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Im­mer mehr spa­ni­sche Hand­wer­ker wol­len in Ber­lin ar­bei­ten

Seit gut zwei Jah­ren ha­ben Mi­gran­ten das Recht, ih­re Ab­schlüs­se bei den Hand­werks­kam­mern auf Gleich­wer­tig­keit prü­fen zu las­sen: In Ber­lin mel­den sich zu­neh­mend Sü­d­eu­ro­pä­er

07.06.2014. (dpa) - Bei der Hand­werks­kam­mer (HWK) Ber­lin be­an­tra­gen im­mer mehr jun­ge Spa­nier die An­er­ken­nung ih­rer in der Hei­mat er­wor­be­nen Be­rufs­ab­schlüs­se.

"Es hat sich in Sü­d­eu­ro­pa her­um­ge­spro­chen, dass in Deutsch­land Fach­kräf­te ge­braucht wer­den", sag­te Di­lek In­te­pe, die bei der HWK Ber­lin für die An­er­ken­nungs­ver­fah­ren zu­stän­dig ist, der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

Seit In­kraft­tre­ten des An­er­ken­nungs­ge­set­zes des Bun­des am 1. April 2012 hat die HWK Ber­lin 66 An­trä­ge auf An­er­ken­nung aus­län­di­scher Be­rufs­qua­li­fi­ka­tio­nen er­hal­ten. In 28 Fäl­len stell­te sie ei­nen Be­scheid über vol­le oder teil­wei­se Gleich­wer­tig­keit mit ei­nem deut­schen Ab­schluss aus. Von den üb­ri­gen An­trä­gen wur­den 13 zu­rück­ge­nom­men, 25 wer­den noch be­ar­bei­tet.

Die Kam­mer bie­tet auch Be­ra­tungs­ge­sprä­che an. Rund 800 wa­ren es in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren. In vie­len Fäl­len stel­le sich da­bei her­aus, dass ein an­de­rer Weg als das An­er­ken­nungs­ver­fah­ren sinn­vol­ler sei, so In­te­pe. Mög­li­che Al­ter­na­ti­ven sind et­wa ei­ne Wei­ter­bil­dung oder ei­ne Ein­tra­gung in die Hand­werks­rol­le.

Be­son­ders häu­fig mel­den sich KFZ- und Elek­tro­tech­ni­ker, Tisch­ler und Kon­di­to­ren, die ih­re Be­ru­fe auch in Deutsch­land aus­üben wol­len. Bun­des­weit kom­men die meis­ten An­trag­stel­ler aus Po­len und der Tür­kei, in Ber­lin kom­men ne­ben den Spa­ni­ern auch Grie­chen und Ita­lie­ner hin­zu. In Spa­ni­en sei­en vie­le Ar­chi­ve di­gi­ta­li­siert, was ihr die Ar­beit er­leich­te­re, sag­te In­te­pe.

Wenn der An­trag­stel­ler al­le nö­ti­gen Un­ter­la­gen bei­sam­men ha­be, kön­ne man die Gleich­wer­tig­keit des Ab­schlus­ses in­ner­halb von zwei bis drei Wo­chen prü­fen. In vie­len Län­dern kom­me man al­ler­dings nicht so ein­fach an Do­ku­men­te her­an. Durch­schnitt­lich daue­re das An­er­ken­nungs­ver­fah­ren zwei bis fünf Mo­na­te.

Der ge­setz­lich fest­ge­leg­te Ge­büh­ren­rah­men liegt bei 100 bis 600 Eu­ro. Noch teu­rer wird es, wenn ei­ne so­ge­nann­te Qua­li­fi­ka­ti­ons­ana­ly­se, al­so ei­ne fach­li­che Prü­fung, nö­tig ist. Die An­trag­stel­ler müs­sen die Kos­ten al­ler­dings nicht al­lein tra­gen, son­dern be­kom­men oft Un­ter­stüt­zung von den Agen­tu­ren für Ar­beit.

Das Ge­setz zur Ver­bes­se­rung der Fest­stel­lung und An­er­ken­nung im Aus­land er­wor­be­ner Be­rufs­qua­li­fi­ka­tio­nen räumt Mi­gran­ten ei­nen Rechts­an­spruch dar­auf ein, dass ihr Be­rufs­ab­schluss aus dem Hei­mat­land in­ner­halb von drei Mo­na­ten über­prüft wird. Für Be­ru­fe wie Leh­rer, In­ge­nieur oder Ar­chi­tekt sind die Län­der ver­ant­wort­lich. Sie ha­ben nach und nach ih­re ei­ge­nen An­er­ken­nungs­ge­set­ze ver­ab­schie­det. Die Re­ge­lung für Ber­lin ist am 20. Fe­bru­ar die­ses Jah­res in Kraft ge­tre­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 30. September 2014

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