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Haus­halts­be­fris­tun­gen bei der Bun­des­agen­tur für Ar­beit sind un­wirk­sam

Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit darf sich durch ih­re Haus­halts­plä­ne nicht selbst Be­fris­tungs­grün­de schaf­fen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 09.03.2011, 7 AZR 728/09
28.03.2011. Ein Ar­beits­ver­trag kann oh­ne Sach­grund bis zu zwei Jah­re lang be­fris­tet wer­den (§ 14 Abs. 2 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz - Tz­B­fG), wenn der Ar­beit­neh­mer zu­vor noch nie für den Ar­beit­ge­ber ge­ar­bei­tet hat. An­sons­ten ist die Be­fris­tung nur zu­läs­sig, wenn es für sie ei­nen sach­li­chen Grund gibt (§ 14 Abs.1 Satz 1 Tz­B­fG).

Ein mög­li­cher Sach­grund ist, dass "der Ar­beit­neh­mer aus Haus­halts­mit­teln ver­gü­tet wird, die haus­halts­recht­lich für ei­ne be­fris­te­te Be­schäf­ti­gung be­stimmt sind, und er ent­spre­chend be­schäf­tigt wird" (§ 14 Abs.1 Satz 2 Nr.7 Tz­B­fG). Die­se Haus­halts­be­fris­tung wird viel­fach kri­ti­siert. Pro­ble­ma­tisch ist vor al­lem, dass sich öf­fent­li­che Ar­beit­ge­ber Be­fris­tungs­grün­de schaf­fen kön­nen, in­dem sie selbst ih­re Haus­hal­te auf­stel­len. Für das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) stell­te sich da­her die Fra­ge, ob die­se Bes­ser­stel­lung der öf­fent­li­chen Hand mit dem ver­fas­sungs­recht­li­chen Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 Grund­ge­setz - GG) ver­ein­bar ist (Ur­teil vom 09.03.2011, 7 AZR 728/09).

Ge­klagt hat­te ein Ar­beits­ver­mitt­ler, der von der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) aus Haus­halts­grün­den be­fris­tet be­schäf­tigt wur­de. Er hat­te schon vor dem Ar­beits- und dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Er­folg (Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 31.07.2009, 3 Sa 1657/08). Nun be­kam er auch vor dem BAG Recht, weil der Vor­stand der BA de­ren Haus­halt auf­stellt und zu­gleich die BA ver­tritt. Das ist ei­ne sach­lich nicht be­grün­de­te Pri­vi­le­gie­rung der BA ge­gen­über pri­va­ten Ar­beit­ge­bern, so das BAG.

Fa­zit: Al­le (!) Haus­halts­mit­tel­be­fris­tun­gen bei der BA sind un­wirk­sam. Ar­beit­neh­mer, die bei der BA auf die­ser Grund­la­ge ar­bei­ten, ha­ben in Wahr­heit ei­nen un­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag. Das müs­sen sie aber in­ner­halb von drei Wo­chen nach Aus­lau­fen des Zeit­ver­trags not­falls im Kla­ge­we­ge gel­tend ma­chen. An­dern­falls ist die Be­fris­tung trotz des BAG-Ur­teils end­gül­tig als wirk­sam an­zu­se­hen (§ 17 Satz 1 und 2 Tz­B­fG in Ver­bin­dung mit § 7 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz - KSchG).

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Hin­weis: In der Zwi­schen­zeit, d.h. nach Er­stel­lung die­ses Ar­ti­kels, hat das Ge­richt sei­ne Ent­schei­dungs­grün­de schrift­lich ab­ge­fasst und ver­öf­fent­licht. Die Ent­schei­dungs­grün­de im Voll­text fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 30. Juni 2016

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