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Hartz-IV-Re­gel­sät­ze stei­gen um 2,3 Pro­zent

Al­lein­ste­hen­de Lang­zeit­ar­beits­lo­se be­kom­men neun Eu­ro mehr im Mo­nat: Auch für ih­re Fa­mi­li­en stei­gen die Re­gel­sät­ze um eben­falls rund 2,3 Pro­zent. Das liegt über der der­zei­ti­gen In­fla­ti­ons­ra­te

04.09.2013. (dpa) - Die rund 6,1 Mil­lio­nen Hartz-IV-Emp­fän­ger be­kom­men mehr Geld.

Der Re­gel­satz für Al­lein­ste­hen­de soll An­fang kom­men­den Jah­res von 382 auf 391 Eu­ro stei­gen.

Das sieht die Ver­ord­nung des Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­ums für die Ka­bi­netts­sit­zung an die­sem Mitt­woch vor, die der Nach­rich­ten­agen­tur dpa vor­liegt.

Le­ben zwei Er­wach­se­ne in ei­ner Be­darfs­ge­mein­schaft, so er­hal­ten sie künf­tig je­weils 353 Eu­ro, acht Eu­ro mehr als bis­her. Die Er­hö­hung ent­spricht rund 2,3 Pro­zent und liegt da­mit über der Preis­stei­ge­rungs­ra­te von zu­letzt 1,5 Pro­zent. Der Bun­des­rat muss den hö­he­ren Re­gel­sät­zen noch zu­stim­men.

Nach der Ka­bi­netts­vor­la­ge steigt der Hartz-IV-Satz für Kin­der von 0 bis sechs Jah­ren auf 229 Eu­ro (plus 5 Eu­ro), für Kin­der von 7 bis 14 Jah­ren um 6 auf 261 Eu­ro und für Ju­gend­li­che zwi­schen 15 und 18 Jah­ren um 7 auf 296 Eu­ro.

In die An­he­bung der Re­gel­sät­ze geht die Preis­ent­wick­lung mit 70 Pro­zent und die Ent­wick­lung der Net­to­löh­ne mit 30 Pro­zent ein. Die Neu­be­rech­nung liegt im­mer im Sep­tem­ber vor, sie hat al­so nichts mit der be­vor­ste­hen­den Bun­des­tags­wahl zu tun. Der Vor­la­ge zu­fol­ge schlägt die Er­hö­hung beim Bund mit rund 360 Mil­lio­nen Eu­ro zu Bu­che, bei den Kom­mu­nen mit et­wa zehn Mil­lio­nen Eu­ro.

An­fang 2012 wa­ren die Re­gel­sät­ze für die Emp­fän­ger von Hartz-IV-Leis­tun­gen um 2,1 Pro­zent ge­stie­gen. Da­mals wur­den auch erst­mals die Leis­tun­gen für äl­te­re Kin­der von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen nach oben an­ge­passt. 2005, im Start­jahr von Hartz IV, lag der Re­gel­satz für Singles bei 345 Eu­ro.

Bis 2010 wur­den die Hartz-Sät­ze im­mer im Gleich­schritt mit den Ren­ten an­ge­passt. Mit der Hartz-IV-Re­form von 2011 wur­de aber die Be­rech­nung ab­ge­än­dert und der An­pas­sungs­ter­min von der Ren­te ab­ge­kop­pelt. Die Ren­ten wer­den wei­ter­hin zur Jah­res­mit­te an­ge­ho­ben, die Hartz-Sät­ze nun zu Be­ginn ei­nes Jah­res.

Die Er­hö­hung für 2014 von rund 2,3 Pro­zent für Mil­lio­nen von Hartz-IV-Emp­fän­gern liegt deut­lich über dem An­pas­sungs­satz für die West­rent­ner: Die­se hat­ten sich zum 1. Ju­li mit ei­ner Er­hö­hung von 0,25 Pro­zent zu­frie­den ge­ben müs­sen. Im Os­ten lag der Auf­schlag al­ler­dings bei 3,29 Pro­zent.

Ul­rich Schnei­der, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Pa­ri­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­bands, kri­ti­sier­te, auch nach der An­pas­sung auf 391 Eu­ro blei­be der Re­gel­satz ein küm­mer­li­cher Ar­muts­satz. "Nach un­se­ren Be­rech­nun­gen müss­te bei ei­ner se­riö­sen und ver­fas­sungs­kon­for­men An­wen­dung des so­ge­nann­ten Sta­tis­tik­mo­dells zur Er­mitt­lung der Re­gel­sät­ze der Satz um 14 Pro­zent auf 437 Eu­ro plus ein­ma­li­ger Leis­tun­gen an­ge­ho­ben wer­den."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

 

Letzte Überarbeitung: 31. Dezember 2015

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