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15/076a Die Glo­be­trot­ter-Azu­bis: Die Leh­re kom­plett im Aus­land ma­chen

Sie sind bis zu 9000 Ki­lo­me­ter weit weg von zu Hau­se: Ju­gend­li­che, die im Aus­land ei­ne Aus­bil­dung nach dem deut­schen Sys­tem ma­chen. Sie ler­nen Au­ßen­han­dels­kauf­mann in Hong­kong oder In­dus­trie­kauf­mann in Ma­drid. Wie funk­tio­niert das ge­nau?

23.03.2015. (dpa) - Viel wei­ter weg von zu Hau­se hät­te Mo­ritz von Kes­sel für die Aus­bil­dung kaum ge­hen kön­nen.

Seit zwei Jah­ren lernt er Groß- und Au­ßen­han­dels­kauf­mann nach dem deut­schen Sys­tem - und zwar in Chi­na.

"Ich woll­te mich nach der Schu­le in­ter­na­tio­nal auf­stel­len", er­zählt der 22-Jäh­ri­ge.

Von ei­nem Freund er­fuhr er von der Op­ti­on, sich über die Au­ßen­han­dels­kam­mer ins Aus­land ver­mit­teln zu las­sen.

Nun lernt er bei Tchi­bo in Hong­kong.

Die Pro­duk­te, die in Deutsch­land in den Lä­den ste­hen, kauft zum Teil sei­ne Ab­tei­lung bei chi­ne­si­schen Fa­bri­ken ein. Will er spä­ter zu­rück nach Deutsch­land wech­seln, ist das kein Pro­blem. Sein Ab­schluss ist deut­schen Per­so­na­lern be­kannt.

Im Aus­land zu stu­die­ren: Von die­ser Op­ti­on wis­sen vie­le. Aber dort ei­ne Leh­re ma­chen? Da­von ha­ben die meis­ten noch nie ge­hört. Da­bei ist auch das in vie­len Län­dern mög­lich. Wer gro­ßes Fern­weh hat, kann zum Bei­spiel Ho­tel­fach­mann in Por­tu­gal ler­nen oder In­dus­trie­kauf­mann in Ma­drid.

Das Pro­ze­de­re ist im­mer ähn­lich: Ju­gend­li­che wen­den sich in der Re­gel zu­erst an die deut­sche Au­ßen­han­dels­kam­mer des Lan­des, in dem sie ei­ne Aus­bil­dung ma­chen wol­len. Das teilt die Zen­tra­le Aus­lands- und Fach­ver­mitt­lung (ZAV) der Bun­des­agen­tur für Ar­beit mit. Die hilft ih­nen dann wei­ter. Un­ter Um­stän­den ge­ben sie dort so­gar ih­re Be­wer­bung ab. Sie er­stellt dann Pro­fi­le, die sie deut­schen Fir­men im Aus­land wei­ter­lei­tet. Die su­chen sich dann pas­sen­de Be­wer­ber aus und im bes­ten Fall be­kom­men Ju­gend­li­che ein Vor­stel­lungs­ge­spräch.

"Ich woll­te wis­sen, wo die Pro­duk­te her­kom­men, die ich als Groß- und Au­ßen­han­dels­kauf­mann ein­kau­fe", er­klärt von Kes­sel. Nun geht er auf Mes­sen in Chi­na und be­sucht chi­ne­si­sche Fa­bri­ken, bei de­nen Tchi­bo die Fer­ti­gung der Pro­duk­te in Auf­trag gibt. In der Be­rufs­schu­le sind sie der­zeit 51 Aus­zu­bil­den­de aus Deutsch­land.

