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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Haushalt, Befristung
   
Gericht: Hessisches Landesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 3 Sa 1657/08
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 31.07.2009
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Kassel, Urteil vom 7.08.2008, 3 Ca 131/08
   


Hes­si­sches
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Verkündet laut Pro­to­koll

am 31. Ju­li 2009

Ak­ten­zei­chen:
3 Sa 1657/08 

3 Ca 131/08 Ar­beits­ge­richt Kas­sel  

An­ge­stell­te
Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

Im Na­men des Vol­kes !


Ur­teil

In dem Be­ru­fungs­ver­fah­ren


Be­ru­fungskläge­rin und Be­klag­te

Pro­zess­be­vollmäch­tigt.: 

Geschäfts­zei­chen
102/08KH/01

ge­gen

Be­ru­fungs­be­klag­ter und Kläger

Pro­zess­be­vollmäch­tigt.: 

Geschäfts­zei­chen

hat das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt, Kam­mer 3, in Frank­furt am Main
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 3. Ju­li 2009
durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt als Vor­sit­zen­de
und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter
und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin
als Bei­sit­zer
für Recht er­kannt:

Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Kas­sel vom 7. Au­gust 2009 – 3 Ca 131/08 – wird auf ih­re Kos­ten zurück­ge­wie­sen.

Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.
 


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Tat­be­stand


Die Par­tei­en strei­ten über die Wirk­sam­keit der Be­fris­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses des Klägers.

Der Kläger ist seit dem 1. Ja­nu­ar 2006 bei der Be­klag­ten als Ar­beits­ver­mitt­ler bei der B ge­gen ein Brut­to­mo­nats­ent­gelt in Höhe von zu­letzt € 2.622,00 beschäftigt. Die Beschäfti­gung er­folg­te zunächst auf Grund­la­ge ei­nes bis zum 31. De­zem­ber 2006 be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags. Mit Ände­rungs­ver­ein­ba­rung vom 19. De­zem­ber 2006 wur­de der Ar­beits­ver­trag da­hin­ge­hend geändert, dass der Kläger bis zum 31. De­zem­ber 2007 wei­ter­beschäftigt wer­de. Mit un­ter dem Vor­be­halt, dass die Bun­des­re­gie­rung den Per­so­nal­haus­halt der Be­klag­ten ge­neh­mi­ge, ab­ge­schlos­se­nem Ar­beits­ver­trag vom 12. De­zem­ber 2007 (Ab­lich­tung als An­la­ge K 6 zur Kla­ge­schrift, Bl. 34, 35 d. A.) wur­de das Ar­beits­verhält­nis zu­letzt bis zum 31. De­zem­ber 2008 be­fris­tet. In ei­nem Ver­merk der B vom 12. De­zem­ber 2007 (Ab­lich­tung als An­la­ge K 7 zur Kla­ge­schrift, Bl. 36 d. A.) zu dem be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag vom 12. De­zem­ber 2007 ist als Be­fris­tungs­grund „§ 14 Abs. 1 Nr. 7 Tz­B­fG (Vergütung aus Haus­halts­mit­teln, die haus­halts­recht­lich für ei­ne be­fris­te­te Beschäfti­gung be­stimmt sind)“ an­ge­ge­ben.

In der Zweck­be­stim­mung des Ti­tels 425 07 in Ka­pi­tel 5 des Haus­halts­plans der Be­klag­ten für 2008 (Aus­zug als An­la­ge B 9 zum Schrift­satz der Be­klag­ten vom 28. Mai 2008, Bl. 117 – 120 d. A.) heißt es, so­weit hier von In­ter­es­se:

„Gehälter der Kräfte mit be­fris­te­tem Ar­beits­ver­trag im Rah­men des ge­ziel­ten, wir­kungs­ori­en­tier­ten Ein­sat­zes von Ar­beits­ver­mitt­le­rin­nen/Ar­beits­ver­mitt­lern (...) im Be­reich Kun­den­por­tal bis längs­tens 31.12.2012 (...) zur Durchführung der zeit­lich be­fris­te­ten Pro­jek­te zur Ver­bes­se­rung der In­te­gra­ti­ons­fort­schrit­te für Be­treu­ungs­kun­den im Be­reich Ar­beits­ver­mitt­lung so­wie zur Er­pro­bung op­ti­mier­ter Be­treu­ungs­re­la­tio­nen Ar­beits­ver­mitt­le­rin­nen/Ar­beits­ver­mitt­ler zu Ar­beits­lo­sen/Be­trie­ben (...)“

In den Erläute­run­gen zu a) hier­zu ist aus­geführt:

