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Grü­ne for­dern fai­re Be­zah­lung von Prak­ti­kan­ten

Egal ob Schü­ler oder Hoch­schul­ab­sol­vent - Prak­ti­kan­ten in Mi­nis­te­ri­en und Be­hör­den Meck­len­burg-Vor­pom­merns be­kom­men kei­nen Cent: Das sei un­ge­recht und un­an­ge­mes­sen, mei­nen die Grü­nen und drin­gen auf Än­de­rung

03.03.2016. (dpa) - Die Lan­des­re­gie­rung in Schwe­rin und ihr nach­ge­ord­ne­te Ein­rich­tun­gen nut­zen Prak­ti­kan­ten nach An­ga­ben der Grü­nen wei­ter­hin als bil­li­ge Ar­beits­kräf­te und ent­hal­ten ih­nen so ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­loh­nung vor. Knapp 1000 jun­ge Leu­te hät­ten im Vor­jahr in Mi­nis­te­ri­en und Be­hör­den Meck­len­burg-Vor­pom­merns Prak­ti­ka ab­sol­viert. «Nicht ei­ne ein­zi­ge Per­son wur­de aus der Lan­des­kas­se be­zahlt und das ob­wohl mehr als 150 über ei­ne ab­ge­schlos­se­ne Be­rufs- oder Hoch­schul­aus­bil­dung ver­füg­ten», sag­te der Grü­nen-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Jo­han­nes Saal­feld un­ter Be­ru­fung auf die Re­gie­rungs­ant­wort auf ei­ne Klei­ne An­fra­ge der Op­po­si­ti­ons­frak­ti­on.

«Das ist un­ge­recht und un­an­ge­mes­sen», kri­ti­sier­te Saal­feld. Die Lan­des­re­gie­rung kön­ne nicht auf der ei­nen Sei­te über das nied­ri­ge Lohn­ni­veau im Land kla­gen und auf der an­de­ren Sei­te selbst mit schlech­tem Bei­spiel vor­an­ge­hen.

Der Grü­nen-Po­li­ti­ker for­der­te die SPD/CDU-Ko­ali­ti­on auf, Grund­sät­ze für fai­re Prak­ti­ka zu er­ar­bei­ten und um­zu­set­zen. «Da­zu ge­hört auch ei­ne An­er­ken­nung der er­brach­ten Leis­tun­gen durch ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung. Völ­lig un­strit­tig ist, dass auch in Zu­kunft so­ge­nann­te Schü­ler­prak­ti­ka un­ver­gü­tet blei­ben», be­ton­te Saal­feld. Nach sei­nen Be­rech­nun­gen wür­de die Be­zah­lung qua­li­fi­zier­ter Prak­ti­kan­ten rund 170 000 Eu­ro im Jahr kos­ten.

Grü­ne und Lin­ke hat­ten un­ter Ver­weis auf die ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen zum 2015 ein­ge­führ­ten Min­dest­lohn schon mehr­fach ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­loh­nung aus­ge­bil­de­ter Prak­ti­kan­ten in der Lan­des­ver­wal­tung ver­langt. Doch stell­te So­zi­al­mi­nis­te­rin Bir­git Hes­se (SPD) klar, dass ei­ner Be­zah­lung von Prak­ti­kan­ten die Lan­des­haus­halts­ord­nung ent­ge­gen­ste­he. Sie be­rief sich zu­dem auf Aus­nah­men vom Ta­rif­au­to­no­mie­stär­kungs­ge­setz, das Prak­ti­kan­ten in Un­ter­neh­men teil­wei­se An­spruch auf den Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro ein­räumt.

«Wie die­se Lan­des­re­gie­rung mit ih­ren Prak­ti­kan­ten um­geht, ist un­ge­recht», sag­te Saal­feld. Auch wenn Prak­ti­ka zur Be­rufs­ori­en­tie­rung und zum Er­werb von Wis­sen und Fer­tig­kei­ten dien­ten, kön­ne das kein Grund sein, Prak­ti­kan­ten ge­ne­rell oh­ne Be­zah­lung nach Hau­se zu schi­cken.

Wie aus der Klei­nen An­fra­ge (Drs. 6/5055) her­vor­geht, hat­ten im Vor­jahr vor al­lem Po­li­zei­dienst­stel­len, Ge­rich­te und staat­li­che Äm­ter Prak­ti­kums­plät­ze be­reit­ge­stellt. Vier Prak­ti­kan­ten im Na­tio­nal­park­amt Vor­pom­mern be­ka­men mo­nat­li­che Zu­wen­dun­gen von je­weils 255 Eu­ro, die al­ler­dings von ei­ner Pri­vat­bank fi­nan­ziert wur­den.

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Letzte Überarbeitung: 15. Juli 2016

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