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Trotz schwa­chen Herbst­auf­schwungs Bun­des­agen­tur op­ti­mis­tisch für 2014

Im Sep­tem­ber fehl­te es wei­ter an der Schub­kraft der Kon­junk­tur - auch für den Rest des Jah­res rech­net kaum noch ei­ner mit ei­nem Auf­schwung auf dem Ar­beits­markt: Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit setzt auf 2014

02.10.2013. (dpa) - Nach ei­nem schwa­chem Herbst­auf­schwung rech­net die Bun­des­agen­tur für Ar­beit nun mit ei­ner leich­ten Ar­beits­markt­be­le­bung für das kom­men­de Jahr.

Das von ihr für 2014 er­war­te­te Wirt­schafts­wachs­tum von 1,6 Pro­zent wer­de auch auf dem Ar­beits­markt spür­bar sein, pro­gnos­ti­zier­te BA-Vor­stands­mit­glied Hein­rich Alt am Diens­tag in Nürn­berg.

"Im Ver­gleich zum ge­rin­gen Wachs­tum in die­sem Jahr ist das ja schon ein ge­wis­ser Un­ter­schied", gab er zu be­den­ken. Für 2014 rech­net Alt mit ei­nem Rück­gang der Ar­beits­lo­sig­keit um rund 40 000 auf 2,9 Mil­lio­nen.

Im Sep­tem­ber fiel die Herbst­be­le­bung nach Dar­stel­lung der Bun­des­agen­tur über­ra­schend schwach aus. Ins­ge­samt wa­ren 2,849 Mil­lio­nen Men­schen oh­ne Ar­beit. Das sind le­dig­lich 97 000 we­ni­ger als im Au­gust. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te sank da­mit um 0,2 Punk­te auf 6,6 Pro­zent. Im Schnitt der ver­gan­ge­nen drei Jah­re war die Zahl der Er­werbs­lo­sen im Sep­tem­ber um rund 140 000 ge­sun­ken. Im Ver­gleich zum Sep­tem­ber 2012 gab es in Deutsch­land 61 000 mehr Job­su­cher.

"Ins­ge­samt zeigt sich der deut­sche Ar­beits­markt in ei­ner gu­ten Grund­ver­fas­sung", kom­men­tier­te BA-Vor­stands­mit­glied Hein­rich Alt die Zah­len. "Gleich­zei­tig wer­den aber struk­tu­rel­le Pro­ble­me im­mer deut­li­cher", warn­te er.

Vor al­lem Un­ge­lern­te wür­den im­mer sel­te­ner von neu ge­schaf­fe­nen Stel­len pro­fi­tie­ren, räum­te Alt ein. Die Bun­des­agen­tur set­ze da­her künf­tig ver­stärkt auf Wei­ter­bil­dung. "Wir steu­ern der­zeit von kurz­fris­ti­gen (Fort­bil­dungs-)Maß­nah­men zu Ab­schluss-ori­en­tier­ten Maß­nah­men um."

Die gro­ße Zahl von Zu­wan­de­rern aus Süd- und Ost­eu­ro­pa er­schwe­re der­zeit die Ver­mitt­lung von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen, be­rich­te­te Alt. Der Wett­be­werb auf dem Ar­beits­markt ver­schär­fe sich da­durch. Al­lein in die­sem Jahr hät­ten rund 270 000 Män­ner und Frau­en aus EU-Staa­ten ei­ne Ar­beit ge­sucht.

Hin­zu­kom­me, dass im­mer mehr bis­lang nicht be­rufs­tä­ti­ge Frau­en auf den Ar­beits­markt ström­ten und äl­te­re Men­schen im Be­ruf blie­ben, er­klär­te Alt.

Auch Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) sieht die Ent­wick­lung am Ar­beits­markt mit ge­misch­ten Ge­füh­len. Bei sich wei­ter ab­zeich­nen­der wirt­schaft­li­cher Er­ho­lung sei­en zwar Er­werbs­tä­tig­keit und so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung auf neue Höchst­mar­ken ge­stie­gen. "Aber das ist für die Ent­wick­lung am Ar­beits­markt kein Selbst­läu­fer", hieß es in ei­ner Stel­lung­nah­me der Mi­nis­te­rin.

Tat­säch­lich geht die Sche­re zwi­schen der Ent­wick­lung der Ar­beits­lo­sig­keit und dem Ar­beits­platz­an­ge­bot, das die Er­werbs­tä­ti­gen­sta­tis­tik ab­bil­det, wei­ter aus­ein­an­der. So gab es nach An­ga­ben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes zu­letzt im Au­gust mit 41,96 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten 219 000 Ar­beits­plät­ze mehr als im Jahr da­vor. Die Zahl der so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Be­schäf­tig­ten hat nach Bun­des­agen­tur-Hoch­rech­nun­gen zu­letzt im Ju­li mit 29,27 Mil­lio­nen so­gar um 356 000 über dem Vor­jah­res-Ni­veau ge­le­gen.

Die Links­par­tei im Bun­des­tag wies auf die wei­ter­hin ho­he Zahl von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen hin. Die­se ha­be sich im Ver­gleich zum Vor­jahr wei­ter er­höht. Lang­zeit­ar­beits­lo­se hät­ten wei­ter­hin nur ge­rin­ge Job­chan­cen, nach­dem sich die schwarz-gel­be Bun­des­re­gie­rung in der Ver­gan­gen­heit nur um leicht ver­mit­tel­ba­re Er­werbs­lo­se ge­küm­mert ha­be, kri­ti­sier­te die Lin­ke. Die Grü­nen im Bun­des­tag for­der­ten als Kon­se­quenz aus die­ser Ent­wick­lung mehr Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten für Ar­beits­lo­se.

Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent Die­ter Hundt warn­te un­ter­des­sen da­vor, die Fle­xi­bi­li­tät auf dem Ar­beits­markt durch neue Re­gu­lie­run­gen ein­zu­schrän­ken. Statt ei­ner Rol­le rück­wärts müss­ten die An­stren­gun­gen ver­stärkt wer­den, den Ein­stieg in Ar­beit zu ver­ste­ti­gen und den be­ruf­li­chen Auf­stieg zu un­ter­stüt­zen. Vor­aus­set­zung da­für sei­en Wei­ter­bil­dung und Qua­li­fi­zie­rung ge­nau­so wie Fle­xi­bi­li­tät und Durch­läs­sig­keit des Ar­beits­mark­tes.

DGB-Vor­stands­mit­glied An­ne­lie Bun­ten­bach sprach sich mit Blick auf die Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen in Ber­lin ge­gen ein lan­ges La­vie­ren aus, das kön­ne man sich in Hin­sicht auf Be­schäf­tig­te und Ar­beits­lo­se nicht leis­ten. Not­wen­dig sei die schnel­le Ein­füh­rung ei­nes flä­chen­de­cken­den ge­setz­li­chen Min­dest­lohns. Fer­ner sei "ei­ne brei­te Qua­li­fi­zie­rungs­of­fen­si­ve not­wen­dig, die ins­be­son­de­re jun­ge Er­wach­se­ne im Hartz-IV-Sys­tem oh­ne Be­rufs­aus­bil­dung in den Blick nimmt."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 27. Februar 2014

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