„Kräfte mit be­fris­te­tem Ar­beits­ver­trag (§ 14 Abs. 1 Nr. 7 Tz­B­fG) zur Durchführung der zeit­lich be­fris­te­ten Pro­jek­te zur Ver­bes­se­rung der In­te­gra­ti­ons­fort­schrit­te für Be­treu­ungs­kun­den im Be­reich Ar­beits­ver­mitt­lung so­wie zur Er­pro­bung op­ti­mier­ter Be­treu­ungs­re­la­tio­nen Ar­beits­ver­mitt­le­rin­nen/Ar­beits­ver­mitt­ler zu Ar­beits­lo­sen/Be­trie­ben bis längs­tens 31.12.2012.“

Der Haus­halt der Be­klag­ten für 2008 wur­de durch Be­schluss der Bun­des­re­gie­rung vom 19. De­zem­ber 2007 mit der Maßga­be ge­neh­migt, dass bei Ka­pi­tel 5 Ti­tel 425 07 ins­ge-

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samt 5.800 Ermäch­ti­gun­gen im Rah­men des ge­ziel­ten wir­kungs­ori­en­tier­ten Ein­sat­zes von Ar­beits­ver­mitt­lern und an­de­rem Per­so­nal für die Dau­er bis längs­tens 31. De­zem­ber 2012 zur Verfügung stünden, und vom Ver­wal­tungs­rat der Be­klag­ten am 20. De­zem­ber 2007 er­neut fest­ge­stellt.

Mit sei­ner am 26. März 2008 beim Ar­beits­ge­richt Kas­sel ein­ge­gan­ge­nen, der Be­klag­ten am 31. März 2008 zu­ge­stell­ten Kla­ge wen­det sich der Kläger ge­gen die Wirk­sam­keit der Be­fris­tung zum 31. De­zem­ber 2008.

Der Kläger hat vor­ge­tra­gen, er sei seit dem 1. Ja­nu­ar 2006 un­verändert als Ar­beits­ver­mitt­ler mit Be­ra­tungs­auf­ga­ben tätig und übe da­mit die Kern- und Dau­er­auf­ga­be der Bun­des­agen­tur für Ar­beit aus. Die Re­ge­lun­gen im Haus­halts­ti­tel 425 07 genügten nicht den Vor­aus­set­zun­gen nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG. Die all­ge­mein ge­hal­te­nen haus­halts­recht­li­chen Be­fris­tungs­vor­ga­ben, wie die Ver­bes­se­rung des Be­treu­ungs­schlüssels bzw. der ge­ziel­te, wir­kungs­ori­en­tier­te Ein­satz von Ar­beits­ver­mitt­lern ent­spre­che nicht der ge­setz­li­chen Vor­ga­be. Die Be­fris­tung aus Gründen von Haus­halts­mit­teln sei für die­je­ni­gen Fälle vor­ge­se­hen, bei de­nen für be­stimm­te Auf­ga­ben, z. B. für be­stimm­te Pro­jek­te, zeit­lich be­grenz­te Haus­halts­mit­tel zur Verfügung stünden. Im Rah­men der Beschäfti­gung von Ar­beits­ver­mitt­lern han­de­le es sich da­ge­gen um ei­ne bun­des­weit flächen­de­cken­de Per­so­nal­auf­sto­ckung zur Durchführung der all­ge­mei­nen Dau­er­auf­ga­ben über Jah­re hin­weg. Es feh­le an ob­jek­ti­ven Fak­to­ren, die mit den Be­son­der­hei­ten der be­tref­fen­den Tätig­keit und den Be­din­gun­gen ih­rer Ausführung zu­sam­men­hin­gen.

Der Kläger hat be­an­tragt,

fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en durch die am 12. De­zem­ber 2007 ver­ein­bar­te Be­fris­tung nicht zum 31. De­zem­ber 2008 auf­gelöst wird, son­dern darüber hin­aus auf un­be­stimm­te Zeit fort­be­steht.

Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt. Sie hat vor­ge­tra­gen, die Be­fris­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses des Klägers und die ihm über­tra­ge­ne Beschäfti­gung sei­en auf­grund von Haus­halts­mit­teln er­folgt, wel­che zweck­ge­bun­den und für ei­ne zeit­lich be­grenz­te Auf­ga­be zur Verfügung ge­stellt wor­den sei­en. Sie hat be­haup­tet, von den ins­ge­samt 5.800 Ermäch­ti­gun­gen ha­be ih­re Zen­tra­le der Re­gio­nal­di­rek­ti­on Hes­sen ins­ge­samt 295,5 Jah­res­kräfte als wir­kungs­ori­en­tier­te Zu­tei­lung AV (Ar­beits­ver­mitt­lung) bis
 


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31. De­zem­ber 2008 zu­ge­teilt. Die Re­gio­nal­di­rek­ti­on Hes­sen ha­be so­dann un­ter Berück­sich­ti­gung von Be­las­tungs­da­ten die Ermäch­ti­gun­gen für 295,5 Jah­res­kräfte auf die ihr un­ter­stell­ten 13 Agen­tu­ren für Ar­beit ver­teilt. Der Agen­tur für Ar­beit Kas­sel sei­en ins­ge­samt 28,5 Jah­res­kräfte bis 31. De­zem­ber 2008 zur Verfügung ge­stellt wor­den. Der Kläger wer­de ent­spre­chend den im Haus­halts­plan aus­ge­wie­se­nen Mit­teln im Rah­men des ge­ziel­ten wir­kungs­ori­en­tier­ten Ein­sat­zes als Ar­beits­ver­mitt­ler ein­ge­setzt.

Das Ar­beits­ge­richt Kas­sel hat der Kla­ge durch Ur­teil vom 7. Au­gust 2008 statt­ge­ge­ben. Zur Be­gründung hat es – kurz zu­sam­men­ge­fasst – aus­geführt, die Be­fris­tung sei nicht durch den al­lein in Be­tracht kom­men­den Sach­grund des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG ge­recht­fer­tigt. Die­ser Sach­grund er­for­de­re die Vergütung des Ar­beit­neh­mers aus Haus­halts­mit­teln, die mit ei­ner kon­kre­ten Sach­re­ge­lung auf der Grund­la­ge ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Zweck­set­zung ver­se­hen sei­en. Die Haus­halts­mit­tel müss­ten für ei­ne Auf­ga­be von vorüber­ge­hen­der Dau­er vor­ge­se­hen sein. Er­for­der­lich sei der über­wie­gen­de Ein­satz des be­fris­tet beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers ent­spre­chend der Zweck­set­zung der aus­ge­brach­ten Haus­halts­mit­tel. Da­bei sei­en die Umstände bei Ver­trag­schluss maßgeb­lich. Die Be­ru­fung auf Haus­halts­mit­tel sei dann nicht zulässig, wenn die Re­ge­lung so pau­schal ge­fasst sei, dass sie über­wie­gend den Kern­be­reich und da­mit Dau­er­auf­ga­ben der be­tref­fen­den Or­ga­ni­sa­ti­on um­fas­se. In­so­weit bedürfe es ei­ner Pro­gno­se, dass für die Beschäfti­gung des Ar­beit­neh­mers Haus­halts­mit­tel nur vorüber­ge­hend zur Verfügung stünden. Bei der Beschäfti­gung des Klägers als Ar­beits­ver­mitt­ler han­de­le es sich um ei­ne der Kern­auf­ga­ben der Be­klag­ten. Al­lein ei­ne et­wai­ge Un­si­cher­heit über das hier­bei zukünf­tig er­for­der­li­che Per­so­nal vermöge ei­ne Be­fris­tung nicht zu recht­fer­ti­gen, auch wenn im ent­spre­chen­den Haus­halts­ti­tel Mit­tel le­dig­lich für die be­fris­te­te Beschäfti­gung vor­ge­se­hen sei­en. Auch aus der For­mu­lie­rung des „Ein­sat­zes zur Si­cher­stel­lung und wei­te­ren Op­ti­mie­rung der Be­treu­ungs­schlüssel“ er­ge­be sich, dass die Kräfte mit be­fris­te­ten Ar­beits­verträgen zu­min­dest auch mit Dau­er­auf­ga­ben beschäftigt würden.

Das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts ist der Be­klag­ten am 25. Sep­tem­ber 2008 zu­ge­stellt wor­den, die Be­ru­fungs­schrift der Be­klag­ten ist am 16. Ok­to­ber 2008 bei dem Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­gen. Die Be­ru­fungs­be­gründung ist nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist auf recht­zei­ti­gen An­trag bis zum 16. De­zem­ber 2008 am 15. De­zem­ber 2008 bei dem Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­gen.

