Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Al­lein un­ter vie­len - Ef­fek­tiv ar­bei­ten im Groß­raum­bü­ro

Nicht je­der Ar­beit­neh­mer kommt im Groß­raum­bü­ro zu­recht: Der häu­fig ho­he Lärm­pe­gel macht vie­len zu schaf­fen. Um dort den­noch ef­fek­tiv zu ar­bei­ten, be­darf es ei­ni­ger Ver­hal­tens­re­geln

14.04.2014. (dpa) - La­chen­de Kol­le­gen, klin­geln­de Te­le­fo­ne und ei­ne sur­ren­de Kli­ma­an­la­ge: Das ist der Sound im Groß­raum­bü­ro.

Wer hier ar­bei­tet, muss ei­ni­ges aus­hal­ten.

Mit stei­gen­der Bü­ro­grö­ße nimmt die Zu­frie­den­heit mit den Be­din­gun­gen am Ar­beits­platz ab.

Das zeigt ei­ne Be­fra­gung der Hoch­schu­le Lu­zern un­ter 1230 Bü­ro­ar­bei­tern.

Um in ei­nem Groß­raum­bü­ro ef­fek­tiv ar­bei­ten zu kön­nen, braucht es To­le­ranz und Rück­sicht.

"Der Lärm und der Man­gel an Pri­vat­heit sind ein we­sent­li­cher Be­las­tungs­fak­tor am Ar­beits­platz - ge­ra­de bei Ar­bei­ten, die Kon­zen­tra­ti­on und Krea­ti­vi­tät er­for­dern", sagt Prof. Mi­cha­el Kast­ner. Er ar­bei­tet am In­sti­tut für Ar­beits­psy­cho­lo­gie und Ar­beits­me­di­zin in Her­de­cke. Der Stress drü­cke sich in ei­ner er­höh­ten Feh­ler­quo­te oder in ei­ner ge­rin­ge­ren Auf­merk­sam­keit und Kon­zen­tra­ti­on aus.

Durch den Lärm kann auch das Ri­si­ko von Herz­er­kran­kun­gen stei­gen, er­klärt Anet­te Wahl-Wa­chen­dorf vom Ver­band der Be­triebs- und Werks­ärz­te. Im Groß­raum­bü­ro kön­nen bis zu 75 De­zi­bel ent­ste­hen. Das ist so laut wie Ver­kehrs­lärm. Al­ler­dings sei es nicht so gra­vie­rend wie Bau­lärm. Im Ide­al­fall be­tra­ge die Laut­stär­ke 55 De­zi­bel.

Wahl-Wa­chen­dorf rät, Stö­ren­frie­de wie Dru­cker und Kli­ma­an­la­ge ins Vi­sier zu neh­men. Lei­se Ge­rä­te sind nicht un­be­dingt teu­rer als lau­te Ge­rä­te. Dru­cker und Ko­pie­rer soll­ten nach Mög­lich­keit von den Ar­beits­be­rei­chen ab­ge­trennt ste­hen. Auch Trenn­wän­de könn­ten Ab­hil­fe schaf­fen. Be­triebs­arzt und -rat kön­nen nütz­li­che Tipps ge­ben und zwi­schen Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­ge­ber ver­mit­teln.

Für Su­san­ne Hel­bach-Gros­ser vom Netz­werk Eti­ket­te Trai­ner In­ter­na­tio­nal ist die Dis­tanz das A und O ei­ner gu­ten Zu­sam­men­ar­beit im Groß­raum­bü­ro. "Das fängt schon beim ei­ge­nen Kör­per­ge­ruch an", sagt sie. Wenn ein Kol­le­ge mor­gens auf­dring­lich nach Mo­schus riecht, man­ge­le es an der nö­ti­gen Dis­tanz. Das glei­che gel­te für Mahl­zei­ten am Ar­beits­platz. "Den Ge­ruch ei­nes Fisch­bröt­chens emp­fin­den vie­le Kol­le­gen als be­läs­ti­gend."

Wer sich im Groß­raum­bü­ro ge­stört fühlt, soll­te die ent­spre­chen­den Kol­le­gen um­ge­hend an­spre­chen, rät Hel­bach-Gros­ser. "Es muss ei­nen nicht fünf Jah­re lang stö­ren." Mit Kol­le­gen, die zu laut te­le­fo­nie­ren, kön­ne zum Bei­spiel ein Zei­chen ver­ein­bart wer­den. "Viel­leicht lässt sich so­gar mit ei­nem lus­ti­gen Schild auf die Stö­rung hin­wei­sen."

