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Grö­he: Ab 2016 hal­be Mil­li­ar­de aus So­zi­al­kas­sen für Prä­ven­ti­on

Die Men­schen in Deutsch­land wer­den im­mer äl­ter: Doch Dia­be­tes, Herz-Kreis­lauf- oder psy­chi­sche Er­kran­kun­gen neh­men zu. Ein Prä­ven­ti­ons­ge­setz tut not. 2016 soll es end­lich so­weit sein

01.11.2014. (dpa) - Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he (CDU) will künf­tig über Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung rund 510 Mil­lio­nen Eu­ro in die Ge­sund­heits­prä­ven­ti­on ste­cken.

Das geht aus sei­nem Ge­setz­ent­wurf her­vor, der am Frei­tag be­kannt wur­de und der Nach­rich­ten­agen­tur dpa vor­liegt.

Mit dem Ent­wurf will er dem Ver­neh­men nach si­cher­stel­len, dass auch Men­schen aus so­zi­al schwa­chen Schich­ten Zu­gang zu Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men be­kom­men - al­len vor­an Kin­der.

So­zi­al- oder ge­schlechts­spe­zi­fi­sche Nach­tei­le sol­len aus­ge­gli­chen wer­den.

Aus der Pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV) wer­den von 2016 an für Prä­ven­ti­on wei­te­re gut 20 Mil­lio­nen Eu­ro jähr­lich er­war­tet, wie aus dem Grö­he-Ent­wurf her­vor­geht. Wei­ter hieß es, die Un­fall­ver­si­che­rung wen­de be­reits ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro für Ge­sund­heits­vor­sor­ge am Ar­beits­platz auf. Zu­dem wer­den von Län­dern und Kom­mu­nen Bei­trä­ge für Prä­ven­ti­on er­war­tet, die aber der­zeit noch nicht be­zif­fert wer­den könn­ten.

Im Fo­kus der Prä­ven­ti­on ste­hen Über­ge­wicht, zu ge­rin­ge Be­we­gung, Rau­chen oder über­mä­ßi­ger Al­ko­hol­ge­nuss. Mit der Ein­be­zie­hung der Pfle­ge­ver­si­che­rung wer­de auch deut­lich, dass Prä­ven­ti­on von der Kin­der­ta­ges­stät­te bis zum Pfle­ge­heim not­tue, hieß es. Des­halb sol­le in Ki­tas, Schu­len, Ver­ei­nen und Be­trie­ben ge­sund­heits­för­dern­des Ver­hal­ten ge­stärkt wer­den. Mit der neu­en Prä­ven­ti­ons­stra­te­gie wer­de Qua­li­täts­si­che­rung groß ge­schrie­ben. Künf­tig wer­de nicht al­les, was bis­her von den Kas­sen an­ge­bo­ten wor­den sei, wei­ter als Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men an­ge­se­hen.

Kran­ken-, Ren­ten-, Pfle­ge- und Un­fall­ver­si­che­rung so­wie Län­der und Kom­mu­nen sol­len in ei­ne na­tio­na­le Prä­ven­ti­ons­stra­te­gie ein­ge­bun­den wer­den. Ei­ne künf­ti­ge Prä­ven­ti­ons­kon­fe­renz sol­le ei­ne mög­lichst gu­te Ver­zah­nung ih­rer Maß­nah­men ga­ran­tie­ren, hieß es. In ei­nem zu­sätz­li­chen Prä­ven­ti­ons­fo­rum sol­len un­ter an­de­rem Ärz­te und Apo­the­ker über die Stra­te­gie un­ter­rich­tet wer­den.

Der Richt­wert für die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen (GKV) wer­de von gut 3 auf 7 Eu­ro pro Ver­si­cher­tem an­ge­ho­ben, da­von sol­len wie­der­um 2 Eu­ro im Be­reich Ki­ta und Schu­le so­wie 2 Eu­ro für be­trieb­li­che Prä­ven­ti­on ein­ge­setzt wer­den. Die Kran­ken­kas­sen könn­ten so rund 490 Mil­lio­nen Eu­ro für Prä­ven­ti­on aus­ge­ben. Die rest­li­chen Mit­tel wür­den auf die an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­run­gen ver­teilt. So sei­en künf­tig in der Pfle­ge­ver­si­che­rung 0,30 Eu­ro pro Ver­si­cher­tem und da­mit ins­ge­samt gut 20 Mil­lio­nen Eu­ro vor­ge­se­hen. In der Pfle­ge müs­se künf­tig der Grund­satz gel­ten "Re­ha vor Pfle­ge" - ana­log dem Grund­satz "am­bu­lant vor sta­tio­när", hieß es.

Zu­letzt war un­ter der Vor­gän­ger­re­gie­rung von Uni­on und FDP ein Vor­stoß für ein Prä­ven­ti­ons­ge­setz ge­schei­tert. Grö­he konn­te sich bei sei­nem Ent­wurf auf Vor­ar­bei­ten auch aus den Bun­des­län­dern stüt­zen. Das Ge­setz ist im Bun­des­rat nicht zu­stim­mungs­pflich­tig. Nun sol­le die Le­gis­la­tur von Schwarz-Rot ge­nutzt wer­den, um ideo­lo­gi­sche Grä­ben zu­zu­schüt­ten, hieß es.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 13. August 2015

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