Die Be­klag­te ver­folgt ihr Kla­ge­ab­wei­sungs­be­geh­ren un­ter Wie­der­ho­lung und Ver­tie­fung ih­res erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens wei­ter. Sie ist der An­sicht, er­kenn­ba­rer Zweck des


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§ 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG sei die Möglich­keit der Haus­halts­ge­setz­ge­ber, durch Aus­wei­sung zweck­ge­bun­de­ner Mit­tel Sach­gründe für die Be­fris­tung von Ar­beits­verhält­nis­sen zu schaf­fen. Da­bei dürfe der Sach­grund nicht dar­an ge­mes­sen wer­den, ob die zu ver­rich­ten­de Tätig­keit ei­ne Auf­ga­be von be­grenz­ter Dau­er sei oder vom Staat als Dau­er­auf­ga­be erfüllt wer­den müsse. Die un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung des Haus­halts­ge­setz­ge­bers sei viel­mehr als ver­bind­li­che Vor­ga­be hin­zu­neh­men. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts würden die Haus­halts­mit­tel un­ter Ka­pi­tel 5 Ti­tel 425 07 ih­res Haus­halts­plans 2008 auch nicht nur all­ge­mein für die Beschäfti­gung von Ar­beit­neh­mern im Rah­men von be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­sen be­reit ge­stellt, son­dern die Be­reit­stel­lung der ent­spre­chen­den Mit­tel für be­fris­te­te Ar­beits­verträge in der Ar­beits­ver­mitt­lung sei be­zo­gen auf kon­kre­te Pro­jek­te und Son­der­pro­gram­me er­folgt, ins­be­son­de­re auch bezüglich des Pro­gramms „wir­kungs­ori­en­tier­te Zu­tei­lung Ar­beits­ver­mitt­ler (Fortführung aus 2007; bis 31. De­zem­ber 2008)“. Un­er­heb­lich sei, dass die Lauf­zeit des mit dem Kläger ver­ein­bar­ten be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags hin­ter der vom Haus­halts­ge­ber bis zum 31. De­zem­ber 2012 be­wil­lig­ten Dau­er der zweck­be­stimm­ten Haus­halts­mit­tel zurück blei­be. Ver­trags­dau­er und Be­fris­tungs­grund müss­ten nicht vollständig kon­gru­ent sein.

Die Be­klag­te trägt vor, die Ziel­set­zung für die „Si­cher­stel­lung und wei­te­re Op­ti­mie­rung der Be­treu­ungs­schlüssel“ er­ge­be sich aus der mit Rund­er­lass vom 16. Au­gust 2001 ge­star­te­ten Ver­mitt­lungs­of­fen­si­ve, die ein Pro­jekt zur Un­terstützung des Be­schluss­vor­schlags der Ar­beits­grup­pe des Bünd­nis­ses für Ar­beit mit dem Ziel der nach­hal­ti­gen Re­du­zie­rung der Ar­beits­lo­sig­keit so­wie der Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit dar­stel­le. An­hand der An­la­ge 1 zum Rund­er­lass vom 16. Au­gust 2001 (Ab­lich­tung als An­la­ge B 12 zum Schrift­satz der Be­klag­ten vom 29. Ju­ni 2009, Bl. 210 – 214 d. A.) er­ge­be sich, dass für die Neu­aus­rich­tung und Neu­or­ga­ni­sa­ti­on des Ver­mitt­lungs­pro­zes­ses mit­tel­fris­tig kein zusätz­li­ches Per­so­nal zur Verfügung ge­stellt wer­den könne. Zwar stel­le die Ver­mitt­lung von Ar­beits­lo­sen grundsätz­lich ei­ne Dau­er­auf­ga­be der Be­klag­ten dar. Durch die Ver­mitt­lungs­of­fen­si­ve er­ge­be sich je­doch ein le­dig­lich vorüber­ge­hen­der Be­darf. Nach der An­la­ge 1 zum Rund­er­lass vom 16. Au­gust 2001 sol­le die er­for­der­li­che Neu­aus­rich­tung mit­tel­fris­tig durch ei­ge­nes Per­so­nal er­fol­gen. Le­dig­lich kurz­fris­tig sol­le die Um­set­zung der Ver­mitt­lungs­of­fen­si­ve durch ei­ne vorüber­ge­hen­de und be­fris­te­te Verstärkung der Be­klag­ten ermöglicht wer­den.