Nicht ganz so weit weg hat es Jo­han­na Köll­ner, 23, ge­zo­gen. Sie hat ih­re Aus­bil­dung bei Sie­mens in Ma­drid ge­macht. Das Un­ter­neh­men fer­tigt in Spa­ni­en et­wa Rönt­gen­ge­rä­te oder Mo­to­ren für Zü­ge an. Seit mitt­ler­wei­le fünf Jah­ren ar­bei­tet sie in Spa­ni­en. Wäh­rend der Schul­zeit hat sie ein Aus­tau­sch­jahr in Pa­na­ma ge­macht. Nach ih­rem Ab­schluss woll­te sie wie­der ins Aus­land zu­rück. Von ei­ner Freun­din er­fuhr sie, dass sie in Ma­drid In­dus­trie­kauf­frau ler­nen kann. Ei­ne Aus­bil­dung nach deut­schem Sys­tem im Aus­land ma­chen - das klang für sie per­fekt. Schließ­lich konn­te sie dann spä­ter pro­blem­los zu­rück nach Deutsch­land wech­seln.

"Am An­fang hat­te ich schon ei­nen Kul­tur­schock", er­in­nert sie sich. Die Men­schen in Spa­ni­en sei­en im Ar­beits­all­tag viel lo­cke­rer als in Deutsch­land. "Man duzt je­den, selbst den Chef", er­zählt sie. Und mor­gens wer­den al­le mit Küss­chen be­grüßt. "Aber man ge­wöhnt sich dar­an, und in­zwi­schen bin ich selbst ein biss­chen spa­nisch." In der Be­rufs­schu­le wa­ren sie da­mals et­wa 20.

Wer sich da­für in­ter­es­siert, die Aus­bil­dung kom­plett im Aus­land zu ma­chen, soll­te auf je­den Fall of­fen sein, sagt Tan­ja Nau­se, zu­stän­dig für das The­ma Aus­bil­dung bei der Deut­schen Han­dels­kam­mer für Spa­ni­en. Man­ches lau­fe in Deutsch­land an­ders als in Spa­ni­en. Au­ßer­dem sind Grund­kennt­nis­se in Spa­nisch Pflicht. In Hong­kong sind Man­da­rin-Kennt­nis­se nicht er­for­der­lich. Hier soll­ten Be­wer­ber je­doch sehr gut Eng­lisch spre­chen kön­nen.

Mit der Aus­bil­dungs­ver­gü­tung al­lein kom­men Be­wer­ber in der Re­gel nicht aus. Sie ist ähn­lich hoch wie in Deutsch­land. Sie brau­chen je nach Land und Stadt et­wa 500 Eu­ro zu­sätz­lich zur Ver­gü­tung, um ihr Le­ben zu fi­nan­zie­ren. Es be­steht al­ler­dings die Mög­lich­keit, Aus­bil­dungs­bei­hil­fe zu be­kom­men.

Wo die Be­wer­ber nach der Aus­bil­dung lan­den, un­ter­schei­det sich je nach Land. In Hong­kong bleibt un­ge­fähr ein Drit­tel der Ab­sol­ven­ten nach dem Ab­schluss in Chi­na, ein wei­te­res Drit­tel nimmt in Hong­kong ein Stu­di­um auf und noch ein wei­te­res Drit­tel geht nach Eu­ro­pa zu­rück, um den Job in Deutsch­land fort­zu­set­zen oder um noch ein­mal zu stu­die­ren. In Spa­ni­en bleibt un­ge­fähr die Hälf­te nach der Aus­bil­dung im Un­ter­neh­men, die an­de­re Hälf­te geht zum Stu­die­ren zu­rück nach Deutsch­land.

Ob es ko­misch ist, an­ge­sichts der ho­hen Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit in Spa­ni­en ei­ne Aus­bil­dung zu ma­chen? Nein, sagt Köll­ner. Sie neh­me nie­man­dem ei­nen Platz weg, denn Vor­aus­set­zung für die Aus­bil­dung sei­en ex­zel­len­te Deutsch-Kennt­nis­se, und die ha­ben nur we­nig Spa­nier. Ih­re Freun­de dort hät­ten sich am An­fang ge­wun­dert, dass sie für ei­ne Aus­bil­dung Deutsch­land ver­lässt und aus­ge­rech­net nach Spa­ni­en kommt. "Aber die wis­sen ja, dass die Deut­schen Spa­ni­en mö­gen."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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