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Glo­bal­foundries-Mit­ar­bei­ter pro­tes­tie­ren - Kri­tik an För­der­pra­xis

Erst kün­dig­te Chip-Her­stel­ler Glo­bal­foundries Mil­lio­nen­in­ves­ti­tio­nen zur Ein­füh­rung ei­ner neu­en Tech­no­lo­gie an - jetzt ban­gen die Mit­ar­bei­ter um ih­re Jobs: Hun­der­te ste­hen auf dem Spiel

07.12.2015. (dpa) - Mit Pla­ka­ten, Trö­ten und Tril­ler­pfei­fen ha­ben rund 350 Mit­ar­bei­ter des Chip­her­stel­lers Glo­bal­foundries in Dres­den ge­gen ei­ne ge­plan­te Stel­len­strei­chung de­mons­triert.

"Wir sind zu­frie­den, das ist ein gu­ter An­fang", sag­te Ver­trau­ens­mann Ulf Brink­mann von der In­dus­trie­ge­werk­schaft Berg­bau, Che­mie, En­er­gie (IG BCE) am Sams­tag.

Der Pro­test zei­ge, dass der Kern der Mit­ar­bei­ter um die Ar­beits­plät­ze kämp­fen wol­le.

Das Un­ter­neh­men hat­te im Ok­to­ber an­ge­kün­digt, bis zu 800 der ins­ge­samt 3700 Ar­beits­plät­ze ab­zu­bau­en. Laut Ge­werk­schaft ste­hen in­klu­si­ve Leih­ar­bei­tern und be­fris­tet Be­schäf­tig­ten bis zu 1300 Jobs auf dem Spiel.

Der wirt­schafts­po­li­ti­sche Spre­cher der Lin­ke-Frak­ti­on, Ni­co Brün­ler, stell­te die För­der­pra­xis der Lan­des­re­gie­rung in­fra­ge. Die Mi­kro­elek­tro­nik sei zwei­fel­los ei­ne Schlüs­sel­bran­che für den Frei­staat.

"Es muss aber über­legt wer­den, ob die För­der­gel­der bei den gro­ßen Un­ter­neh­men gut an­ge­legt sind oder nicht bes­ser bei klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Un­ter­neh­men ein­ge­setzt wer­den soll­ten, die nicht selbst For­schung und Ent­wick­lung be­trei­ben kön­nen", sag­te er der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Die Staats­re­gie­rung hat För­der­gel­der in Hö­he von fast 37,7 Mil­lio­nen Eu­ro an Glo­bal­foundries aus­ge­zahlt. Das geht aus ei­ner Ant­wort von Wirt­schafts­mi­nis­ter Mar­tin Du­lig (SPD) auf ei­ne Klei­ne An­fra­ge Brün­lers her­vor. Zu­sätz­li­che Mit­tel in Hö­he von fast 13 Mil­lio­nen Eu­ro sei­en im Zu­sam­men­hang mit ei­ner im Som­mer an­ge­kün­dig­ten Ein­füh­rung ei­ner neu­en Chip-Tech­no­lo­gie zu­ge­sagt wor­den.

Von dem Per­so­nal­ab­bau sei auch die Staats­re­gie­rung erst am 1. Ok­to­ber in­for­miert wor­den, schrieb Du­lig. Bei der Be­wil­li­gung der För­der­mit­tel für die neue Tech­no­lo­gie sei­en die Plä­ne nicht be­kannt ge­we­sen.

Glo­bal­foundries-Ge­schäfts­füh­rer Rut­ger Wi­jburg hat­te am 2. Ok­to­ber an­ge­kün­digt, 20 Pro­zent der Per­so­nal­kos­ten ein­spa­ren zu müs­sen, um be­triebs­wirt­schaft­lich ar­bei­ten zu kön­nen. Die Pla­nun­gen zum Stel­len­ab­bau soll­ten bis Ja­nu­ar ab­ge­schlos­sen wer­den. Zum ak­tu­el­len Stand gab das Un­ter­neh­men auf Nach­fra­ge kei­ne Aus­kunft.

Laut IG BCE ist nicht er­kenn­bar, wie ein Kahl­schlag über al­le Be­rei­che hin­weg das Un­ter­neh­men zu­kunfts­fä­hig hal­ten sol­le. Ver­lie­rer wür­den am En­de die Be­schäf­tig­ten und ih­re Fa­mi­li­en sein. Glo­bal­foundries gilt als größ­ter pri­va­ter Ar­beit­ge­ber in Dres­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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