Die Be­klag­te be­haup­tet, durch die Beschäfti­gung des Klägers im Pro­gramm „wir­kungs­ori­en­tier­ter Ein­satz von Ar­beits­ver­mitt­lern“ über ei­nen be­fris­te­ten Zeit­raum ha­be durch

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die Ver­mitt­lung von mehr Ar­beits­lo­sen in den ers­ten Ar­beits­markt die Ar­beits­lo­sen­quo­te ge­senkt wer­den können. Ent­spre­chend sei im Agen­tur­be­zirk der Ar­beits­agen­tur Kas­sel der Be­stand der Ar­beits­lo­sen in den Jah­ren 2006 bis 2008 kon­ti­nu­ier­lich ge­sun­ken. Be­zo­gen auf den Mo­nat No­vem­ber sei­en dies im Jahr 2006 8.619 Ar­beits­lo­se, im Jahr 2007 6.746 und im Jahr 2008 6.094 Ar­beits­lo­se ge­we­sen.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Kas­sel, AZ.: 3 Ca 131/08 vom 7. Au­gust 2008 ab­zuändern und die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Der Kläger be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Er ver­tei­digt das an­ge­foch­te­ne Ur­teil un­ter Wie­der­ho­lung und Ver­tie­fung sei­nes erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens. Der Kläger be­strei­tet, dass er als Ar­beits­ver­mitt­ler mit Be­ra­tungs­auf­ga­ben für das Pro­gramm „wir­kungs­ori­en­tier­te Zu­tei­lung Ar­beits­ver­mitt­lung (Fortführung aus 2007 bis 31. De­zem­ber 2008)“ ein­ge­stellt wor­den sei.

Ent­schei­dungs­gründe

I.

Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Kas­sel vom 7. Au­gust 2008 – 3 Ca 131/08 – ist gemäß §§ 8 Abs. 2, 64 Abs. 2 Buch­sta­be c) ArbGG statt­haft und auch darüber hin­aus zulässig, ins­be­son­de­re form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den, §§ 66 Abs. 1 ArbGG, 519, 520 Abs. 1, 3 und 5 ZPO.

II.

In der Sa­che hat die Be­ru­fung kei­nen Er­folg. Die in­ner­halb der Frist des § 17 Satz 1 Tz­B­fG ein­ge­reich­te Ent­fris­tungs­kla­ge ist be­gründet. Die Be­fris­tung vom 12. De­zem­ber 2007 ent­behrt ei­nes Sach­grun­des iSv. § 14 Abs. 1 Tz­B­fG.

1. Kei­ner Ent­schei­dung be­darf, ob das Schrift­for­mer­for­der­nis gemäß § 14 Abs. 4 Tz­B­fG ge­wahrt ist. Die Par­tei­en be­zie­hen sich übe­rein­stim­mend auf den Ar­beits­ver­trag vom

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12. De­zem­ber 2007. Die­ser ist in der zur Ak­te ge­reich­ten Ab­lich­tung je­doch nur von der Be­klag­ten un­ter­schrie­ben.

2. Der gel­tend ge­mach­te Sach­grund gemäß § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG ist nicht ge­ge­ben.

a) Der Sach­grund gemäß § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG er­for­dert die Vergütung des Ar­beit­neh­mers aus Haus­halts­mit­teln, die mit ei­ner kon­kre­ten Sach­re­ge­lung auf der Grund­la­ge ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Zweck­set­zung ver­se­hen sind. Die Haus­halts­mit­tel müssen für ei­ne Auf­ga­be von vorüber­ge­hen­der Dau­er vor­ge­se­hen sein. Er­for­der­lich ist der über­wie­gen­de Ein­satz des be­fris­tet beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers ent­spre­chend der Zweck­set­zung der aus­ge­brach­ten Haus­halts­mit­tel. Da­bei sind die Umstände bei Ver­trags­schluss maßgeb­lich. Die Vor­aus­set­zun­gen des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG lie­gen nicht vor, wenn die Haus­halts­mit­tel le­dig­lich all­ge­mein für die Beschäfti­gung von Ar­beit­neh­mern im Rah­men von be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­sen be­reit ge­stellt wer­den oder dem be­fris­tet beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer über­wie­gend Dau­er­auf­ga­ben des Ar­beit­ge­bers über­tra­gen wer­den (BAG 16. Ok­to­ber 2008 – 7 AZR 360/07 – zu I 1 der Gründe, Rn. 12; 7. Mai 2008 – 7 AZR 198/07 – AP Tz­B­fG § 14 Haus­halt Nr. 8, zu I 1 der Gründe, Rn. 10; 18. Ok­to­ber 2006 – 7 AZR 419/05 – AP Tz­B­fG § 14 Haus­halt Nr. 1, zu I 1 der Gründe, Rn. 11).

b) Un­ter An­wen­dung die­ser Grundsätze sind im Streit­fall die Vor­aus­set­zun­gen für den Be­fris­tungs­grund gemäß § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG nicht erfüllt.

