert sind, ge­hen die Zie­le doch in un­ter­schied­li­che Rich­tun­gen. Der Ar­beit­ge­ber­ver­band Ge­samt­me­tall ist zwar für ei­ne Fle­xi­bi­li­sie­rung der Ar­beits­zeit-Vor­schrif­ten, fin­det aber, dass Ab­re­den zur bes­se­ren Ver­ein­bar­keit von Be­ruf und Pri­vat­le­ben auf be­trieb­li­cher Ebe­ne ver­ein­bart wer­den müss­ten.

Die Ge­werk­schaft for­dert hin­ge­gen ta­rif­li­che Be­stim­mun­gen zur vor­über­ge­hen­den Re­du­zie­rung von Wo­chen­ar­beits­stun­den. Die­se sol­len ab­hän­gig von Le­bens­pha­sen wie Kin­der­er­zie­hung, Wei­ter­qua­li­fi­zie­run­gen oder Pfle­ge ei­nes Fa­mi­li­en­mit­glieds sein. Da­für soll die Ar­beits­zeit auf 28 St­un­den pro Wo­che ge­senkt wer­den. Au­ßer­dem sol­len die Be­schäf­tig­ten für die Zeit ei­nen Lohn­aus­gleich vom Ar­beit­ge­ber er­hal­ten.

Um die von IG-Me­tall-Chef Jörg Hof­mann be­reits si­gna­li­sier­te er­höh­te Streik­be­reit­schaft beim The­ma Ar­beits­zeit durch­zu­set­zen, hat die Ge­werk­schaft ei­ne neue Art des Streiks ein­ge­führt, wel­che ggf. kom­men­den Win­ter erst­mals an­ge­wen­det wird. Da­bei han­delt es sich um den so­ge­nann­ten Ta­ges­streik, der von der Dau­er zwi­schen dem üb­li­chen mehr­stün­di­gem Streik und dem un­be­fris­te­tem Re­gel­streik liegt.

Die nächs­te Ta­rif­run­de fin­det in ei­nem hal­ben Jahr statt. Über For­de­run­gen bzgl. der Ver­gü­tung wird sich die IG Me­tall im Ok­to­ber be­ra­ten.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 17. November 2017

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