Den Ein­satz von Oh­ro­pax oder Kopf­hö­rern fin­det Hel­bach-Gros­ser grenz­wer­tig. "Stel­len Sie sich mal vor, der Chef ruft nach Ih­nen, und Sie krie­gen das nicht mit", sagt sie. Si­cher­lich ge­be es Tä­tig­kei­ten, bei de­nen nichts da­ge­gen spricht. Aber dann soll­te es mit den Kol­le­gen und Vor­ge­setz­ten ab­ge­spro­chen wer­den. "Mit ei­nem Spruch wie 'Ich klink mich mal aus!' stößt man dann auch eher auf Ein­ver­ständ­nis, als wenn man kom­men­tar­los zu Oh­ro­pax oder Kopf­hö­rern greift."

Bei Kol­le­gen, die mit dem Rü­cken zu stark be­nutz­ten Gän­gen sit­zen, ist be­son­de­re Rück­sicht ge­fragt. Der Blick auf den Bild­schirm beim Vor­bei­ge­hen stört das men­sch­li­che Be­dürf­nis nach Pri­vat­heit. Des­we­gen ist es auch nicht an­ge­bracht, sich hin­ter den Kol­le­gen zu stel­len und ihn an­zu­spre­chen - am bes­ten erst vor die Per­son stel­len und dann mir ihr re­den.

Per­sön­li­che Ge­sprä­che soll­ten Ar­beit­neh­mer im Pau­sen­raum oder in der Tee­kü­che füh­ren. In ei­ni­gen Groß­raum­bü­ros gibt es für Be­spre­chun­gen auch so­ge­nann­te Mee­ting­points, die von den Ar­beits­zo­nen akus­tisch iso­liert sind.

Nicht je­de Auf­ga­be er­for­dert team­ori­en­tier­tes Ar­bei­ten. So­fern es Rück­zugs­mög­lich­kei­ten für kon­zen­trier­te Ein­zel­ar­beit gibt, soll­ten die­se ge­ra­de vor­mit­tags ge­nutzt wer­den, rät Kast­ner. "Hoch­kom­ple­xe Auf­ga­ben sind mor­gens am bes­ten zu be­wäl­ti­gen", sagt er. E-Mails und Te­le­fo­ne un­ter­bre­chen die Kon­zen­tra­ti­on. Nach der Mit­tags­pau­se kön­ne dann der Vor­teil des Groß­raum­bü­ros ge­nutzt wer­den: der Aus­tausch mit Kol­le­gen.

In ei­ni­gen Groß­raum­bü­ros ha­ben Mit­ar­bei­ter so­gar zu­sätz­lich ein klei­nes Ein­zel­bü­ro. "In Wirk­lich­keit wol­len vie­le Un­ter­neh­men mit Groß­raum­bü­ros aber nur Kos­ten spa­ren, auch wenn sie ih­re Ent­schei­dung mit der bes­se­ren Kom­mu­ni­ka­ti­on un­ter Mit­ar­bei­tern be­grün­den", stellt Kast­ner fest. Die Kos­ten­er­spar­nis sei mit den zu­sätz­li­chen Ein­zel­bü­ros aber nicht mehr ge­ge­ben.

Der Ein­zel­ne hat kaum Ein­fluss auf Lärm, Tem­pe­ra­tur und Be­leuch­tung. Es be­darf da­bei der Ko­ope­ra­ti­on mit den an­de­ren Mit­ar­bei­tern. "Ich kann nicht los­ren­nen und das Fens­ter schlie­ßen, wenn ein Kol­le­ge es ge­ra­de erst ge­öff­net hat", er­klärt Hel­bach-Gros­ser. Hier sei Rück­sicht und To­le­ranz ge­fragt. Klei­det man sich mor­gens nach dem Zwie­bel­prin­zip, kön­nen im Ver­lauf des Ar­beits­ta­ges ein­zel­ne Schich­ten von Klei­dun­gen ent­spre­chend der Raum­tem­pe­ra­tur aus- oder an­ge­zo­gen wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 20. Juni 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880