aa) Es kann da­hin­ste­hen, ob und ge­ge­be­nen­falls un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­ne nicht durch Ge­setz er­folg­te Aus­brin­gung von Haus­halts­mit­teln den An­for­de­run­gen des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG genügt. Die Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Norm spricht al­ler­dings dafür, dass die Haus­halts­mit­tel durch ein Ge­setz aus­ge­bracht sein müssen (vgl. BAG 16. Ok­to­ber 2008 – 7 AZR 360/07 – zu I 2 a der Gründe, Rn. 14).

bb) Fer­ner kann da­hin­ste­hen, ob der Kläger tatsächlich aus den Haus­halts­mit­teln, auf wel­che sich die Be­klag­te be­ruft, vergütet wird.

cc) Die Be­fris­tung ist je­den­falls des­we­gen nicht nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG wirk­sam, weil die nach dem Haus­halts­plan der Be­klag­ten für 2008 in Ka­pi­tel 5 Ti­tel 425 07 aus­ge­wie­se­nen Haus­halts­mit­tel nicht mit ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Zweck­set­zung für

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ei­ne Auf­ga­be von nur vorüber­ge­hen­der Dau­er aus­ge­bracht wa­ren (vgl. eben­so für Ka­pi­tel 5 Ti­tel 425 07 des Haus­halts­plans der Be­klag­ten für 2006: LAG Nie­der­sach­sen 17. Ok­to­ber 2007 – 15 Sa 535/07 – ZTR 2008, 396, 397).

(1) Die Zweck­be­stim­mung des Ti­tels 425 07 in Ka­pi­tel 5 des Haus­halts­plans der Be­klag­ten für 2008 nennt „Gehälter der Kräfte mit be­fris­te­tem Ar­beits­ver­trag im Rah­men des ge­ziel­ten, wir­kungs­ori­en­tier­ten Ein­sat­zes von Ar­beits­ver­mitt­le­rin­nen/Ar­beits­ver­mitt­lern (...) im Be­reich Kun­den­por­tal bis längs­tens 31.12.2012 (...) zur Durchführung der zeit­lich be­fris­te­ten Pro­jek­te zur Ver­bes­se­rung der In­te­gra­ti­ons­fort-schrit­te für Be­treu­ungs­kun­den im Be­reich Ar­beits­ver­mitt­lung so­wie zur Er­pro­bung op­ti­mier­ter Be­treu­ungs­re­la­tio­nen Ar­beits­ver­mitt­le­rin­nen/Ar­beits­ver­mitt­ler zu Ar­beits­lo­sen/Be­trie­ben (...)“, so­wie, in den Erläute­run­gen zu a) hier­zu, „Kräfte mit be­fris­te­tem Ar­beits­ver­trag (§ 14 Abs. 1 Nr. 7 Tz­B­fG) zur Durchführung der zeit­lich be­fris­te­ten Pro­jek­te zur Ver­bes­se­rung der In­te­gra­ti­ons­fort­schrit­te für Be­treu­ungs­kun­den im Be­reich Ar­beits­ver­mitt­lung so­wie zur Er­pro­bung op­ti­mier­ter Be­treu­ungs­re­la­tio­nen Ar­beits­ver­mitt­le­rin­nen/Ar­beits­ver­mitt­ler zu Ar­beits­lo­sen/Be­trie­ben bis längs­tens 31.12.2012“. Der von der Be­klag­ten vor­ge­tra­ge­ne Rund­er­lass vom 16. Au­gust 2001 ist in der Zweck­be­stim­mung nicht in Be­zug ge­nom­men.

(2) Aus die­ser Zweck­be­stim­mung er­gibt sich nicht nach­voll­zieh­bar, für wel­che Auf­ga­be von nur vorüber­ge­hen­der Dau­er die Haus­halts­mit­tel aus­ge­bracht wur­den. Al­lein ei­ne Be­reit­stel­lung von Haus­halts­mit­teln all­ge­mein für die Beschäfti­gung von Ar­beit­neh­mern im Rah­men von be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­sen ist nicht aus­rei­chend. Der Be­klag­ten kann auch nicht dar­in ge­folgt wer­den, dass die ent­spre­chen­den Mit­tel für be­fris­te­te Ar­beits­verträge in der Ar­beits­ver­mitt­lung nach der Zweck­be­stim­mung im Haus­halts­ti­tel für kon­kre­te Pro­jek­te und Son­der­pro­gram­me be­reit­ge­stellt wor­den sei­en. Ge­nannt sind aus­sch­ließlich die zwar als be­fris­tet be­zeich­ne­ten Pro­jek­te zur Ver­bes­se­rung der Be­treu­ungs­pa­ra­me­ter, In­halt der Tätig­keit der be­fris­tet beschäftig­ten Kräfte sol­len dem­nach aber die glei­chen dau­er­haft an­fal­len­den Kern­auf­ga­ben der Be­klag­ten im Be­reich der Ar­beits­ver­mitt­lung sein wie bei den un­be­fris­tet beschäftig­ten Ar­beits­ver­mitt­lern. Aus der Zweck­be­stim­mung im Haus­halts­plan er­gibt sich auch nicht hin­rei­chend, dass Grund für die den­noch mögli­cher­wei­se nur vorüber­ge­hend an­fal­len­de Tätig­keit der be­fris­tet ein­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mer ei­ne nur für ei­nen be­stimm­ten, vorüber­ge­hen­den Zeit­raum be­ab­sich­tig­te ver­bes­ser­te Auf­ga­ben­erfüllung durch die Be­klag­te wäre. Die Zweck­be­stim­mung enthält viel­mehr kei­ne ver­bind­li­che Fest­le­gung, dass und zu wel­chem Zeit­punkt die Be­treu­ungs­of­fen­si­ve wie­der be­en­det sein soll. Die zeit­li­che Be­gren­zung bis

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31. De­zem­ber 2012 be­zieht sich le­dig­lich auf den ma­xi­ma­len zeit­li­chen Rah­men für die be­fris­te­ten Beschäfti­gun­gen.

Die An­la­ge 1 zum Rund­er­lass vom 16. Au­gust 2001 ist in der Zweck­be­stim­mung nicht in Be­zug ge­nom­men und kann da­her die nach­voll­zieh­ba­re Zweck­set­zung in dem Haus­halts­ti­tel nicht er­set­zen. Im Übri­gen ist auch dar­in le­dig­lich die Er­war­tung zum Aus­druck ge­bracht, dass mit­tel­fris­tig die Be­klag­te die per­so­nel­len Vor­aus­set­zun­gen für die Neu­aus­rich­tung und Neu­or­ga­ni­sa­ti­on des Ver­mitt­lungs­pro­zes­ses selbst schaf­fen könne, wei­te­re be­fris­te­te Beschäfti­gun­gen al­so ent­behr­lich wer­den sol­len. Ei­ne ein­deu­ti­ge Fest­le­gung, bis wann dies der Fall sein soll, ist auch dar­in nicht ent­hal­ten. Al­lein auf­grund der be­ste­hen­den Er­war­tung des mit­tel­fris­ti­gen Weg­falls des Mehr­be­darfs ist je­doch ei­ne Ab­gren­zung des Be­darfs an be­fris­te­ten Kräften von dem an dau­er­haft Beschäftig­ten nicht möglich. Der ge­naue zeit­li­che Um­fang des sich aus der Ver­mitt­lungs­of­fen­si­ve er­ge­ben­den nur vorüber­ge­hen­den Mehr­be­darfs er­gibt sich we­der aus der Zweck­be­stim­mung im Haus­halt selbst noch aus der An­la­ge 1 zum Rund­er­lass vom 16. Au­gust 2001. Der nur vorüber­ge­hen­de Be­darf wird le­dig­lich be­haup­tet, ist je­doch we­der in der Zweck­be­stim­mung im Haus­halt selbst noch in der An­la­ge 1 zum Rund­er­lass vom 16. Au­gust 2001 nach­voll­zieh­bar kon­kre­ti­siert. Die Zweck­be­stim­mung der Haus­halts­mit­tel erschöpft sich da­mit auch un­ter Berück­sich­ti­gung der Ver­mitt­lungs­of­fen­si­ve gemäß An­la­ge 1 zum Rund­er­lass vom 16. Au­gust 2001 in ei­ner Be­reit­stel­lung von Haus­halts-mit­teln für be­fris­te­te Beschäfti­gun­gen zur Er­le­di­gung der grundsätz­lich ei­ne Dau­er­auf­ga­be der Be­klag­ten dar­stel­len­den Ar­beits­ver­mitt­lung. Die von der Be­klag­ten be­haup­te­te Ver­bes­se­rung der Ver­mitt­lung der Ar­beits­lo­sen durch die zusätz­li­che Beschäfti­gung u.a. des Klägers macht die nach­voll­zieh­ba­re Zweck­set­zung be­reits bei Aus­brin­gung der Haus­halts­mit­tel eben­falls nicht ent­behr­lich.

2. Die Be­fris­tung vom 12. De­zem­ber 2007 ist auch nicht nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr.1 Tz­B­fG ge­recht­fer­tigt.

a) Ein sach­li­cher Grund für die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags liegt nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Tz­B­fG vor, wenn der be­trieb­li­che Be­darf an der Ar­beits­leis­tung nur vorüber­ge­hend be­steht. Dies setzt vor­aus, dass im Zeit­punkt des Ver­trag­schlus­ses mit hin­rei­chen­der Si­cher­heit zu er­war­ten ist, dass nach dem vor­ge­se­he­nen Ver­trags­en­de für die Beschäfti­gung des be­fris­tet ein­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mers in dem Be­trieb kein (dau­er­haf­ter) Be­darf mehr be­steht (BAG, ständi­ge Recht­spre­chung, et­wa 16. Ok­to­ber 2008 – 7 AZR 306/07 - zu II 1 a der Gründe, Rn. 18; 20. Fe­bru­ar 2008 – 7 AZR 950/06

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– AP Tz­B­fG § 14 Nr. 45, zu I 1 der Gründe, Rn. 12; 17. Ja­nu­ar 2007 – 7 AZR 20/06 – AP Tz­B­fG § 14 Nr. 30, zu II 2 b aa (1) der Gründe, Rn. 28). Der vorüber­ge­hen­de Be­darf im Sin­ne des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Tz­B­fG ist zu un­ter­schei­den von der re­gelmäßig ge­ge­be­nen Un­si­cher­heit über die künf­ti­ge Ent­wick­lung des Ar­beits­kräfte­be­darfs des Ar­beit­ge­bers. Die all­ge­mei­ne Un­si­cher­heit über die zukünf­tig be­ste­hen­den Beschäfti­gungsmöglich­kei­ten recht­fer­tigt die Be­fris­tung nicht. Über den vorüber­ge­hen­den Be­darf ist ei­ne Pro­gno­se zu er­stel­len, der kon­kre­te An­halts­punk­te zu­grun­de lie­gen müssen. Die Pro­gno­se ist Teil des Sach­grunds (BAG, ständi­ge Recht­spre­chung, et­wa 16. Ok­to­ber 2008 – 7 AZR 360/07 – zu II 1 a der Gründe, Rn. 18; 20. Fe­bru­ar 2008 – 7 AZR 950/06 – AP Tz­B­fG § 14 Nr. 45, zu I 3 a der Gründe, Rn. 17). Im Be­reich des öffent­li­chen Diens­tes können haus­halts­recht­li­che Gründe die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags we­gen ei­nes nur vorüber­ge­hen­den be­trieb­li­chen Be­darfs recht­fer­ti­gen, wenn der öffent­li­che Ar­beit­ge­ber zum Zeit­punkt des Ver­trags­ab­schlus­ses auf­grund kon­kre­ter Tat­sa­chen die Pro­gno­se er­stel­len kann, dass für die Beschäfti­gung des Ar­beit­neh­mers Haus­halts­mit­tel nur vorüber­ge­hend zur Verfügung ste­hen. Die Un­ge­wiss­heit über die künf­ti­ge haus­halts­recht­li­che Ent­wick­lung genügt hierfür nicht. Hin­ge­gen ist es grundsätz­lich aus­rei­chend für die Pro­gno­se des öffent­li­chen Ar­beit­ge­bers, wenn die Vergütung des be­fris­tet ein­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mers aus ei­ner kon­kre­ten Haus­halts­stel­le er­folgt, die von vorn­her­ein nur für ei­ne be­stimm­te Zeit­dau­er be­wil­ligt ist und an­sch­ließend fort­fal­len soll (BAG 16. Ok­to­ber 2008 – 7 AZR 360/07 – zu II 1 b der Gründe, Rn. 19).

b) Die Be­klag­te hat nicht dar­ge­legt, dass bei Ver­trags­ab­schluss die auf kon­kre­te Tat­sa­chen gestütz­te Pro­gno­se ge­recht­fer­tigt war, dass für die Beschäfti­gung des Klägers Haus­halts­mit­tel nur bis zum 31. De­zem­ber 2008 zur Verfügung ste­hen. Der Kläger ist auch nicht für ei­ne kon­kre­te Haus­halts­stel­le ein­ge­stellt wor­den, wel­che von vorn­her­ein nur für ei­ne be­stimm­te Zeit­dau­er be­wil­ligt wor­den wäre und an­sch­ließend fort­fal­len soll­te.

III.

Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 97 Abs. 1 ZPO. Die Be­klag­te hat die Kos­ten der Be­ru­fung zu tra­gen, weil ihr Rechts­mit­tel kei­nen Er­folg ge­habt hat.

Die Re­vi­si­on war gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG zu­zu­las­sen.

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